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Neues Reisebanner für den Deutschen Schützenbund

16.05.2014 09:41

Im Rahmen der Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen des Deutschen Schützenmuseums wurde im Roten Salon von Schloss Callenberg in Coburg das neue Reisebanner des Deutschen Schützenbundes seiner Bestimmung übergeben. Es ist eine handgestickte, verkleinerte Version des großen Bundesbanners, die das Hamburger Unternehmen Fahnen Fleck stiftet.

Das Bundesbanner nimmt - ähnlich wie die Präsidentenkette oder das Adlerwappen – eine besondere Stelle in der Verbandssymbolik des Deutschen Schützenbundes ein. Das gleiche wird künftig für das Reisebanner gelten. DSB-Vizepräsident Tradition und Brauchtum Hans-Heinrich von Schönfels sprach denn auch von einer „Sternstunde in der Geschichte des Deutschen Schützenbundes“, als er in die Enthüllungszeremonie einführte.

Für die Idee, neben dem großen, sehr schweren und aufwändig zu transportierenden Bundesbanner ein handlicheres Reisebanner anzuschaffen, gebe es ein historisches Vorbild, führte der Vizepräsident aus. Die „alte Reisefahne des Deutschen Schützenbundes, deren Anschaffung 1903 angeregt, in der Gesamtvorstandssitzung vom 25. April 1905 beschlossen wurde, und die beim 15. Bundesschießen in München 1906 zum ersten Mal gezeigt wurde“, habe zwar den Krieg überdauert und hänge jetzt im Deutschen Schützenmuseum, für einen öffentlichen Einsatz komme sie aber nicht mehr in Frage. Deshalb und weil „eine Fahne des Deutschen Schützenbundes bei Festumzügen und offiziellen Anlässen vermisst“ werde, habe der Hessische Schützenverband den Antrag gestellt, ein neues Reisebanner anzuschaffen.

Der Gesamtvorstand stimmte zu und der Hamburger Hersteller Fahnen Fleck wurde beauftragt, eine Fahne anzufertigen, die identisch mit dem Bundesbanner, jedoch transportabel sein sollte. „Als diese fertig gestellt war“, so Hans-Heinrich von Schönfels, „hatte der Firmeninhaber Andreas Fleck eine Überraschung für den Deutschen Schützenbund: Er spendete das Reisebanner mit allem Zubehör. Und wer schon einmal eine Fahne fertigen ließ, der weiß, welch ein Wert dahinter steckt.“ Auch die Schützenfigur in der Montur des 19. Jahrhunderts auf der Spitze des Reisebanners ist ein Geschenk – von der Firma Steinhauer und Lück in Lüdenscheid.

Andreas Fleck war als Geschäftsführender Gesellschafter von Fahnen Fleck selbst anwesend und begründete die Entscheidung seiner Firma, dem Deutschen Schützenbund das neue Verbandssymbol kostenlos zu überlassen. Im Jahr 1882 von seiner Urgroßmutter, der Stickereimeisterin Maria Fleck in Hamburg gegründet, so Andreas Fleck, sei das Unternehmen heute „stolz auf 132 Jahre hanseatische Stetigkeit und technische Innovation“. Seit über 60 Jahren beliefere Fahnen Fleck die deutschen Schützenvereine und Verbände, „nahezu die Hälfte der Zeit unserer Unternehmensgeschichte“. Es sei ihm deshalb „eine sehr große Freude“, sagte Andreas Fleck unter starkem Beifall, „als vierte Generation des Unternehmens heute dem Deutschen Schützenbund ein neues Bundesreisebanner stiften zu können.“

Lautstark begleitet von den Tennenloher Böllerschützen im Rosengarten von Schloss Callenberg enthüllten daraufhin Andreas Fleck (Foto links) und DSB-Präsident Heinz-Helmut Fischer (Foto rechts) das Rei-sebanner. Beste Grundmaterialien, handgestickte Schriften aus Goldgespinsten, Applikationen aus reiner Fahnenseide, zusammengefügt in rund 200 Arbeitsstunden wurden sichtbar.

Bei der ökumenischen Fahnenweihe stellte der katholische Pastoralreferent Tobias Bienert fest, dass das Schützenwesen tief im christlichen Weltbild verwurzelt sei. Das neue Banner habe in erster Linie gemeinschaftsbildende Funktion. Es verdeutliche die primären Tugenden der Schützinnen und Schützen, und das seien „sportlicher Ehrgeiz, vor allem aber Gemeinschaftssinn, Zusammenhalt, Fairness, Offenheit und Toleranz sowie Verantwortungsbewusstsein für die Allgemeinheit."

Beitrag: Stefan Grus
Foto: Oliver Reidegeld