Weltcup

Para-Weltcup in Al Ain: Vier Medaillen und ein Quotenplatz

06.03.2019 09:41

Die Para-Sportschützen des Deutschen Behindertensportverbandes haben beim ersten Weltcup der Saison 2019, der in der Oasenstadt Al Ain/Vereinigte Arabische Emirate ausgetragen wurde, mit vier Silbermedaillen und einen weiteren Quotenplatz für Tokio 2020 gute Arbeit geleistet. „Wir können mit den gezeigten Leistungen zum Saisonauftakt zufrieden sein, auch wenn es bis zur Weltmeisterschaft im Oktober in Sydney noch einiges zu tun gibt“, zog Bundestrainer Rudi Krenn ein kurzes Fazit.

Zum Auftakt des Weltcups lieferten sich Vize-Europameisterin Natascha Hiltrop (Wiesbaden) und der slowakische Weltmeister Radoslav Malenovsky ein packendes Duell im Finale um die Goldmedaille im Liegendschießen mit dem Luftgewehr. Nach 20 Finalschüssen lag Hiltrop mit 211,3 zu 211,1 Ringen noch hauchdünn vorne. Dann steigerte sich aber Malenovsky in den letzten 4 Schüssen und holte schließlich die Goldmedaille mit 254,1 Ringen (Vorkampf 634,7) vor Hiltrop mit 252,8 Zählern (Vorkampf 632,2) „Ich habe mein Bestes gegeben, und bin glücklich, dass ich bei dieser starken Konkurrenz die Silbermedaille gewonnen habe.“, sagte Natascha Hiltrop.

Fendt sorgt für dritten DBS-Quotenplatz

Mit einer starken Leistung wurde Bernhard Fendt (Memmenhausen) mit 631,7 Ringen hervorragender Neunter und hat damit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) einen weiteren Quotenplatz für die Paralympics 2020 in Tokio beschert. "Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es nach dem holprigen Start noch zum Quotenplatz reicht", sagte Bernhard Fendt. Der DBS hat damit bereits drei Quotenplätze im Para Sportschießen für Tokio sicher. Elke Seeliger (Weyhe) belegte mit 627,2 Ringen den 28. Platz. In der Teamwertung holte die DBS-Mannschaft mit 1891,1 Ringen hinter China mit 1893,1 Ringen und vor Frankreich mit 1888,6 Zählern eine weitere Silbermedaille.

Seeliger glänzt im Dreistellungskampf

Elke Seeliger hat in ihrer Spezialdisziplin Dreistellungskampf mit dem Kleinkalibergewehr über 3x40 Schuss erneut ihr Können gezeigt und in einem spannenden Finale mit 453,8 Zählern (Vorkampf 1143) die Silbermedaille geholt. Sie musste sich nur der chinesischen Goldmedaillengewinnerin von Rio 2016, Cuiping Zhang, die 455,2 Ringe (Vorkampf 1158) erzielte, geschlagen geben. Am Ende fehlten ihr nur 1,4 Ringe zum Sieg. „Ich bin sehr zufrieden und überglücklich, dass ich heute in meiner Lieblingsdisziplin eine konstant hohe Leistung in allen Stellungen abrufen konnte, die mit einem Podestplatz belohnt wurde“, sagte Elke Seeliger. Die zweite deutsche Starterin Natascha Hiltrop erreichte im Finale mit 394,5 Ringen (Vorkampf 1148) den achten Platz.

In guter Form präsentierte sich auch Norbert Gau (Erdweg) im Stehendschießen mit dem Luftgewehr als Neunter mit 617,6 Ringen. Er hatte dabei kein Glück, denn nur ein Zehntel fehlte ihm am Ende zum Finaleinzug. „Ich habe gekämpft, unterm Strich war die Leistung in Ordnung. Darauf kann ich in den nächsten Wettkämpfen sicher aufbauen“, sagte Norbert Gau.

Bei den Frauen reichte es im Stehendschießen mit dem Luftgewehr für Elke Seeliger und Natascha Hiltrop diesmal nicht für den Finaleinzug. Mit 613,0 und 611,5 Ringen belegten sie die Ränge 9 und 12.

Mixed-Premiere fast mit Medaille

Beim erstmals bei einem Weltcup ausgetragenen Team Mixed-Wettbewerb mit dem Luftgewehr haben Natascha Hiltrop und Norbert Gau im Finale mit 383,6 Zählern den undankbaren vierten Platz belegt. In der Qualifikation erreichte das Duo des Deutschen Behindertensportverbandes mit 827,0 Zählern noch den ersten Platz. Norbert Gau erzielte dabei mit 414,9 Ringen das beste Einzelresultat überhaupt. Auch Natascha Hiltrop konnte als Sechste mit 412,1 Zählern überzeugen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird diese Disziplin bei den Paralympics 2024 in Paris im Programm sein.

Tim Focken (Oldenburg) verpasste im Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr in der Klasse SH2 mit 613,9 Ringen und Platz 14 das angestrebte Finale der besten acht nur um 2,2 Zähler. Bei der Elimination am Vortag wurde er mit 619,7 Ringen noch guter Sechster.

Zum Abschluss des Weltcups belegte Elke Seeliger im Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr mit 182,1 Ringen (Vorkampf 618,9) den ausgezeichneten fünften Platz. Bernhard Fendt, der zweite deutsche Schütze im Wettkampf, erreichte mit 615,1 Zählern den 18. Platz. Deutschland wurde im Teamwettkampf, der am Vortag ausgetragen wurde, in der Besetzung Natascha Hiltrop (620,1), Bernhard Fendt (616,1) und Elke Seeliger (609,8) mit 1846,0 Ringen mit der Silbermedaille belohnt, geschlagen nur von der Ukraine mit 1848,6 Zählern. Dritte wurden die Schützen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 1845,9 Ringen.

WM in Australien wichtig für Tokio 2020

Beim Weltcup in Al Ain wurden insgesamt 17 Quotenplätze vergeben. Weitere 53 Quotenplätze werden bei der WM 2019 im Oktober in Sydney ausgeschossen. Abschließend werden noch 18 Plätze beim Weltcup im Juni 2020 in Fort Benning vergeben.

Das deutsche Weltcup-Team

Natascha Hiltrop, Elke Seeliger, Bernhard Fendt, Tim Focken, Norbert Gau

Rudi Krenn (Bundestrainer), Jörg Dietrich (Co-Trainer)