Weltmeisterschaften

Para WM-Qualifikation Wiesbaden: Kurs auf Changwon mit starken Leistungen

10.07.2026 10:48

Die nationalen Ausscheidungen am Bundesstützpunkt des Deutschen Schützenbundes (DSB) in Wiesbaden sind beendet. Mit beeindruckenden Ergebnissen und reihenweise erfüllten Normen haben sich Deutschlands beste Para-Sportschützen eine hervorragende Ausgangsposition für die Weltmeisterschaft im südkoreanischen Changwon erarbeitet.

Foto: Rudi Krenn / Die Teilnehmer an der WM-Qualifikation erzielten internationale Top-Ergebnisse.
Foto: Rudi Krenn / Die Teilnehmer an der WM-Qualifikation erzielten internationale Top-Ergebnisse.

Der Weg zu den globalen Titelkämpfen vom 6. bis 16. September verlangte den Athleten alles ab. Die Qualifikation gliederte sich in zwei intensive Wettkampfphasen (18. bis 21. Juni sowie 2. bis 5. Juli). Bereits die Hürde für die Teilnahme war hoch: Nur wer in der Vorqualifikation Mitte Mai das Niveau von Platz 12 der WM 2023 und der Paralympics 2024 erreichte, durfte in Wiesbaden an den Start gehen.

In der Hauptqualifikation standen pro Disziplin vier hochkarätige Wettkämpfe auf dem Programm. Die Nominierungskriterien des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) orientierten sich streng am Leistungsdurchschnitt des jeweils achten Platzes der vergangenen Weltmeisterschaften und Paralympics.

Hiltrop und Zahner überragen mit internationalen Spitzenwerten
Trotz des enormen Drucks überboten die DSB-Schützen die geforderten Normen zum Teil deutlich. Allen voran untermauerte die dreifache Paralympics-Siegerin Natascha Hiltrop (Wiesbaden) ihre absolute Ausnahmestellung. Sie sicherte sich das WM-Ticket gleich in drei Disziplinen souverän. Im KK-Dreistellungskampf (R8) glänzte sie mit 591 Ringen (197-198-196). Hinzu kamen exzellente 630,9 Ringe im KK-Liegendkampf (R6) sowie starke 636,9 Ringe im Liegendschießen mit dem Luftgewehr (R3).

Foto: Rudi Krenn / Philipp Zahner dominierte die Konkurrenz im dem Luftgewehr liegend und steht vor seiner ersten WM-Teilnahme.
Foto: Rudi Krenn / Philipp Zahner dominierte die Konkurrenz im dem Luftgewehr liegend und steht vor seiner ersten WM-Teilnahme.

Für ein absolutes Highlight sorgte zudem Philipp Zahner (Köln). Der erst 18-jährige Nachwuchsathlet dominierte die Konkurrenz mit dem Luftgewehr liegend (R5) und erzielte mit 638,0 Ringen ein internationales Top-Ergebnis. Auch Routinier Tim Focken (Oldenburg) buchte sein WM-Ticket im KK-Liegendkampf (R9) mit einer starken Bestleistung von 626,2 Ringen souverän.

Gute Chancen für Fendt und Liestmann
Eine starke Performance zeigten auch Bernhard Fendt (Neu-Ulm) mit 632,5 Ringen (Luftgewehr liegend/R3) und Tjark Liestmann (Klein Meckelsen) mit 620,2 Ringen (KK-Liegendkampf/R6). Beiden fehlten lediglich wenige Zehntelringe zur anspruchsvollen WM-Norm (R3: 633,0 / R6: 621,0). Da beide jedoch bereits bei der Kaderleistungsüberprüfung (KLÜ) Anfang Juni in Wiesbaden die Kriterien nachgewiesen haben, stehen die Chancen für eine WM-Berücksichtigung dennoch sehr gut.

„Mit den gezeigten Leistungen unserer WM-Kandidaten sind wir hochzufrieden. Wir haben von Natascha, Philipp und Tim absolute Weltspitzenleistungen gesehen“, bilanzierte Bundestrainer Rudi Krenn nach Abschluss der finalen Runden. Mit Blick auf die Titelkämpfe in Südkorea ergänzte Krenn optimistisch: „Die WM-Qualifikation hat eindrucksvoll bewiesen, dass unser Team in Changwon ein ernstes Wort bei der Medaillenvergabe mitreden kann. Darüber hinaus haben wir die berechtigte Aussicht, dort bereits die ersten Quotenplätze für die Paralympics 2028 in Los Angeles zu sichern.“

Die vorgeschlagene WM-Athletenriege und der Betreuerstab
Auf Basis der sportlichen Ergebnisse wird dem DBS folgende Mannschaft für die offizielle Nominierung zur Weltmeisterschaft vorgeschlagen:

  • Natascha Hiltrop (Wiesbaden)
  • Philipp Zahner (Köln)
  • Tim Focken (Oldenburg)
  • Bernhard Fendt (Neu-Ulm)
  • Tjark Liestmann (Klein Meckelsen)

Das Team wird vor Ort von einem erfahrenen Betreuerstab begleitet. Neben Bundestrainer Rudi Krenn (Hauzenberg) gehören Co-Trainer Jörg Dietrich (St. Augustin) und Physiotherapeutin Ronja Rudolph (Erfurt) zum deutschen Aufgebot für Südkorea.

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