Bundesliga

SB Broistedt bezwingt Titelverteidiger Weil am Rhein

09.02.2008 00:00

Der Titelverteidiger mit der Luftpistole, ESV Weil am Rhein, wird morgen nicht im Finale stehen, denn die Südbadener unterlagen in der Vorschlussrunde der Bundesligaendrunde in Paderborn dem SB Broistedt mit 2:3. Mit dem Luftgewehr setzte der Aufsteiger SG Coburg seine glänzende Serie fort und bezwang Gastgeber Hubertus Elsen klar mit 4:1.

 

Einen Wettkampf auf höchstem Niveau lieferten sich zwei der besten deutschen Pistolenschützen auf Position eins. Hans-Jörg Meyer (Broistedt/Foto rechts) und Abdullah Ustaoglu (Weil/Foto links) – beide stehen auch in der Mannschaft des Deutschen Schützenbundes für die kommenden Europameisterschaften in Winterthur (Schweiz) – kämpften um jeden Ring.

Vor der letzten Serie lag der Niedersachse mit zwei Ringen in Führung, doch Abdullah Ustaoglu kam wieder heran und benötigte eine Zehn im letzten Schuss, um ein Stechen zu erreichen. Als der letzte Schuss fiel und eine gelbe Markierung auf der Anzeigetafel stand, wussten die Weiler Fans, dass es nur eine Neun war. Doch die genaue Bewertung des Schusses ergab eine 9,9, Riesenpech also für den Diplom-Ingenieur, der seit Jahren für Weil die Punkte sammelt.

Das 386:385 für Hans-Jörg Meyer war nicht die einzige enge Entscheidung, denn nachdem Markus Abt mit 382:379 gegen Martin Flury und Jan Brunner mit 374:372 gegen Thomas Hoppe zwei Punkte für den Titelverteidiger geholt hatten, auf der anderen Seite Hans-Jörg Meyer und Andreas Keune mit 381:375 gegen Thomas Albiez für Broistedt punkteten, lag es an Florian Ullrich den Sieg für den SB Broistedt nach Hause zu bringen.

Florian Ullrich stand ganz allein auf dem Stand. Sein Kontrahent Swen Jülle hatte den Wettkampf mit 372 Ringen bereits abgeschlossen. Zwei Schüsse musste der Broistedter noch abgeben, 354 Ringe standen für ihn zu Buche.

Die Fans aus Broistedt feuerten ihren Schützen an, der nun Nerven beweisen musste. Der 39. Schuss ergab eine Zehn und auch der letzte Schuss war optimal und so besiegte Florian Ullrich mit 374:372 Swen Jülle und brachte die Niedersachsen zum ersten Mal in ein Finale der Bundesliga, wo das Team auf die SGI Waldenburg treffen wird. Pikant dabei, dass Broistedt vor einem Jahr im Viertelfinale an Waldenburg scheiterte und damit sicherlich noch eine offene Rechnung hat.

Ein spannendes und hochklassiges Duell sahen die Zuschauer auch mit dem Luftgewehr, wo der Gastgeber allerdings, über die gesamte Partie gesehen, auf verlorenem Posten stand. Zwar erzielten die Westfalen gute Leistungen, doch die Coburger Schützen hatten darauf immer noch die bessere Antwort.

Den einzigen Punkt gewann Nadine Schüller beim 396:392 gegen Michaela Wagner. Ansonsten dominierten die Oberfranken in der Sporthalle am Maspernplatz. Herausragende Leistungen erbrachten die Weltklasseschützin Katerina Emmons (Foto links) beim 398:395 an Position eins gegen Dick Boschman (Foto rechts) sowie an Position vier Claudia Huber beim 398:393 gegen Damian Kontny.

Claudia Huber absolvierte die ersten drei Serien mit jeweils 100 Ringen, bevor in Serie vier zwei Neuner folgten – eine absolute Klasseleistung einer am Ende überglücklichen Schützin: „Das habe ich noch nie in der Bundesliga geschossen. Es war zwar superanstrengend, aber jetzt bin ich unwahrscheinlich happy. Ich wusste natürlich, dass ich nur zwei Neuner geschossen hatte und das es heute ein ganz tolles Ergebnis werden würde. Jetzt wollen wir morgen im Finale natürlich auch die HSG München schlagen und Meister werden.“ Dies ist dem Team absolut zuzutrauen und wäre dann die Sensation dieser Saison.

Die beiden restlichen Coburger Punkte sicherten Sabrina Bär mit einem 394:387 an Position fünf über Eva Schmitz und Jürgen Wallowsky an Position zwei durch ein 396:395 gegen Daniel Butterweck.

Alle Ergebnisse vom Bundesligafinale in Paderborn finden Sie hier.

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