Europameisterschaften
KK-EM Osijek: Doppel-Interview mit Florian Peter & Nele Stark
Florian Peter (Schnellfeuerpistole, Obertshausen) und Nele Stark (KK-Gewehr, Güglingen) reisen als Titelverteidiger zur Kleinkaliber-Europameisterschaft nach Osijek/CRO (7. bis 17. Mai). Wie sie die Konkurrenz erwarten, wie die eigenen Erwartungen sind, verrät das Duo im Interview.

Wir haben erst Anfang Mai, bei der Intensität der Lehrgänge und Wettkämpfe könnte es aber auch schon das Jahresende sein. Oder täuscht der Eindruck?
Peter: „Die Intensität ist dieses Jahr durch den neuen Jahresplan deutlich höher als sonst zu dieser Zeit. Für gewöhnlich ist es im Frühjahr entspannter. Vom Trainingsfokus bin ich aber trotzdem noch im Frühjahr.“
Stark: „Es stimmt, aktuell ist der Kalender sehr voll und wird sind viel unterwegs. Vom Weltcup Spanien ging es direkt zur EM-Qualifikation, dann nach Pilsen und jetzt folgen die Europameisterschaft und der Weltcup in München. Die Wochen verschwimmen aktuell und man hat manchmal das Gefühl schon etwas weiter im Jahr zu sein. Im Juni/Juli ist dann aber, was Wettkämpfe angeht, etwas Pause in Sicht.“
Wie geht ihr damit um, dass ihr quasi von Januar bis Dezember funktionieren und Top-Leistungen bringen müsst?
Peter: „Einfach ist es definitiv nicht, und da ist dann die Jahresplanung mit dem Bundestrainer zusammen sehr wichtig. Wann wir Regenerationsphasen haben, wann das Techniktraining und wann das Leistungstraining im Vordergrund steht, sind dabei die größten Entscheidungen.“
Stark: „Dadurch, dass wir keine klar abgegrenzte Saison wie in vielen anderen Sportarten haben, ist es für uns natürlich ein wenig speziell, und die Wettkampfphasen ziehen sich gefühlt durch das ganze Jahr. Gleichzeitig verschieben sich die Schwerpunkte aber auch je nach Zeitraum, in manchen Monaten steht das Luftgewehr stärker im Fokus, in anderen wiederum eher das Kleinkaliber und phasenweise auch beides parallel. Ich versuche mir daher bewusst Schwerpunkte zu setzen, um meine Leistung zu den entscheidenden Wettkämpfen abrufen zu können, während andere Phasen eher für den Aufbau und die Entwicklung genutzt werden.“
Das ganze Jahr über bei 100 Prozent zu sein, ist nicht möglich. Was sind eure Schwerpunkte in diesem Jahr? Wann und wo wollt ihr voll da sein?
Peter: „Der Saisonhöhepunkt ist auf jeden Fall die WM. Und alle Wettkämpfe bis dahin nutze ich als Vorbereitung, um zu testen, auf welchem Stand ich bin.“
Stark: „Grundsätzlich ist der wichtigste Schwerpunkt in diesem Jahr die Weltmeisterschaft, da mit diesem Wettkampf auch die Vergabe der Quotenplätze startet.“

Nele, du hast mit Silber beim Weltcup in Granada voll überzeugt, Florian, du hinkst deinen Top-Leistungen noch etwas hinterher. Wie zufrieden seid ihr aktuell mit eurer Performance?
Peter: „Mit der Performance bin ich aktuell nicht ganz zufrieden, mit meiner Entwicklung jedoch schon. Ich habe nach der EM-Qualifikation technisch einiges umgestellt, und da läuft die Entwicklung gerade sehr gut.“
Stark: „Der zweite Platz in Granada war natürlich ein schöner Erfolg und hat mir gezeigt, dass ich mich gut entwickelt habe. Ich bin aktuell mit meinen Leistungen zufrieden und freue mich, dass ich diese auch stabilisieren konnte.“
Wie wichtig war es, jetzt noch einmal kurz vor der EM in Pilsen die Form unter Wettkampfbedingungen zu überprüfen?
Peter: „Gerade durch die technischen Umstellungen bei mir war der Wertkampf in Pilsen sehr wichtig, um den aktuellen Stand nochmals zu prüfen. Eine Generalprobe quasi.“
Stark: „Die Wettkämpfe in Pilsen waren zur Vorbereitung für die EM für mich sehr wichtig. Ich konnte noch einmal in der Qualifikation sowie im Finale prüfen, wie stabil meine Abläufe unter Druck funktionieren und auf welche Punkte ich ggf. noch fokussierter achten muss. Außerdem konnten wir uns hier mit einem Finaleingang von 590 auf Top-Niveau messen, und genau solche Bedingungen sind extrem wertvoll, um den eigenen Leistungsstand für die EM einordnen zu können.“
Ihr geht auch als Titelverteidiger an den Start: Du im Einzel Florian, du im Teamwettbewerb, Nele. Hat der vergangene Erfolg Auswirkungen auf das Kommende?
Peter: „Es gibt einem schon ein gutes Gefühl für den Wettkampf, aber ich weiß auch, dass die nationale und internationale Konkurrenz nicht schläft. Es wird also wieder ein anspruchsvoller Wettkampf.“
Stark: „Der Team-Titel ist natürlich eine schöne Erinnerung und gibt Selbstvertrauen sowie Motivation mit, aber letztendlich zählt dieser im neuen Wettkampf nicht mehr. Der vergangene Erfolg hilft, da man Erfahrung sammeln konnte, aber am Ende zählt nur, wie gut man es diesmal umsetzt.“
Wenn ihr Mitte Mai aus Osijek wieder mit einer gewissen Zufriedenheit abreist, was ist euch dann bei der EM gelungen?
Peter: „Dass ich im Vorkampf und Finale meine Technik und Leistung gut abrufen konnte. Im besten Fall nehme ich eine Medaille mit nach Hause oder verteidige meinen Titel.“
Stark: „Wenn ich von der Europameisterschaft mit einer Zufriedenheit abreise, dann habe ich mein Leistungsniveau im richtigen Zeitpunkt abrufen können. Für mich bedeutet das neben einem zufriedenstellenden Ergebnis und einer möglichen Finalteilnahme auch saubere technische Abläufe und mentale Stabilität.“
Das deutsche Team in Osijek
Gewehr: David Koenders (Neubiberg), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen), Lisa Grub (Weingarten), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Benedikt Ascher (Waldkirchen), Florian Beer (Mähring), Moritz Faltinat (Wunstorf), Alexander Karl (Eschede), Anabell Dörsam (Heppenheim), Katrin Grabowski (Niedernhausen-Engenhahn), Xenia Mund (München), Finnja Rentmeister (Voerde)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen), Fiete Kühn (Stralsund), Phillip Liebrecht (Isernhagen), Arne Schallus (Suhl), Lydia Böhmer (Mönchengladbach), Aileen Pitschke (Erfurt), Franziska Thürmer (Witzenhausen), Lucy Wernecke (Dresden)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Marco Hilger, Karsten Hees, Thomas Zerbach, Lars Walker, Helmut Hoffmann, Katja Kutzeck, Lucas Jourdan, Thomas Abel, Marco Kleer, Hanne Aslanidis, Philipp Hasse, Burak Yilmaz
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