Olympische Spiele

Platz fünf für Susanne Kiermayer und Maik Eckhardt

16.08.2004 00:00

Mit Susanne Kiermayer (Kirchberg/Foto) und Maik Eckhardt (Dortmund) konnte der Deutsche Schützenbund in beiden heutigen Entscheidungen des Sportschießens bei den Olympischen Spielen in Athen jeweils einen Finalteilnehmer stellen. Beide belegten in ihren Wettbewerben, dem Trap der Damen und dem Luftgewehr der Herren, den fünften Rang.

 

Den gleichen Platz belegte Susanne Kiermayer schon vor vier Jahren bei den Spielen in Sydney. Mit insgesamt 62 Treffern gemeinsam mit Whitly Loper (USA) als Dritte in das Finale gegangen, konnte die Silbermedaillengewinnerin im Doppeltrap von Atlanta 1996 bei stürmischem Wind diesen Platz leider nicht halten, erzielte 17 Treffer und verpasste am Ende mit insgesamt 79 getroffenen Scheiben die Medaillenränge.
 
Vor allem im ersten Drittel des Finales büßte die 36-jährige Bayerin ihre Medaillenchance ein, denn nach dem 10. Schuss standen schon fünf Fehlschüsse auf dem Konto von Susanne Kiermayer. Sie steigerte sich zwar in der zweiten Hälfte des Wettkampfes, konnte diesen Rückstand bei der Klasse des Feldes nicht mehr aufholen.
 
Suzanne Balogh (Australien), die schon mit 66 getroffenen Scheiben nach dem Vorkampf als Führende in das Finale der besten Sechs gegangen war, konnte ihre Spitzenposition mit 22 Treffern verteidigen und sicherte sich das Gold mit insgesamt 88 Treffern vor Maria Quintanal (Spanien), die mit 65 Treffern im Vorkampf schon auf dem Silberplatz gelegen hatte und ihn auch mit 19 Treffern in der Endrunde und insgesamt 84 Zählern halten konnte.
 
Das beste Finale mit 23 Treffern erzielte Bo Na Lee (Südkorea). Für diese Leistung wurde die Koreanerin, die mit 60 Treffern aus dem Vorkampf als Sechste knapp in diese Endrunde gekommen war am Ende noch mit der Bronzemedaille belohnt.
 
Platz vier ging an Whitly Loper, die lange Zeit wie eine sichere Medaillenhoffnung aussah, dann aber gegen Ende des Finales nachließ und mit insgesamt 82 Treffern den Wettkampf beendete.
 
Maik Eckhardt (Foto) ging zusammen mit Min Ho Cheon (Südkorea) und 595 Ringen als Fünfter in die Endrunde des Luftgewehrs. Vorne lagen nach dem Vorkampf Qinan Zhu mit neuem Olympischen Rekord von 599 Ringen und Jie Li (beide China), der 598 Ringe erzielen konnte. Dahinter Abhinav Bindra (Indien) mit 597 Zählern und der erfahrene Jozef Gonci (Slowakei), der auf 596 Ringe in der Qualifikation kam.
 
In einem Finale, das nur von wenigen Positionskämpfen geprägt wurde, kam Maik Eckhardt auf 101,3 Zähler und damit auf ein Gesamtresultat von 696,3 Ringe. Während der gesamten Endrunde lag der Westfale immer auf Rang fünf oder sechs.
 
Gegen Ende musste er allerdings noch in ein Stechen um diesen fünften Rang, denn Je Sung Tae (Südkorea) kam im Finale stark auf und hatte nach den zehn Schüssen ebenfalls 696,3 Ringe auf seinem Konto. Maik Eckhardt zeigte jedoch starke Nerven und beendete alle Spekulationen um Rang fünf mit einer ausgezeichneten 10,6, der J Sung Tae eine 10,4 folgen ließ, was diesmal aber nicht reichte, um den Dortmunder noch zu verdrängen.
 
DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann nach dem Finale: „Wir hatten alle ein wenig Hoffnung für Maik, als sich Abhinav Bindra aus den Medaillenrängen verabschiedet hatte, aber Maik schoss leider dann zwei Neuner in der Mitte des Finales und konnte nicht mehr weiter von hinten drücken. Es war auf jeden Fall ein hervorragendes Ergebnis für ihn, denn er ist ja nicht gerade ein Spezialist für das Luftgewehr. Dieser Erfolg im Rücken gibt im sicherlich Auftrieb für die kommenden Kleinkaliberwettbewerbe.“
 
Ganz vorne behielten die beiden Chinesen souverän die Kontrolle über das gesamte Feld und so gewann Qinan Zhu die Goldmedaille mit insgesamt 702,7 Ringen vor seinem Landsmann Jie Li, der auf 701,3 Ringe kam.
 
Lediglich der Kampf um Bronze war spannend, denn Abhinav Bindra verabschiedete sich nach einer 8,8 aus den Medaillenrängen und musste Jozef Gonci an sich vorbei ziehen lassen. Der Bronzemedaillengewinner im Liegendschießen von Atlanta, der seit Jahren in der Bundesliga für den BSV Buer-Bülse antritt, musste sich aber in den letzten Schüssen Min Ho Cheon erwehren, der nach dem vorletzten Schuss sogar vor Gonci auf dem Bronzeplatz lag. Erst im letzten Schuss gelang es dem Routinier noch einmal, an dem Asiaten vorbeizukommen und mit 697,4 Ringen die Bronzemedaille zu gewinnen.
 
Torsten Krebs (Waldsee), der zweite Starter des Deutschen Schützenbundes in dieser Disziplin, hatte im Vorkampf ein wenig Pech, kam mit zwei 98-er-Serien nicht optimal in den Wettkampf hinein, konnte sich dann aber noch auf Rang 12 mit 593 Ringen steigern.
 
Ein erfreuliches Ergebnis auch vom Bogenschießen: Michael Frankenberg (Hagen a.T.W.), einziger deutscher Teilnehmer bei den Herren, besiegt in seinem Auftaktmatch der Direktausscheidung Dmitri Newmertzitski (Russland) mit 140:135 und trifft nun morgen auf Tim Cuddihy (Australien).