Bundesliga

Meistertitel an Berlin nach drittem Stechen

24.02.2007 00:00

Spannender hätte das Finale der Bundesliga im Bogenschießen im saarländischen Lebach nicht sein können. Drei Stechen brauchte es, bis dass der neue Deutsche Meister mit Bergmann Borsig Berlin feststand.

 

In einem dramatischen Finale hatte das Berliner Damenteam gegen die Herren vom SV Querum während der gesamten Partie in Führung gelegen. 58:57 stand es nach den ersten sechs Pfeilen, 118:115 sogar nach der Hälfte der Partie. Doch die Niedersachsen fanden in die Begegnung zurück. Nach der vorletzten Passe hatten sie den Rückstand auf 173:175 verringert.

In der letzten Passe wurde es brisant, denn nachdem Karina Winter mit zwei Zehnern vorlegte und Elena Richter eine Zehn und eine Neun erzielte, schloss Lisa Unruh für Berlin mit zwei Neunern ab. Zunächst sah es so aus, als sollten die Berlinerinnen mit einem Punkt gewonnen haben – Michael Frankenberg hatte mit zwei Neunern begonnen, danach hatten Thomas Zeh und Florian Floto vier Mal die Zehn getroffen – doch dann wurde von den Kampfrichtern die Ringzahl für Querum um einen Zähler erhöht.

Eine vermeintliche Neun von Vize-Europameister Michael Frankenberg war doch eine Zehn, damit stand es im Gesamtergebnis 232:232 und das Stechen musste die Entscheidung bringen. Die ersten beiden Shoot-offs, bei denen jeder Schütze einen Pfeil abgeben musste, gingen jeweils 29:29 aus, eher der dritte Anlauf mit 30:29 für Bergmann Borsig Berlin die endgültige Entscheidung brachte.

Lisa Unruh, die als dritte Berliner Schützin den Sieg nach Hause brachte: „Es war ein sagenhaftes Gefühl, vorne am Stand zu stehen. Man hofft immer nur, dass die unsichere Zehn, die man auf der Anzeigetafel sieht, endlich mal eine richtige Zehn ist. Beim dritten Mal hat es ja dann auch geklappt.“

Karina Winter, die jeden Wettkampf als erste Schützin eröffnete: „Einfach toll, dass wir Meister sind. Als Erste bist du immer bemüht, mit der besten Leistung die anderen Mannschaftskameradinnen ins Rennen zu schicken und ich glaube, das ist mir heute ganz gut geglückt. Das Stechen über wir manchmal, da ist sowieso dann auch viel Glück im Spiel.“

Meistertrainerin Irene Abel: „Eine tolle Mannschaftsleistung. Ich habe ein super Team, auf das man sich Hundert Prozent verlassen kann. Die Mädels haben eine herausragende Leistung hier gezeigt. Ich bin überglücklich.“

Dritter wurde die SGI Welzheim durch ein 227:223 gegen den SV Dauelsen. Zunächst sah nichts danach aus, dass der Rekordmeister aus Baden-Württemberg diese Partie gewinnen könnte, denn die Dauelser lagen während des ganzen Matches immer ein bis zwei Ringe in Führung.

In der letzten Passe jedoch schoss Henning Lüpkemann eine Sechs und machte dadurch den Weg für das Team um Anja Hitzler frei. Die Nationalmannschaftsschützin und der luxemburgische Spitzenschütze Jeff Henckels gaben sich keine Blöße mehr und sicherten der Schützengilde Welzheim den Sieg. Selbst Sebastian Rohrberg konnte zum Abschluss seiner Mannschaft nicht mehr helfen.

Interessierter Beobachter der Endrundenwettkämpfe war der Ministerpräsident des Saarlandes Peter Müller (Foto 2.v.r. mit DSB-Präsidiumsmitglied Ute Krämer), der selbst eine gute Beziehung zum Bogenschießen hat, wie er im Gespräch verriet: „Es ist ein hochattraktiver Sport, den auch mein Sohn gelegentlich ausübt. Daher habe ich eine Affinität zum Bogenschießen. Natürlich habe ich unseren Saarländern aus Dörsdorf den Daumen gedrückt, denn Dörsdorf ist ein direkter Nachbar zu meinem eigenen Wohnort. Die Atmosphäre hier in der Halle hat mich sehr beeindruckt, es ist eine sehr schöne Veranstaltung.“

Im Halbfinale siegte Bergmann Borsig Berlin unter den Augen des Ministerpräsidenten mit 232:225 gegen die Schützengilde Welzheim und in der zweiten Vorschlussrunde bezwang der SV Querum im „Nord-Duell“ seinen ewigen Widersacher, den SV Dauelsen, mit 230:226.

Dauelsens Trainer Andreas Hehenberger: „Mit Blumen und damit nur als Vierter dazustehen, ist immer etwas schwierig. Wenn man sich aber unsere Ergebnisse heute ansieht, muss man feststellen, dass es einfach bei uns nicht rund lief. Im Finale waren drei große Mannschaften und heute mit dem SV Dauelsen ein Kleiner.“

Auch Bundestrainer Martin Frederick konnte von der Veranstaltung und vor allem von der Leistung seiner Nationalmannschaftsschützen ein positives Fazit ziehen: „Nicht nur im Finale, auch in den Vorkämpfen gab es Topergebnisse. Wir haben heute hier Supersport gesehen. Vor allem freut es mich natürlich, dass die Schützinnen und Schützen, die mit zur Hallen-WM nach Izmir fahren, so gut geschossen haben.“

Die kompletten Ergebnisse vom Bundesligafinale Bogen in Lebach finden Sie hier.

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