Weltcup
Junioren-Weltcup Kairo: DSB-Junioren sammeln wichtige Erfahrung und Bronzemedaille
Erfahrungen sammeln und mit der internationalen Konkurrenz messen! Das waren die Schwerpunkte für die neun jungen Pistolenschützen, die beim Junioren-Weltcup in Kairo/EGY (21. bis 26. April) an den Start gingen. Und die neun Sportlerinnen und Sportler mussten erkennen: Bis zur WM in Suhl (17. bis 25. Juni) gibt es noch etwas zu tun, auch wenn Colin Hilk Bronze mit der Schnellfeuerpistole gewann.

Den Anfang machten die beiden Luftpistolen-Schützen Tjark Buchwald und Lucas Struck, die sich vor allem mit zahlreichen Sportlern aus Indien und AIN (Russland bzw. Belarus) auseinandersetzen mussten. Buchwald gelang dies bei seinem ersten internationalen Einsatz im DSB-Shirt ordentlich, am Ende seines konstanten Vortrags wies er 564 Ringe auf, was Platz 21 bedeutete: „Ich war sehr aufgeregt und hatte am Anfang schon schwitzige Hände. Es war ungewohnt, mit so viel Anspannung zu schießen, aber es war ein gutes Gefühl, und ich habe das bestätigt, was ich bei der ISAS geschossen habe – deswegen bin ich zufrieden.“ Ähnlich lief es bei Lucas Struck, der aber in der letzten Serie (88 Ringe) zu viele Ringe liegen ließ und somit auf Rang 30 (555 Ringe) ins Ziel kam: „Das Ergebnis von Tjark ist absolut positiv einzuordnen, die Leistungsentwicklung ist so, wie wir es uns vorstellen. Lucas konnte sein Ergebnis von der ISAS nicht ganz bestätigen. Aber der Wettkampf hier war wichtig in Richtung WM“, so Bundestrainerin Jördis Grabe und Buchwald ergänzt: „Nächstes Wochenende nehme ich am IWK Berlin teil, dann folgen noch einige Lehrgänge in Suhl. Mein Ziel ist es, bis zur WM noch eine Schippe draufzulegen.“
Das wollen sicherlich auch Aileen Pitschke und Ronja Gmeinder, die mit der Sportpistole die Plätze 19 (555) und 20 (546) belegten und damit hinter den eigenen Erwartungen blieben. Vor allem die letztjährige Vize-Europameisterin Pitschke kann in ihrer Paradedisziplin deutlich mehr – bei der EM 2025 schoss sie z.B. 574 Ringe. Grabe sah dies jedoch nicht als tragisch an, da sie den Weltcup in Kairo als wichtigen Erfahrungs-Wettkampf im Hinblick auf die WM in Suhl sieht: „Der Wettkampf hatte alles: Unterbrechungen, Waffenstörungen - beide Mädels haben gekämpft, hatten aber beide einen Overtime dabei – dann ist man natürlich platzierungstechnisch chancenlos. Sie haben in Vorbereitung auf die WM und die Entwicklung wertvolle Erfahrungen gesammelt.“ Während Struck und Gmeinder ebenfalls noch in Berlin an den Start gehen, steht für Pitschke in Kürze ein Trainingslager in der Schweiz und anschließend der Alpencup in Frankreich auf dem Programm.
Drei Schnellfeuer-Junioren im Finale
Den Schlusspunkt aus deutscher Sicht setzte das Schnellfeuerpistolen-Quintett von Bundestrainer Detlef Glenz. Und nachdem die Teamkolleginnen und -kollegen mit Sport- bzw. Luftpistole am Finaleingang scheiterten, gelang dies einem deutschen Trio: Fiete Kühn (565), Philip Liebrecht (563) und Colin Hilk (562) zogen als Fünfter, Sechster und Siebter in das Finale ein, kamen aber – wie auch Arne Schallus (559, 13. Platz) und Fynn Kramer (550, 15. Platz) nicht an die von Glenz stets geforderten 570 Ringe und mehr heran. Zum Vergleich: Arnaud Gamaleri, der Junioren-Star der Franzosen, ging mit sensationellen 589 Ringen in das Finale…Dementsprechend sagte Glenz: „Trotz ausbaufähiger Qualifikationsergebnisse waren wir immerhin mit drei Sportlern im Finale.“ Und da schlug sich das Trio auch mehr als ordentlich. Hilk hatte einen schweren Start und schien nach nur drei Treffern aus den ersten beiden Fünferserien als Erster aus dem Achterfeld auszuscheiden. Doch dann schoss er eine perfekte Fünferserie und war fortan im Vorderfeld zu finden. Letztlich war er der Konstanteste der drei DSB-Schützen – Liebrecht belegte Platz vier, Kühn Platz acht – und konnte sich über seine erste internationale Einzelmedaille freuen: „Nach meinem nicht so gutem Halbprogramm habe ich nicht damit gerechnet, noch ins Finale zu kommen. Als ich dann aber gesehen habe, dass ich es trotz des schlechten Halbprogramms trotzdem geschafft habe, war für mich klar: Neuer Fokus auf das Finale. Im Finale selbst war der Puls hoch, aber ich habe mein Bestes gegeben." Auch Glenz hob das Positive hevor: "Dass wir dann auch noch eine Medaille gewinnen, freut mich – das neue Finalformat liegt uns“, so Glenz, der abschließend meinte: „Das war eine gute Vorbereitung für die EM und WM.“ Und Hilk, nun mit seiner ersten Bronzemedaille um den Hals, meint: "Alles in allem war es eine tolle Erfahrung und ich weiß, was ich jetzt trainieren muss, um in den folgenden Wettkämpfen noch stabiler die Halbprogramme und das Finale zu schießen."

Das deutsche Team in Kairo
Schnellfeuerpistole: Colin Hilk (Mittenaar-Ballersbach), Fynn Kramer (Heidelberg), Fiete Kühn (Frankfurt/Oder), Phillip Liebrecht (Isernhagen), Arne Schallus (Suhl)
Luftpistole: Lucas Struck (Frankfurt/Oder), Tjark Buchwald (Neumünster)
Sportpistole: Aileen Pitschke (Erfurt), Ronja Gmeinder (Weinried)
Betreuer: Detlef Glenz, Jördis Grabe, Theo Hadrath
