Weltcup

Olympia-Entscheidung im Wettbewerb Sportgewehr gefallen

24.05.2016 11:05

In der ersten Entscheidung des vorletzten Tages beim Weltcup für Gewehr und Pistole des Internationalen Schießsportverbandes ISSF auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück ging es im Wettbewerb Sportgewehr der Damen um zwei weitere Olympiatickets.

Nach Abschluss des Wettkampfes wird der Deutsche Schützenbund dem Deutschen Olympischen Sportbund Eva Roesken (Ehrenkirchen/Foto) und Barbara Engleder (Triftern) für die Nominierung im Wettbewerb Sportgewehr in Rio de Janeiro (Brasilien) vorschlagen.

Eva Rösken kam mit 583 Ringen auf den neunten Platz und verfehlte das Finale nur aufgrund der schlechteren Innenzehnerbilanz. Sie war mit 196 Ringen im Kniendanschlag gestartet, ließ 193 Zähler in liegender und 194 Ringe in stehender Position folgen.

„Es war ein harter Ausscheidungswettkampf, der hier bei widrigen Witterungsbedingungen für mich ein glückliches Ende gefunden hat“, so Eva Rösken glücklich strahlend, „natürlich war es hier vordergründig ein Weltcup, aber ich hatte die Olympiaqualifikation die ganze Zeit im Kopf, das kann man nicht verdrängen. Jetzt bin ich natürlich sehr froh, dass ich in Rio an den Start gehen darf und werde in den kommenden Wochen noch hart trainieren, um bei den Olympischen Spielen nicht nur einfach teilzunehmen, sondern auch vorne mitzumischen.“

Barbara Engleder, die bereits auch im Wettbewerb Luftgewehr für den DSB in Rio bei den Olympischen Spielen an den Start gehen soll, eröffnete ihren Wettkampf heute bei sehr kaltem Wetter mit 193 Ringen kniend. Nach 196 Zählern liegend und weiteren 193 Ringen stehend kam sie mit 582 Ringen im Gesamtklassement auf den 13. Platz.

Beate Köstel (Odenheim), unter ihrem Mädchennamen Gauß vielleicht bei vielen Anhängern des Schießsports besser bekannt, konnte heute den kleinen Vorsprung in der Olympiaqualifikation, den Eva Rösken vor ihr hatte, nicht mehr aufholen.

Nach 193 Ringen in kniender Position, 197 Zählern liegend und 190 Ringen im abschließenden Stehendschießen kam die vierfache Weltmeisterin von Granada (Spanien) 2014 mit 589 Ringen auf Platz 25 und in der internen DSB-Qualifikation nur auf Rang drei.

„Ich gönne es Eva von ganzem Herzen“, sagte Beate Köstel nach dem Wettkampf, „sie hat so viel für das Olympiaticket investiert, hat so viel hartes Training auf sich genommen, wenn es jemand verdient hat, mit nach Rio zu fahren dann ist sie es.“ Chapeau, Beate Köstel, das ist beeindruckender Sportgeist und Fairplay.

Im Finale siegte Snjezana Pejcic (Kroatien) mit 462,7 Ringen vor Anzela Voronova (Estland), die mit 456,7 Zählern die Silbermedaille gewann. Bronze ging mit 446,8 Ringen an Petra Zublasing (Italien).

Im zweiten Wettbewerb des Tages, Luftpistole Herren, sorgte Alexander Kindig (Burgau/Foto) für die positive Überraschung. Der Junioren-Weltmeister von Granada schoss sich mit 585 Ringen als Sechster in diesem Klassefeld nach dem Vorkampf in das Finale der besten acht Schützen, wo er mit 139,4 Ringen am Ende den fünften Platz belegte.

Bei seinem ersten Finale im Erwachsenenbereich überhaupt, startete der 21-Jährige, der mit dem SV Waldkirch in diesem Jahr in der Bundesliga Deutscher Mannschaftsmeister wurde, gut in den Wettkampf hinein. Nach den beiden Drei-Schuss-Serien zu Beginn lag er auf Position vier.

Als die Elimination begann, schob er sich mit einer 10,4 zunächst auf den Silberplatz, bevor eine 10,5 ihn an die Spitze des Feldes brachte, was von den deutschen Zuschauern in der Finalhalle begeistert beklatscht wurde.

Alexander Kindig konnte diesen Platz im weiteren Verlauf des Finales bestätigen. Vor dem 13. Schuss der Endrunde lag der junge DSB-Schütze auf der Spitzenposition, doch dann folgte eine 9,0, die ihn auf Rang drei zurückwarf und eine anschließende 9,3 bedeutete in dieser hochklassigen Konkurrenz das Aus.

Zufrieden äußerte sich der junge Schütze zu seiner Leistung: „Der Finaleingang war hoch, das Niveau sehr gut, daher hat es mich natürlich sehr gefreut, dass ich es geschafft habe, unter die besten Acht zu kommen. Ich war ein wenig aufgeregt, weil es für mich eine Premiere bei den Herren war, aber ich glaube, ich habe alles recht gut umgesetzt. Zwischenzeitlich, als ich in Führung lag, habe ich schon ein bisschen auf eine Medaille geschielt, aber dann auch erfahren müssen, dass es bei den Herren mit zwei schwächeren Schüssen ganz schnell vorbei ist. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung heute.“

Oleg Omelchuk (Ukraine) holte sich mit 201,9 Ringen die Goldmedaille vor Ismail Keles (Türkei), der mit 201,1 Ringen auf Platz zwei kam. Xuan Vinh Hoang (Vietnam) freute sich über die Bronzemedaille, die er mit 179,8 Ringen gewann.

Philipp Grimm (Volkach) belegte mit 580 Ringen den 18. Platz, Florian Schmidt (Frankfurt/Oder) kam mit 574 Zählern auf Rang 53 im Gesamtklassement.

Die kompletten Ergebnisse des Weltcups München finden Sie nach Abschluss der Wettbewerbe über diesen Link.

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Foto Rösken: © Harald Srier/DSZ