Deutsche Meisterschaften

Sonja Pfeilschifter mit beeindruckender Leistung

19.08.2007 00:00

Sonja Pfeilschifter (Ismaning/Foto links) hat auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück mit dem Sportgewehr den deutschen Meistertitel mit einer herausragenden Leistung und insgesamt 693,3 Ringen gewonnen. Zweite wurde Barbara Lechner (Triftern/Foto Mitte) mit 685,0 Ringen und die Bronzemedaille ging an Dorothee Bauer (Speyer/Foto rechts) mit 684,5 Ringen.

 

Zunächst waren die 593 Ringe, die die mehrfache Welt- und Europameisterin im Vorkampf erzielte, als neue deutsche Rekordleistung gemeldet worden, was sich aber schnell als Fehlinformation erwies, da der nationale Rekord auf 594 steht, aufgestellt von Sonja Pfeilschifter selbst, beim Weltcup in München im vergangenen Jahr. Trotzdem waren die Vorkampfleistungen der 36-jährigen Bayerin ausgezeichnet.

Mit 200 Ringen hatte Sonja Pfeilschifter den Wettkampf mit dem Liegendschießen begonnen, ließ 197 Zähler im Stehend- und noch einmal 196 Ringe im Kniendanschlag folgen und zog damit mit fünf Ringen Vorsprung in das Finale der besten Acht ein. Hinter ihr lagen Barbara Lechner mit 588 Ringen und Dorothee Bauer mit 587 Ringen auf den Plätzen zwei und drei.

Im Finale änderte sich nichts mehr an der Reihenfolge. Sonja Pfeilschifter schoss ein gutes Finale und hatte schon zur Hälfte der Endrunde ihren Vorsprung auf 6,7 Ringe ausgebaut. Am Ende waren es sogar 8,3 Ringe, die die Siegerin von der Zweiten entfernt war und dies zeigt deutlich die herausragende Leistung der Sportsoldatin am heutigen Tag, denn auch die Zweit- und Drittplatzierten durften mit ihren Ergebnissen hochzufrieden sein.

„Jeder Meistertitel bedeutet für mich sehr viel, denn es macht einfach Spaß, hier auf der Anlage zu schießen. Das Publikum geht mit, Emotionen sind da und das alles hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Mit dem Finale war ich nicht ganz zufrieden, vom Gesamtergebnis her stimmt es aber schon. Morgen schieße ich jetzt noch den nichtolympischen Liegendwettbewerb und dann folgt noch zum Saisonabschluss das Weltcupfinale in Bangkok.“

Bei den Juniorinnen gewann Silvia Göbel (Mengshausen) mit 679,9 Ringen den deutschen Meistertitel vor Amelie Kleinmanns (Schmalbroich) mit 676,4 Ringen und Michelle Horst (Niederaula) mit 675,9 Ringen.

Dass er auch mit dem Luftgewehr meisterlich zu schießen weiß, zeigte der Kleinkaliberspezialist Christian Lusch (Bühl/Foto rechts). Der Silbermedaillengewinner im Liegendschießen von Athen 2004 siegte mit 698,3 Ringen und zeigte dabei noch das beste Finale mit 102,3 Zähler, nachdem er im Vorkampf 596 Ringe erreichte.

Ringgleich mit ihm ging Erich Schmul (Hilgert/Foto links) in die Entscheidung, doch konnte der Vizemeister des vergangenen Jahres nur einmal die Führung für sich reklamieren, nachdem er im ersten Finalschuss 10,3 erzielte, während Christian Lusch auf 10,2 kam.

Danach war der Diplom-Wirtschaftsingenieur aus Südbaden dem Wirtschaftsinformatiker aus dem Rheinland stets voraus. Erich Schmul musste im zweiten Durchgang nach eigener 9,8 Christian Lusch vorbeiziehen lassen, denn der Nationalmannschaftsschütze erzielte eine hervorragende 10,8.

Der Abstand zwischen den beiden Führenden vergrößerte sich nahezu von Schuss zu Schuss. Vor den letzten beiden Durchgängen betrug der Vorsprung von Christian Lusch auf Erich Schmul sogar 2,4 Ringe. Bernhard Oswald (Wildsteig/Foto) kam immer näher an den Rheinländer heran und überholte ihn im neunten Durchgang.

Damit sicherte sich der Bayer mit insgesamt 696,6 Ringen die Silbermedaille vor Erich Schmul, der mit 695,9 Ringen auf den dritten Rang kam.

Eine nette Episode spielte sich während des Finales ab, als Johannes Badhorn (Schweitenkirchen) – als Achter mit 593 Ringen in das Finale gekommen – mit einem großartigen Auftakt von zwei Mal 10,8 das Publikum beeindruckte und nach einer 10,6 und einer weiteren 10,4 plötzlich auf Rang drei und damit bei seinem ersten Auftritt in einem Finale der Deutschen Meisterschaften auf einem Medaillenrang stand.

Die Besucher in der gut gefüllten Finalhalle standen hinter dem jungen Schützen und mit einem Aufstöhnen quittierten sie seine 8,9 im fünften Durchgang, die ihn zunächst auf Rang vier zurückfallen ließ. In der zweiten Hälfte dieses Finales wurde er auf Rang sieben durchgereicht, hatte aber zumindest eine kurze Zeit auf Edelmetall hoffen dürfen.

Bei den Junioren gewann Alexander Obermaier (Garching) mit 694,7 Ringen vor Sebastian Hahn (Weihenzell) mit 693,1 Zählern und Simon Wölfl (Pfuhl), der auf 691,8 Ringe kam.

Mit der Schnellfeuerpistole war Ralf Schumann (Stockheim/Foto) wieder einmal das Maß aller Dinge. Schon nach dem Vorkampf führte der dreimalige Olympiasieger mit 584 Ringen und damit elf Zählern Vorsprung vor Martin Behrendt (Frankfurt/Oder) und Ghenadie Lisoconi (Ockstadt), die beide auf 573 Ringe nach den beiden Halbprogrammen kamen.

Im Finale vergrößerte sich der Abstand zwischen dem Seriensieger der letzten zwei Dekaden und seiner Konkurrenz immer mehr. Mit 50,5 Ringen begann der 38-malige Weltcupsieger, 51,7 Ringe standen nach der zweiten Serie für ihn auf der Anzeigetafel, 51,6 waren das Ergebnis des dritten Durchgangs und mit 51,2 Ringen schoss Ralf Schumann aus.

Mit dem Gesamtergebnis von 789,0 Ringen verbesserte Ralf Schumann seinen eigenen deutschen Finalrekord um zwei Zehntelringe. Die Leistung liegt sogar über dem Finalweltrekord von eben diesen 788,8 Ringen, doch können Weltrekorde nur auf internationalen Wettbewerben der ISSF erzielt werden.

Hinter dem souveränen Sieger belegte der 2001 in die Bundesrepublik eingewanderte gebürtige Moldawier Ghenadie Lisoconi mit 768,9 Ringen Platz zwei, der für sein Geburtsland sogar schon an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta teilnahm. Dritter wurde Martin Behrendt mit 768,5 Ringen.

„Bei mir lief es heute im Finale recht gut, bei den anderen anscheinend nicht, daher kommt ein Vorsprung von über zwanzig Ringen schon einmal zustande“, so Ralf Schumann im anschließenden Interview, „ich habe heute Morgen sogar zwei Serien mit größeren Fehlern geschossen, jeweils 46er-Serien mit regelrechten Blockaden. Wenn die gut gegangen wären, wäre das Gesamtresultat noch besser gewesen.

Sicherlich wird es für mich nicht langweilig in Zukunft werden, denn wir haben jetzt schon eine starke Konkurrenz im eigenen Land. Dazu kommen im nächsten Jahr noch die Junioren, die weltführend in den letzten Jahren gewesen sind. Die schießen zum Teil noch höhere Ergebnisse als die Erwachsenen und da wird es auch für mich wieder hochinteressant.“

Weitere umfangreiche Informationen zu den Deutschen Meisterschaften 2007 auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück finden Sie hier.

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