Bundesliga

Reitz schießt mit Topresultat Kriftel an die Spitze

19.10.2015 17:17

Schon nach dem zweiten Wettkampfwochenende in der Bundesliga Luftpistole Gruppe Nord entwickeln sich in der erstmals mit zwölf statt zuvor acht Teams bestückten Gruppe spannende Kämpfe um die Finalqualifikation und gegen den Abstieg. An der Tabellenspitze tummeln sich vier Favoriten, während im Keller gleich drei etablierte Bundesligisten im engen Wettbewerb mit den fünf Aufsteigern stehen.

Einzig die hochgewetteten Vereine vom SV Kriftel und SB Broistedt weisen mit jeweils vier Siegen noch eine weiße Weste auf und rangieren auch mit 17:3-Einzelpunkten gleichauf. Kriftel fertigte den Aufsteiger SV Bassum von 1848 mit 5:0 ab, dabei offenbarte sich in allen Einzelbegegnungen ein klarer Leistungsunterschied. Die Topleistung bot der eigentliche Schnellfeuerspezialist Christian Reitz. Der Olympiadritte von Peking 2008 traf beim Sieg über Sascha Sandmann mit 391 Ringen den Höchstwert des Wochenendes. Auch beim 3:2 über den SV Sülfeld überragte Reitz mit 387 Ringen. Sein Team tat sich aber schwer mit dem verstärkten Team aus dem Wolfsburger Vorort, Andreas Fix und Sandra Stankiewicz an den hinteren beiden Positionen sicherten die weiteren Punkte.

Der SB Broistedt hatte beim 3:2 über Braunschweig ebenfalls in einem Spitzenduell zu bestehen. Antje Noeske und Jan Brückner, der mit 386 Ringen eine neue persönliche Bestleistung erzielte, sicherten glatt zwei Punkte in dem Lokalderby in der Schießhalle an der Hamburger Straße des Gegners. Florian Ullrich (Foto links) brachte, nachdem er zwei Serien identisch wie sein Gegner Valerij Samojlenko (Foto rechts) getroffen hatte, den Sieg in den letzten beiden Serien ins Ziel, weil er jeweils einen Ring mehr erzielte als der Braunschweiger Routinier. Am Tag zuvor hatten die Broistedter beim 5:0 über Aufsteiger Brühl keine Mühe gehabt.

Die beiden Verlierer der Spitzenduelle bissen sich auf Platz drei und vier dennoch fest. Sülfeld bezwang Aufsteiger Wechmar am Sonntag ungefährdet mit 4:1, Braunschweig ließ den Sportschützen Fahrdorf ebenfalls mit 4:1 auch keine Chance.

Die Fahrdorfer befinden sich in gefährlichem Fahrwasser und sind Schwächster der letztjährigen Erstligisten. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt, der Schlappe gegen Braunschweig und dem schweren Rückschlag beim 2:3 am Sonntag gegen den Aufsteiger Hegelsberg-Vellmar aus Hessen steht das Team von Trainer Karl-Heinz Wolff mit 0:8-Zählern und als Tabellenvorletzter schon mit dem Rücken am Deich. Svenja Berge mit vier sowie Thomas Hucke und Stefan Ziehn mit jeweils drei Ringen Vorsprung sicherten die Punkte – und machten das Wochenende zu einem perfekten. Denn schon am Samstag hatte das Team im Derby gegen Falke Dasbach mit 3:2 gewonnen, mit den gleichen Einzelgewinnern wie tags darauf. Ein Ritt auf der Rasierklinge wurde dabei das Duell von Thomas Hucke gegen Dasbachs Matthias Schwendner, das der Vellmarer mit einem Ring beim 377:376 für sich entschied.

Die Dasbacher atmeten erleichtert auf, als ihnen am Sonntag beim 3:2 gegen Aufsteiger Brühl der erste Saisonsieg gelungen war. Nach seinem Pech vom Vortag war Schwendner diesmal der Matchwinner, denn neben den klaren Siegen von Halil Karaca und Eric Ceglowski steuerte er beim wieder hauchzarten 367:366 über Jürgen Korn den entscheidenden Zähler bei.

Die Brühler sind damit wie Fahrdorf und die Schützengesellschaft Wechmar noch punktlos und scheinen die beiden Absteiger unter sich auszumachen. Gegen Sülfeld hatte das Team aus dem Raum Erfurt am Sonntag beim 1:4 keine Chance, während gegen die schwach besetzten Berliner eine Überraschung in der Luft lag. Doch Rita Klemm und Carsten Rudolph verloren mit zwei Ringen und einem Ring Abstand gegen Doreen Müller und Holger Buchmann, so dass es Martin Hofmann beim 371:363 vorbehalten blieb, gegen Berlins Trainer Robert Loke den Ehrenpunkt zu erzielen.

Für den PSV Olympia Berlin war es der erste Saisonerfolg. Nummer zwei folgte am Sonntag gegen Gastgeber Freischütz Wathlingen. Ausgerechnet „Spielertrainer“ Robert Loke, der eigentlich nur aushilfsweise an der Linie stand, sicherte den Erfolg. Wojciech Knapik und Doreen Müller hatten ihre Duelle glatt gewonnen, Loke bezwang an Position fünf knapp Dimitri Daschewski mit 366:364. Die Berliner wahrten damit die Chance, noch in den Kampf um die Finalplätze einzugreifen.

Dies gilt auch für Wathlingen, das seine beiden Auftaktduelle gewonnen hatte. Ausgerechnet in eigener Halle jedoch setzte es zwei unglückliche 2:3-Niederlagen. Schon am Samstag war das Team aus dem Raum Celle in Niedersachsen beim Aufsteigerduell gegen Bassum im Pech. Beim Stand von 2:2 gingen die beiden Spitzenschützen Kristian Callaghan und Sascha Sandmann ins um den Mannschaftssieg entscheidende Stechen, das Routinier Sandmann mit 10:8 für sich entschied. Mit diesem Erfolg und nach den beiden Auftakterfolgen ist Bassum mit 6:2-Punkten derzeit bester Aufsteiger und hat als Fünfter noch alle Finalchancen, vor allem aber wohl den Klassenerhalt schon so gut wie gesichert.

  

Bericht: Harald Strier
Foto: Jürgen Heise/German Shooting Bundesliga