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„Sportveranstaltungen mit der Bevölkerung im Herzen der Stadt“

13.07.2003 00:00

Der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Wolfgang Tiefensee (Foto), konnte sich zufrieden wieder ins Flugzeug nach Hause setzen. Sein Ziel in New York war erreicht. Die sächsische Metropole wird Ausrichterstadt der Bogenweltmeisterschaft 2007. Vor der Abreise aus den Vereinigten Staaten führten wir mit Wolfgang Tiefensee ein kurzes Gespräch:

 

„Herr Tiefensee, welche Bedeutung haben diese Weltmeisterschaften in Bezug auf die Olympiabewerbung Leipzigs 2012 ?“

„Es ist uns gelungen wieder eine Weltmeisterschaft nach Deutschland, nach Leipzig zu holen. Alles was kurz vor 2008 ist, dient der Qualifikation für die Spiele in Peking und wird mit größter Aufmerksamkeit – egal um welche Sportart es sich handelt – bedacht werden.“

„Die WM findet mitten in Leipzig, im Rosental-Park statt. Weshalb gerade dieser Standort ?“

„Mit der Verlegung in den Rosental-Park haben wir gezeigt, dass wir Sportveranstaltungen mit der Bevölkerung im Herzen der Stadt austragen wollen. Es gibt in Leipzig ein hohes Interesse für den Sport und ich bin sicher, das auch nicht zuletzt durch den Standort Rosental-Park das Interesse der Bevölkerung sich noch einmal steigern wird, weil wir die WM so dicht an der Innenstadt organisieren. Wir haben mit dem Deutschen Schützenbund und mit der FITA in der Vergangenheit viel darüber diskutiert, was wir im Vorfeld der Weltmeisterschaft machen können, um vor allem die Bevölkerung, die Studenten unserer Stadt und die Medien mit der Sportart bekannt zu machen, damit sie im Jahre 2007 die Aufmerksamkeit findet, die sie verdient. Wir wollen zeigen, dass wir bei der Bogen-WM, aber auch bei unserer Olympiabewerbung die Kriterien Kompaktheit und Nachhaltigkeit besonders heraus stellen. Wir wollen keine aufgeblasenen Veranstaltungen, zu denen aus Kostengründen vielleicht der Eine oder Andere dann nicht mehr kommen kann.“

"Welche Leistungen übernimmt die Kommune bei der Ausrichtung dieser Weltmeisterschaft ?“

„Wir haben uns eingebracht in der Erstellung des Bewerberdokuments. Dies ist im Vorfeld von der FITA gründlich studiert worden. Der Verband ist schon im Juni bei uns in Leipzig gewesen mit einer kleinen Delegation, um sich die voraussichtlichen Austragungsorte anzuschauen und hat uns positiv bewertet. Darüber hinaus werden wir uns natürlich auch finanziell an der Vorbereitung dieser WM beteiligen, zusammen mit dem Freistaat Sachsen und der Bundesrepublik Deutschland.“

„Sie haben sich hier in New York auch mit dem FITA-Präsidenten Jim Easton getroffen, der gleichzeitig auch Vizepräsident des Internatonalen Olympischen Komitees ist. Haben Sie für Ihre Stadt werben können ?“

„Nein, um unsere Olympiabewerbung ging es bei diesem Treffen nicht. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch mit einer Vielzahl von Themen. In der DDR hätte man früher gesagt, „man hat beiderseits interessierende Fragen besprochen“, eine Formulierung, die „aufregender“ kaum sein kann. Selbstverständlich haben wir viel über Sport, aber auch über Politik und über die Weltlage nach 1989 gesprochen. Ich habe in diesem Gespräch viel über das Bogenschießen und seine Abläufe gelernt. Wir haben uns ausgetauscht, wie man eventuell das Bogenschießen noch attraktiver machen kann. Es war einfach ein sehr angenehmes Gespräch – mehr möchte ich dazu nicht sagen, was Sie sicherlich verstehen.“

„Herr Tiefensee, wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen für die Olympiabewerbung alles Gute.“