National

Neues Tandem im deutschen Sommerbiathlon

27.05.2004 00:00

An der Spitze der Disziplin Sommerbiathlon im Deutschen Schützenbund stehen seit Anfang des Monats mit dem kommissarischen Referenten Frank Hübner (Riemst) und Coach Jörg Brandt (Garmisch-Partenkirchen) zwei neue Verantwortliche.

 

Der Wechsel wurde notwendig, weil der bisherige DSB-Referent Ernst Spannuth, der seit 1997 die Geschicke dieser Sportart leitete, sich verstärkt anderen Aktivitäten widmen und verdientermaßen etwas mehr persönliche Freizeit genießen wollte. „Der Wechsel an der Spitze war von langer Hand geplant. Mit 67 Jahren sollte man dann auch den Jüngeren Platz machen,“ so Ernst Spannuth, in dessen Amtszeit der Sommerbiathlon eine äußerst positive Entwicklung nahm.
 
Frank Hübner (Foto rechts) hat die letzten Jahre schon zusammen mit Ernst Spannuth gearbeitet, daher ist der Wechsel nun auch kein Neubeginn, sondern Fortführung einer bewährten Planung, wobei der neue Mann doch in Detailfragen zu differenzieren weiß: „Ich unterscheide zwischen dem Spitzensport und dem Breitensport in unserer Disziplin. Im Spitzenbereich müssen wir unsere Arbeit intensivieren und die knappen finanziellen Ressourcen so bündeln, dass wir optimale Ergebnisse erzielen, die unseren besten Athleten zugute kommen.
 
Im Breitensport müssen wir verstärkt Dokumentationsarbeit leisten, das heißt, wir müssen systematisch Trainingspläne entwerfen und aufstellen, um so den Übungsleitern in den Vereinen die Möglichkeit geben, sich intensiver als bisher mit dem Sommerbiathlon zu befassen. Darüber hinaus müssen wir mit dem Sommerbiathlon in die Innenstädte, hin zu den Menschen, um ihnen die Faszination dieser Disziplin näher zu bringen. Projekte wie zum Beispiel in Aachen 2003, als wir einen Sommerbiathlonwettbewerb im Kurpark stattfinden ließen, sind dazu hervorragend geeignet.
 
Wir werden mit den Referenten in den Landesverbänden enger zusammenarbeiten und auch mit den verantwortlichen Trainern vor Ort. Hier sind Kapazitäten, die wir intensiver miteinbeziehen wollen, um zu einer breiteren Basis zu kommen.
 
Natürlich werde ich versuchen, um noch mehr Verständnis für unsere noch junge Sportart im Deutschen Schützenbund zu werben, da wird noch eine Menge Kommunikation nötig sein. Durch die Dynamik, die in unserem Sport steckt, denke ich persönlich, und ein sehr positives Gespräch mit Präsident Josef Ambacher am Rande des Deutschen Schützentages in Coburg macht mich in dieser Hinsicht sehr optimistisch, dass für den Sommerbiathlon in unserem Verband eine gute Perspektive besteht. Für die nächste Zukunft wird es wichtig sein, dass der Sommerbiathlon einen Projektstatus bekommt, über den wir dann effizient arbeiten können.“
 
Jörg Brandt (Foto unten rechts, im Gespräch mit D. Liedtke und M. Genz), der den bisherigen Chefcoach Karl-Heinz Wolf (Oberhof) ablöst, war bisher als Nachwuchsreferent Biathlon im Deutschen Skiverband erfolgreich tätig und darüber hinaus 12 Jahre lang als Sportwart verantwortlich für den Winterbiathlon im Bayerischen Skiverband. Ein erfahrener Trainer, der vor allem die jungen Sommerbiathleten im Deutschen Schützenbund durch sein umfangreiches Wissen in Theorie und Praxis der Sportart, aber auch auf pädagogischer Ebene motivieren, fördern und fordern wird.
 
Der ehemalige Oberstleutnant der Bundeswehr über seine neue Tätigkeit und seine Ziele mit der Mannschaft: „Da die diesjährige Saison ja bereits begonnen hat, habe ich mir vorgenommen, als Schwerpunkt in den nächsten Monaten, die Leistungen der derzeitigen Kaderathleten zu verbessern, um dann im kommenden Trainingsjahr, das im Oktober bzw. November beginnen wird, ein neues System der Ausbildung einzuführen.
 
Wir wollen im nächsten Winter alle zwei Monate einen Lehrgang für unsere Kadersportler stattfinden lassen, wobei natürlich hierbei das Finanzielle mit dem Machbaren in Einklang gebracht werden muss. Auf diesen Lehrgängen werden dann die Leistungen der letzten zwei Monate im Schießen und in der Athletik überprüft und gleichzeitig wird die Trainingsplanung für den nächsten Trainingszyklus, der wiederum zwei Monate dauert, besprochen, damit unsere Sommerbiathleten genau wissen, was sie in den Trainingseinheiten zuhause zu machen haben. Sie sollen mit immer mehr Erfahrung in den nächsten Ausbildungsabschnitt hineingehen, in der Hoffnung, dass sich die Schieß- und auch die Laufleistungen stetig weiter verbessern werden.
 
Mein zweites Ziel, das ich auch mit DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann besprochen habe, ist, dass wir Grundlagen schaffen, sowohl für die sportliche Ausbildung als auch für die Trainerausbildung, um den gesamten Sommerbiathlon im Deutschen Schützenbund auf eine breitere Basis insbesondere im Kleinkaliberbereich zu stellen.“