Deutsche Meisterschaften

Sonja Pfeilschifter und Martina Rave mit Rekordleistung

18.08.2007 00:00

Sonja Pfeilschifter (Ismaning/Foto links) und Martina Rave (Münster/Foto rechts) haben am zweiten Tag der Deutschen Meisterschaften auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück im Vorkampf mit dem Luftgewehr den Deutschen Rekord von 400 Ringen eingestellt.

 

Beide gingen auch als Führende in das Finale der besten Acht, in dem mit Barbara Lechner (Triftern), Sylvia Aumann (Landshut), Manuela Felix (Flörsheim) und Beate Gauß (Ammerbuch) nahezu die komplette Elite der deutschen Gewehr-Damen vertreten war.

Sonja Pfeilschifter eröffnete die Endrunde mit 10,5, 10,6 und 10,7 glänzend und hatte sich schon nach den ersten drei Durchgängen einen Vorsprung von 1,1 Ringen gegenüber Martina Rave herausgearbeitet. Die Westfälin, Stütze ihres Bundesligateams vom ABC Münster, schoss zwar ein ordentliches Finale, hatte gegen die mehrfache Welt- und Europameisterin heute jedoch keine wirkliche Chance.

Nur in zwei Serien war Martina Rave mit ihren Ergebnissen besser als Sonja Pfeilschifter, die am Ende nach einem Finalresultat von 103,9 Ringen mit insgesamt 503,9 Zählern den Titel souverän gewann. „Gleich der erste Wettkampf hier bei den Deutschen Meisterschaften 2007 war unheimlich anstrengend“, so die Siegerin nach dem letzten Schuss, „ich hoffe, dass die nächsten Wettbewerbe, die ich hier noch bestreite, etwas leichter werden.“

Martina Rave musste sich gegen Ende des Finales noch den Angriffen von Barbara Lechner erwehren, die ihr gefährlich nahe kam. Mit 103,4 Ringen schoss sie nach Sonja Pfeilschifter das zweitbeste Finale und brachte die Westfälin trotz eines Vorsprungs von drei Ringen nach dem Vorkampf noch in Bedrängnis.

0,6 Ringe betrug der Rückstand von Barbara Lechner auf Martina Rave vor dem letzten Schuss, doch mit einer 10,6 schaffte die Münsteranerin klare Verhältnisse. Martina Rave wurde mit 501,7 Ringen Zweite und freute sich über ihre Leistung: „Ich habe noch nie 400 Ringe in einem offiziellen Wettkampf geschossen. Das war für mich heute eine tolle Premiere.“ Barbara Lechner wurde mit 500,7 Ringen mit dem Gewinn der Bronzemedaille belohnt.

Bei den Juniorinnen gewann Nicole Stenzenberger (Ries) mit 497,0 Ringen vor Josefa Gistl (Bad Tölz) mit 496,7 Zählern und Silvia Göbel (Bad Hersfeld) mit 495,9 Ringen.

Maik Eckhardt (Dortmund/Foto links) hat den zweiten Titel eines Deutschen Meisters gewonnen. Der 37-jährige Dortmunder siegte im Kleinkaliber-Liegendschießen mit insgesamt 701,4 Ringen vor Johann Zähringer (Oberried-Zastler/Foto rechts), der mit 700,1 Zählern Zweiter wurde und Nikolai Venger (Bothfeld) mit 699,8 Ringen.

Schon nach dem Vorkampf lag der Olympiateilnehmer von Atlanta, Sydney und Athen mit 598 Ringen an führender Position. Er kam in keiner Phase der Entscheidung unter Druck, zeigte selbst ein konstantes Finale und gewann am Ende verdient sein zweites Gold, nachdem er gestern schon mit der Freien Waffe erfolgreich war.

Hinter Maik Eckhardt entbrannte vor vollbesetzten Rängen in der Finalhalle ein heftiger Kampf, denn Johann Zähringer musste um seinen zweiten Rang heftig kämpfen. Zunächst rückte Markus Waschlinger (Frontenhausen) bis zum Gleichstand nach dem achten Durchgang ganz nah heran.

Der Bayer verlor jedoch in den beiden letzten Serien seine Medaillenchance gegen Nikolai Venger, der mit 104,8 Ringen das beste Finale aller acht Schützen erzielte, während der Routinier aus Südbaden – Johann Zähringer war mit 42 Jahren der älteste Finalist in diesem Wettkampf – mit 10,3 und einer 10,7 seine Silberposition festigte.

Bei den Junioren siegte Martin Kraushaar (Simmozheim) mit 694,7 Ringen vor Daniel Butterweck (Eschweiler) mit 693,9 Zählern und Christoph Tolonitz (Halle), der mit 692,8 Ringen auf Platz drei kam.

Abdullah Ustaoglu (Foto links) gewann nach der Silbermedaille gestern mit der Luftpistole heute Nachmittag den Titel über die 50-Meter-Distanz mit der Freien Pistole. Der 37-jährige Diplom-Ingenieur musste sich jedoch im Finale lange mit Florian Schmidt (Frankfurt/Oder) auseinandersetzen, bevor sein Sieg feststand.

Der Südbadener war mit 554 Ringen und damit vier Zählern Vorsprung vor Hans-Jürgen Bauer-Neumeier (Saaldorf/Foto rechts) in das Finale gegangen. Noch einmal zwei Ringe dahinter Florian Schmidt mit 548 Ringen. Bei der Freien Pistole längst noch keine Garantie auf den Sieg.

Mit 10,6 begann Abdullah Ustaoglu zwar das Finale, doch dann folgten eine 7,0 im dritten Durchgang, die den Vorsprung auf den Brandenburger, der Hans-Jürgen Bauer-Neumeier nach dem zweiten Schuss überflügelte, auf 3,8 Ringe schrumpfen ließ.

Eine 7,5 in der fünften und eine 8,2 in der achten Serie machten das Finale für die Zuschauer hochspannend, denn vor dem allerletzten Schuss standen nur noch zwei Zehntelringe zwischen den beiden Kontrahenten um den Titel.

Während Florian Schmidt zuerst eine 8,5 erzielte, konterte der erfahrene Nationalmannschaftsschütze aus dem Süden Deutschlands mit einer 10,4 und siegte schließlich mit 644,4 Ringen vor Florian Schmidt, der mit 642,3 Zählern Zweiter wurde. Der dritte Rang ging an Hans-Jürgen Bauer-Neumeier mit 638,8 Ringen.

Bei den Junioren hieß der Sieger Florian Brunner (Leingarten) mit 636,0 Ringen. Auf Rang zwei Dominik Sänger (Schrecksbach) mit 634,8 Zählern vor Steffen Schröder (Wittenberge) mit 634,6 Ringen.

Keinen Zweifel gab es daran, wer mit der Sportpistole der Damen den Titel gewinnen sollte. Schon nach dem Vorkampf führte Munkhbayar Dorjsuren (Neubiberg/Foto links) deutlich mit 583 Ringen und hatte dabei sich einen Vorsprung von acht Ringen vor ihren härtesten Konkurrentinnen erkämpft, die mit Monika Martin (Rott/Foto rechts) und Sandra Hornung (Hof) mit jeweils 575 Ringen auf den Plätzen zwei und drei folgten. Dahinter mit 573 Zählern, Kerstin Nelson (Freudenberg) auf Platz vier.

Auch im Finale war die Olympiadritte von Barcelona 1992 eine Klasse für sich. Nach 51,4 Ringen in der Auftaktserie, 50,9 und 51,5 schoss sie mit 49,9 Ringen aus und wurde mit einer Finalleistung von 203,8 Ringen und einem Gesamtergebnis von 786,8 Zählern ganz souverän neue Deutsche Meisterin in dieser Disziplin.

Auf Rang zwei Monika Martin, deren 52,4 Ringe in der Abschlussserie reichten, um Kerstin Nelson, die zwischenzeitlich Sandra Hornung überflügelte, auf Distanz zu halten. 778,1 Ringe standen am Schluss auf dem Erfolgskonto von Monika Martin, Kerstin Nelson wurde mit 775,1 Ringen Dritte.

Lächelnd sagte Munkhbayar Dorjsuren ihren Fans: „Ich freue mich jedes Mal, Deutsche Meisterin zu werden und bin sehr glücklich.“ Der Applaus der Besucher war ihr bei diesen Worten gewiss.

Kathrin Göpfrich (Bretten) gewann den Wettbewerb der Juniorinnen mit 766,2 Ringen. Ina Steinicke (Siegen) wurde mit 750,7 Ringen Zweite und Christin Geilich (Frankfurt/Oder) belegte mit 747,3 Ringen Platz drei.

Weitere umfangreiche Informationen zu den Deutschen Meisterschaften 2007 auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück finden Sie hier.

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