International

Newcomer überrascht beim ISAS in der Königsdisziplin

24.03.2003 00:00

Der aktuelle Olympiasieger Rajmond Debevec (Slovenien/Foto), der aktuelle Olympiazweite Harald Stenvaag (Schweden), sowie die der Olympiavierte und Lokalmatador Maik Eckhardt (Dortmund), gaben sich beim 19. Internationalen Saisonauftakt der Sportschützen an der Eberstrasse in Dortmund im Wettbewerb Freie Waffe die Ehre.

In dieser Königsdisziplin des Gewehrschiessens werden jeweils 40 Schuss in den Positionen liegend, stehend und kniend auf die 50 m Distanz mit dem Gewehr abgegeben. Nach dreistündigem Wettkampf fand sich auf dem ersten Platz ein Unbekannter wieder. Der Schwede Roger Hansson, bisher international noch nicht sonderlich in Erscheinung getreten, errang 1.174 Ringe (399 liegend/382 stehend/393 kniend) und konnte ringgleich mit dem aktuellen Vizeweltmeister Konstantin Prichodchenko aus Russland (395/389/390) in das Finale der acht besten Schützen einziehen.

Prichodchenko verbuchte hierbei das bessere Ende für sich. 98,4 Ringe sicherten ihm am Ende einen Vorsprung von 1,1 Ringen auf den Schweden. Hansson freute sich dennoch über seine ersten internationale Platzierung. Auf Rang drei landete der Drittplatzierte der letzten Europameisterschaften, Denys Chumachenko aus der Ukraine (1.170/97,2).

Olympiasieger Rajmond Debevec vermeldete zwar mit 99,9 Zählern das beste Finalergebnis, da er aber mit einem Rückstand von 7 Ringen auf einen Medaillenplatz in das Finale eingezogen war, konnte er sich nicht verbessern. Lokalmatador und Vorjahressieger Maik Eckhardt wurde mit 1.159 Ringen 18.

Den am stärksten frequentierten Wettkampftag erlebte der diesjährige Internationale Saisonauftakt der Sportschützen am gestrigen Sonntag. 226 Schützinnen und Schützen waren angetreten um in der Disziplin 60 Schuss liegend die Sieger zu ermitteln. Nur 10,4 mm misst die in 50 Meter Entfernung wartende Zehn. Neuner sind in diesem Wettbewerb ein absolutes Tabu. In diesem Jahr durfte bei den Herren nur 4 mal eine Neun am Scheibenmonitor aufblinken, wenn man in das Finale der besten acht einziehen wollte. Und auch dann mussten noch die letzten Zehnerserien über den Einzug in das Finale entscheiden. Gleich acht Schützen wiesen am Ende ein Resultat von 596 Ringen vor. Arthur Ayvazyan aus der Ukraine setzte noch einen Ring drauf und Sergei Martynov aus Weißrussland gelang fast das Optimum. Nur ein einziges mal vermeldete sein Scheibenrechner eine Neun. Glänzende 599 Ringe bedeuteten neben einem Topresultat auch komfortable zwei Zähler Vorsprung für das Finale. Platz zwei bis acht trennte hingegen nur 1 Ring, Hochspannung war vorprogrammiert.

Der Däne Torben Grimmel zeigte, das auch im Liegendwettbewerb Aufholjagden möglich sind. Mit 105,46 erzielte er nicht nur das beste Finale, er konnte sich auch noch Ayvazyan vorbeikämpfen (103,4) und sich somit vom siebten auf den zweiten Rang vorkämpfen. Martynov blieb jedoch nach einem Finale von 104,6 für die übrigen Schützen unerreichbar.

Bei den Damen, die im Liegendwettbewerb kein Finale schießen, siegte die Ukrainerin Lesya Leskiv (596) vor der US-Amerikanerin Mary Elsass und ihrer ukrainischen Mannschaftskollegin Natalya Kalnish (beide 594).

Die Juniorenwertung konnte Matt Rawlings, der bereits mit dem Luftgewehr gewonnen hatte, für sich entscheiden. Mit 595 Ringen gewann er souverän vor dem Dortmunder Nachwuchstalent Martin Wiesenack (593) und dem Norweger Bjarne Muri (592).

Der Inder Abhinav Bindra (Foto links) belohnte im Luftgewehrwettbewerb die rund 400 Zuschauer mit einem Standrekord von fabelhaften 599 Zählern. 59 mal traf der 21-jährige die 10 Meter entfernte und nur 0,5mm große Zehn, nur ein mal verfehlte er dieses Ziel knapp. Zwei Ringe Vorsprung nahm er mit in das Finale der besten acht Schützen. Auch hier bewies Bindra seine Weltklasse und baute mit 105,0 Zählern seinen Vorsprung aus. Seinen zweiten Platz behauptete der Weißrusse Vitaly Bubnovich mit 102,7. Die Überraschung gelang dem Niederländer Dick Boschmann. Der für ABC Münster in der Bundesliga startende Routinier kämpfte sich mit 103,7 Ringen im Finale von Rang sieben auf Rang drei vor.

Auch die Luftgewehrschützinnen boten den Zuschauern Sport der Spitzenklasse. Gleich 45 Teilnehmerinnen konnten die Schallmauer von 390 Zählern knacken. 396 Zähler genügten nicht, um in das Finale zu gelangen. Nur zwei Ringe trennten die acht führenden Damen vor der Endrunde, eine perfekte Ausgangssituation für ein spannendes Finale. Hier zeigten die Damen, dass sie in Punkto Leistungsfähigkeit den Herren in nichts nachstehen. 105,3 Ringe erreichte die Russin Ljubov Galkina, 0,3 Zähler mehr als zuvor Bindra im Herrenwettbewerb. Sie konnte  ihren Rückstand von einem Ring auf Agnieszka Staron wettmachen und verwies die Polin auf Rang zwei. Dritte wurde die Russin Tatiana Goldobina, die sich mit 104,2 und einem Vorkampfergebnis von 396 vom 8. Platz vorarbeitete. Für Britta Großecappenberg (Hamm) blieb nach 101,2 leider nur Rang 7.

Alle Ergebnisse und auch Startlisten, Presseinfos und Fotos können auf der speziell für den ISAS eingerichteten Internetseite www.wsb-home.de/isas abgerufen werden. (fr)