Weltcup

Para-Weltcup in Novi Sad: DBS-Team gewinnt Bronze im Liegendschießen – Natascha Hiltrop mit Weltklasse-Leistungen

03.08.2026 14:26

Das Aufgebot des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) hat den hochkarätig besetzten Weltcup der World Shooting Para Sport (WSPS) im serbischen Novi Sad (21.–30. Juli) erfolgreich beendet. Bei einer historischen Rekordbeteiligung von 291 Aktiven aus 51 Nationen präsentierte sich das deutsche Team in starker Verfassung.

Foto: Rudi Krenn/Cliff Junker, Natascha Hiltrop, Tjark Liestmann

Das sportliche Highlight setzte das Trio im Luftgewehr-Liegendschießen mit dem Gewinn der Bronzemedaille. In den Einzelwettbewerben überzeugte die dreifache Paralympics-Siegerin Natascha Hiltrop mit drei Finaleinzügen und Weltklasse-Leistungen in den Qualifikationswettkämpfen.

Mannschafts-Bronze im Luftgewehr liegend
Im Teamwettbewerb Luftgewehr liegend zeigte das deutsche Trio eine geschlossene Mannschaftsleistung. In der Besetzung Natascha Hiltrop (635,3 Ringe), Tjark Liestmann (627,4 Ringe) und Cliff Junker (626,6 Ringe) behauptete sich die Auswahl im anspruchsvollen internationalen Teilnehmerfeld. Mit konstant hohen Serien sicherten sich die drei Schützen verdient den dritten Platz auf dem Podium und unterstrichen das Potenzial der deutschen Mannschaft.

Knappe Finalentscheidung im neuen Mixed-Wettbewerb
Im erstmals ausgetragenen Mixed-Wettbewerb im Liegendschießen mit dem Luftgewehr schrammte das deutsche Team nur haarscharf am Einzug in die Finalrunde vorbei. In der Besetzung Natascha Hiltrop (316,7 Ringe) und Tjark Liestmann (312,6 Ringe) erzielte das Duo insgesamt 629,3 Ringe. Als Fünfte verpassten sie das Finale der vier besten Teams lediglich um winzige drei Zehntelringe.

Hiltrop dominiert Qualifikation mit atemberaubendem Tempo
In den Vorkämpfen der Einzeldisziplinen rief Natascha Hiltrop ihr volles Leistungsvermögen ab. In der Disziplin Luftgewehr liegend sicherte sie sich mit starken 635,3 Ringen den fünften Platz in der Qualifikation. Den KK-Liegendkampf dominierte sie nach Belieben: Sowohl in der Elimination als auch im Vorkampf überragte sie mit Weltspitzenleistungen von 624,1 und 624,6 Ringen und belegte jeweils den ersten Platz. Für absolutes Staunen auf der 50m-Shooting-Range sorgte ihr fabelhaftes Schießtempo: Für die 60 Wettkampfschüsse benötigte sie gerade einmal 21 der 50 erlaubten Minuten – ein wahrer Präzisions-Express im Weltklasse-Rhythmus.

Drei Finalplatzierungen unter den Top 8
In den packenden Medaillenentscheidungen der besten acht Starter kämpfte das DBS-Team an vorderster Front. Hiltrop schaffte das Kunststück, in allen drei bestrittenen Disziplinen das Finale zu erreichen, wo oft wenige Zehntelringe entschieden. Nach einem dramatischen Kampf im KK-Dreistellungskampf verpasste sie als hervorragende Vierte nur knapp das Podest. In den extrem engen Finals im Luftgewehr liegend und im KK-Liegendkampf belegte sie jeweils den achten Platz.

Bundestrainer Rudi Krenn: Fokus auf den WM-Feinschliff
Bundestrainer Rudi Krenn blickt bereits nach vorne, sieht aber auch klaren Trainingsbedarf: „Die Bronzemedaille des Teams zeigt, dass wir im Kollektiv absolut konkurrenzfähig sind. Natascha hat in den Vorkämpfen Weltklasse abgeliefert. Dass es im Finale nicht für Edelmetall gereicht hat, verdeutlicht einfach, wie brutal eng die Weltspitze zusammengerückt ist. Für unsere weiteren WM-Teilnehmer lief es in den Einzelwettbewerben leider nicht optimal. Tim Focken, Tjark Liestmann und Philipp Zahner konnten ihr Potenzial diesmal nicht auf die Scheibe bringen. Bei der anstehenden unmittelbaren Wettkampfvorbereitung (UWV) werden wir bei den Leistungslehrgängen in Wiesbaden (13.–16. August) und Suhl (28.–30. August) den Fokus auf den Feinschliff legen. Wir müssen aber auch im Heimtraining an der Intensität und Qualität in der Trainingsarbeit eine Schippe drauflegen, um bei der WM in Changwon wieder ganz vorne anzugreifen!“

Wichtiger Meilenstein für die Paralympics 2028
Über die Platzierungen hinaus war das Event ein strategischer Erfolg: Die deutschen Athleten sicherten sich wichtige Mindestqualifikationsringzahlen (MQS) für die anstehenden Weltmeisterschaften 2026 in Changwon (Südkorea) und 2027 in Osijek (Kroatien) sowie für die Paralympics 2028 in Los Angeles (USA).

Das DBS-Aufgebot in Novi Sad:

  • Athleten: Natascha Hiltrop (Wiesbaden), Philipp Zahner (Köln), Tim Focken (Oldenburg), Tjark Liestmann (Klein Meckelsen), Cliff Junker (Zella-Mehlis).
  • Trainerteam: Rudi Krenn (Bundestrainer, Hauzenberg), Jörg Dietrich (Co-Trainer, St. Augustin).

Bericht: Rudi Krenn, Bundestrainer

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