International

Manfred Kurzer mit Weltrekordleistung beim IWK in Suhl

19.07.2004 00:00

Beim Internationalen Wettkampf der Laufenden Scheibe in Suhl hat es aus deutscher Sicht herausragende Ergebnisse gegeben. Manfred Kurzer (Frankfurt/Oder/Foto) gelang dabei im abschließenden zweiten Wettkampf mit 588 Ringen im Vorkampf sogar die inoffizielle Einstellung des Weltrekords, den Igor Kolesow (Russland) und Ling Yang (China) gemeinsam halten. Nach 99,4 Ringen im Finale sicherte sich der 34-jährige Sportsoldat auch mit 687,4 Ringen den Gesamtsieg in diesem Wettbewerb.

 

Die 588 Ringe werden jedoch nicht in den Listen des Internationalen Schießsport Verbandes (ISSF) auftauchen, da internationale Bestleistungen nur bei Welt- und Kontinentalmeisterschaften sowie Weltcups erzielt werden können.
 
Auch Michael Jakosits (Homburg) zeigte eine tadellose Leistung und sorgte nach 585 Ringen im Vorkampf und einem Endrundenergebnis von 99,2 Ringen mit 684,2 Ringen für einen deutschen Doppelsieg in einem hervorragend besetzten Teilnehmerfeld, in dem aus der kompletten Weltelite nur die Schützen aus China fehlten. Auf dem dritten Rang wurde Igor Kolesow mit 683,6 Ringen notiert.
 
Kleine Notiz am Rande, die zeigt, wie hochklassig dieser Wettbewerb vier Wochen vor Eröffnung der Olympischen Spiele war: der Siebtplatzierte, Maxim Stepanow (Russland), kam mit einem Resultat von 583 Ringen nicht mehr in das Finale der besten Sechs. Ein Ergebnis, das normalerweise jederzeit zum Erreichen der Endrunde genügen würde.
 
Bundestrainer Reinhard Rüger konnte dementsprechend ein äußerst positives Fazit unter die Veranstaltung ziehen: „Es war ein richtiger Jahrhundert-Wettkampf, den wir hier gesehen haben. Besonders wichtig war es für das Selbstvertrauen von Manfred Kurzer, denn beim ersten Wettkampf war er mit 579 Ringen Siebter geworden und hatte dabei zwei Ausrutscher mit einer Vier und einer Sieben. Die Wettkämpfe haben deutlich gezeigt, dass sich alle Spitzenschützen intensiv auf die Olympischen Spiele vorbereitet haben.“
 
Mit der besten Leistung aller Teilnehmer im Schnelllauf von 295 Ringen setzte sich Michael Jakosits (Foto links) am ersten Tag des IWK’s an die Spitze des Feldes und zog mit 586 Ringen als Führender in das Finale der besten sechs Schützen ein. Der Olympiasieger von 1992 in Barcelona zeigte auch in der Endrunde mit exakt 100,0 Ringen das zweitbeste Resultat und gewann mit insgesamt 686,0.
 
Miroslav Janus (Tschechische Republik) gewann in diesem Wettbewerb mit 684,6 Ringen den zweiten Platz vor Attila Solti (Guatemala), der mit 680,0 Ringen auf den dritten Platz kam.
 
Ex-Weltrekordler Manfred Kurzer, die zweite Olympiahoffnung des Deutschen Schützenbundes in dieser Disziplin, verpasste nach 292 Ringen im Langsamlauf und 287 Ringen im Schnellauf, wie bereits von Reinhard Rüger erwähnt, mit 579 Ringen ganz knapp die Endrunde. Mit einem Ring mehr hätte er das Finale erreicht. Für Manfred Kurzer blieb am Ende Rang sieben, wobei er jedoch so starke Schützen wie die beiden Russen Dmitri Lykin und Alexander Blinow sowie die beiden schwedischen Spitzenathleten Emil Andersson und Niklas Bergström hinter sich lassen konnte.
 
Bei den Junioren gab es über die nichtolympische 50-Meter Distanz einen dreifachen Sieg für den Nachwuchs aus der Tschechischen Republik. Bedrich Jonas siegte mit 587 Ringen vor Tomas Caknakis, der 586 Ringe erzielte und Jan Papez kam mit 581 Ringe auf den dritten Platz.
 
Dahinter auf den Rängen vier bis sechs das Trio des Deutschen Schützenbundes mit Martin Jahn (Erfurt/580 Ringe), Nils Poltermann (Kuhnhausen/579 Ringe) und Peter Willert (Elxleben/577 Ringe).
 
Die kompletten Resultate des Internationalen Wettkampfs der Laufenden Scheibe in Suhl finden Sie hier.