Bundesliga

Ötlingen widersteht dem Ansturm der Etablierten

01.11.2009 22:01

Die Sportschützen des TSV Ötlingen ziehen an der Tabellenspitze der Bundesliga Luftpistole Gruppe Süd weiter einsam ihre Kreise. Nach dem zweiten Wettkampfwochenende sind die Schwaben das einzige noch ungeschlagene Team und führen die Tabelle mit 8:0-Zählern an. Mit Können und einer großen Portion Glück sicherte sich das Team von Sportleiter Joachim Poppeck am zweiten Wettkampfwochenende die beiden Siege.

Daniel Barner (Foto) war der Held am Samstagabend. Gegen die SGi Waldenburg stand es 2:2, nachdem in dem insgesamt heiß umkämpften Match Mauro Badaracci und Jörg Kobarg für Ötlingen und Maria Grozdewa sowie Michael Heise für Waldenburg gepunktet hatten. Der ehemalige Berliner Barner hatte gegen Wolfgang Rennen an Position fünf ein 370:370-Remis erzielt und musste ausgerechnet gegen Renner, der den Waldenburgern in vielen Nervenschlachten gerade auch während des Finales einige große Siege beschert hatte, ins Stechen. Und es wurde eine Nervenschlacht, denn die ersten drei Stechschüsse auf volle Ringzahl brachten noch keine Entscheidung, so dass der vierte Schuss und damit die Zehntelwertung den Ausschlag geben musste. Und jetzt endlich durfte ein Team jubeln, Barner brachte mit 10,4:9,1 die Punkte für Ötlingen unter Dach und Fach.

In der Mehrzweckhalle im Weiler Ortsteil Ötlingen, beim Heimkampf des ESV Weil am Rhein, kam es am Sonntag zum Derby. Obwohl die favorisierten Ötlinger mit 4:1 gewannen, stand das Match fast noch mehr als am Vortag auf des Messers Schneide. Zwei Zähler, durch Patrik Lengerer und Leo Braun gegen Markus Abt und Jan Brunner, gewannen die Ötlinger mit gerade einem Ring Vorsprung, und Jörg Kobarg punktete gegen Christian Schebesta nach 376:376-Remis erst im Stechen mit 10:9.

Weil hatte damit um ein Haar eine optimale Ausbeute im Heimkampf und damit eine komfortable Ausgangsposition im Abstiegskampf verpasst. Das Team von Trainer Hans Blaschka hatte schon am Vortag aufhorchen lassen. Gegen die zu diesem Zeitpunkt ungeschlagenen Ludwigsburger heimsten die Südbadener beim 3:2 zwei nicht unbedingt eingeplante Zähler ein. Matchwinner war hier noch Christian Schebesta (Foto) gewesen, der hauchzart mit 378:377 gegen Florian Brunner gewann.

Die Ludwigsburger verbrachten ein rabenschwarzes Wochenende. Denn nach der knappen 2:3-Niederlage setzte es einen Tag später wieder eine, allerdings nicht so knappe 2:3-Niederlage gegen Waldenburg. Denn die Einzelerfolge der Schwaben durch Grozdewa, Michael Heise und Wolfgang Renner fielen recht deutlich aus.

Härtester Verfolger der Ötlinger ist der SV Kelheim-Gmünd. Das Team von Trainer Thomas Karsch landete in Altheim-Waldhausen zwei glatte Siege. Gegen die Gastgeber musste der Titelverteidiger allerdings am Samstag ein wenig zittern, bis der 375:373-Erfolg von Tobias Piechaczek über Holger Haile unter Dach und Fach war – er bedeutete den dritten Zähler. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr aus China vom Weltcupfinale war Munkhbayar Dorjsuren schließlich noch nicht in Topform und brachte ihrer Einzelpunkt nach 373:373-Remis gegen Franz Roth erst nach dem 9:8-Sieg im Stechen in die Scheu. Einen Tag später schafften die Kelheimer zwar ein auf dem Papier deutliches 5:0 über Ulrichshögl – doch auch diesmal wurde bei dem Team aus dem Regensburger Raum nahezu bis zum letzten Schuss um den Sieg gezittert. Monika Karsch (Foto) und Jasna Sekaric gewannen nur mit einem Zähler Vorsprung gegen Manuel Heilgemeier und Regina Altbauer, und Christoph Schultheiß machte an Position eins seinen Zähler erst im Stechen perfekt, nachdem er gegen Ulrichshögls Italiener Vigilio Fait ein 379:379-Unentschieden erzielt hatte.

Ulrichshögl blieb durch die knappe Niederlage in der Abstiegszone gefangen. Etwas Luft hatte sich das Team von Trainer Andreas Trommer am Vortag verschafft, als mit dem 4:1 über Dynamit Fürth der erste Saisonsieg gelang. Die Südbayern boten eine Glanzleistung mit einem Schnitt von nahezu 379 Ringen, den Vogel ab schoss Vigilio Fait mit 388 Ringen. Nur Fürths Claudia Verdicchio setzte sich auf Seiten der Franken durch.

Ihren Platz im Tabellenmittelfeld behaupteten die Fürther am nächsten Tag gegen Altheim-Waldhausen mit einem klaren und an keiner Position ernsthaft gefährdeten 5:0-Erfolg. Die Gastgeber hingegen zeigten eine schwache Vorstellung und bangen um den Klassenerhalt, vor allem weil nur der Schweizer Paddy Gloor in ihren Reihen die Marke von 370 Ringen knackte. Der Abstiegskampf mit drei Teams – neben Altheim-Waldhausen Weil und Ulrichshögl –, die erst einen Sieg aufweisen, verspricht ungeheuer spannend zu werden. 

    

Bericht: Harald Strier

Die Ergebnisse finden Sie auf den Bundesligaseiten des
Deutschen Schützenbundes.