International

Juniorinnen-Staffel verpasst knapp Bronzemedaille

15.09.2003 00:00

Die Organisatoren haben das Programm geändert und die Staffelwettkämpfe auf Samstag vorgezogen. Die für Zuschauer ganz besonders interessanten Massenstartwettkämpfe werden nun am Sonntag den krönenden Abschluss dieser Weltmeisterschaften bilden.

 

Hoffnung und Enttäuschung lagen an diesem Wettkampftag nahe beieinander. Insgesamt 17 Staffeln gingen am Vormittag bei den Herren (8 Staffeln) und Junioren ( 9 Staffeln) an den Start. Die vier Herren mussten jeweils vier Kilometer laufen und zweimal schießen. Die Dreierteams der Junioren hatten die gleichen Bedingungen.

 

Der ausgezeichnete Läufer, Roman Böttcher (Clausthal-Zellerfeld), war am Start schon schnell und kam auch als Erster am Schießstand an. Doch dann begann leider eine kleine Tragödie. Trotz drei Reservepatronen verfehlte er im liegenden Anschlag vier Scheiben, musste zusätzlich 400 Meter in der Strafrunde laufen und büßte damit bis zu knapp drei Minuten gegenüber den anderen Herren-Teams ein. Damit begann eine Aufholjagd und es war beeindruckend, wie er und seine Mannschaftskameraden kämpften.

Böttcher blieb im stehenden Anschlag fehlerfrei und wechselte an siebter Stelle zu Michael Genz (Rosenheim). Dieser musste nur drei Mal nachladen und übergab an sechster Stelle an Frank Röttgen (Wipperfürth).  Röttgen hat seine Grippe gut überwunden und erzielte mit 16:08.3 die beste Zeit des Teams. Wilhelm Rösch (Mehrstetten) brachte sogar das Kunststück fertig, im liegenden Anschlag mit 34.0 Sekunden die beste Schieß-Zeit aller Schlussläufer zu erzielen. Am Schluss wurde es dann der sechste Rang. Die Goldmedaille holte sich die Ukraine, deren vier Athleten alle aus den Biathlon-Weltcups im Winter bekannt sind. Zweiter wurden die Russen und die Bronzemedaille ging an die Slowakei.

Die Chancen der Junioren wurden von vorneherein nicht sehr hoch eingeschätzt. Mit insgesamt acht Strafrunden, von denen weder Alexander Röder (Hann.Münden) noch Tobias Fickenscher ( und auch nicht Stefan Leunig (Clausthal-Zellerfeld) verschont blieben, wurde das Team siebter. Auch hier hatten bei der Siegerehrung acht von neun Medaillengewinnern die Kleinkalibergewehre mit den Trageriemen geschultert. Ein typisches Zeichen dafür, dass sie aus dem Wintersport kommen und meist in Sportfördergruppen der Armeen sind. Es gewannen – etwas überraschend – die Letten vor der Slowakei und Russland.

Eine Damenstaffel gab es von unserem Verband nicht, da Monika Liedtke (Berlin) als einzige Vertreterin in dieser Klasse in Forni Avoltri ist. Aber das Dreierteam  der Juniorinnen mit Franziska und Stefanie Hildebrand (Köthen) und Stefanie Glöckner (Zerbst) machte seine Sache hervorragend und schrammte nur knapp an der Bronzemedaille vorbei.

Franziska Hildebrand (Foto) als Startläuferin hatte beim Wechsel einen knappen Rückstand von  5.6 Sekunden auf die Tschechin Balatkova. Diesen konnte ihre Schwester Stefanie (Foto) mit zwei sehr guten Schießen sogar noch auf 3.6 Sekunden verkürzen. Aber am Schluss war das tschechische Team, das die Bronzemedaille hinter den Russinnen und den Ukrainerinnen holte, leider doch stärker.

 

Alle bisherigen Ergebnisse der Weltmeisterschaften im Sommerbiathlon finden Sie hier 

Bericht: Günter Köchel