Olympische Spiele

Sportgewehr ohne deutsche Finalbeteiligung

14.08.2008 00:00

Im Finale mit dem Sportgewehr wird bei den Olympischen Spielen in Peking keine deutsche Teilnehmerin stehen. Barbara Lechner (Triftern/Foto) verpasste den Einzug in die Entscheidung um drei Ringe und belegte mit 582 Zählern Rang neun. Sonja Pfeilschifter (Ismaning) wurde 17. mit 578 Ringen.

 

Mit 196 Ringen im Liegend-, 189 im Stehend- und 194 im Kniendanschlag war Sonja Pfeilschifter, die vor diesem Wettbewerb als Mitfavoritin galt, aus dem Vorkampf gegangen. „In jedem Anschlag haben zwei bis drei Ringe zu ihrer sonst gewohnten Leistung heute gefehlt“, sagte DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann in einer ersten Stellungnahme direkt nach dem Vorkampf. Auch diesmal wird die 37-jährige Sportsoldatin aus Bayern und Weltrekordlerin in dieser Disziplin damit ohne olympische Medaille bleiben.

Unter Tränen sagte Sonja Pfeilschifter: „Das war heute wieder reine Kopfsache und solange ich das nicht rausbekomme, wird es bei Olympia nie klappen.“

Barbara Lechner hatte 192 Ringe im Liegendanschlag erzielt. 195 Ringe sowohl im Stehend-, als auch im Kniendschießen bedeuteten den neunten Rang. Um in das Finale der besten Acht einzuziehen, hätte die Sportsoldatin, die in diesem Jahr den Weltcup in Rio mit dem Luftgewehr gewann, jedoch mindestens 585 Ringe erzielen müssen.

„Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich hier bei den Olympischen Spielen kein Finale erreicht habe. Das Nervenschlottern hatte ich heute gut im Griff und ich hatte mir fest vorgenommen, die Kohlen aus dem Feuer zu holen“, so Barbara Lechner nach ihrem Wettkampf, „ich hätte wahnsinnig gern das Finale geschossen, aber es hat leider nicht gereicht.“

Die Olympiasiegerin von Athen 2004 mit dem Luftgewehr, Li Du (China), zog mit 590 Ringen als Führende mit eingestelltem olympischen Rekord in die Endrunde ein, dahinter mit jeweils 588 Ringen Eglis Yaima Cruz (Kuba) und Olga Dovgun (Kasachstan).

Die Chinesin startete in der Entscheidung zwar mit einer 8,7 und verlor kurze Zeit ihre Führung, doch kämpfte sie sich wieder in das Finale hinein, zeigte besonders in der zweiten Hälfte der Endrunde ihre großen schießsportlichen Qualitäten und siegte am Ende mit insgesamt 690,3 Ringen (Vorkampf 589/Finale 101,3) und neuem olympischen Finalrekord, vor Katerina Emmons (Tschechische Republik), die sich mit 687,7 Ringen (Vorkampf 586/Finale 101,7) nach der Goldmedaille mit dem Luftgewehr nun Silber holte.

Dritte wurde die in Europa nahezu unbekannte Eglis Yaima Cruz mit 687,6 Ringen (Vorkampf 588/Finale 99,6). Die Schützin von der mittelamerikanischen Insel konnte erfolgreich die Angriffe der Olympiasiegerin von Athen 2004, Ljubow Galkina (Russland), abwehren, die mit 687,4 Ringen (Vorkampf 585/Finale 102,4) trotz des besten Finalresultats nur Vierte wurde.

Alle Ergebnisse der Olympischen Spiele in Peking finden Sie nach Abschluss der Wettbewerbe hier.