Olympische Spiele

Susanne Kiermayer gewinnt Olympiaqualifikation

17.05.2004 00:00

Die Silbermedaillengewinnerin von Atlanta 1996, Susanne Kiermayer (Kirchberg/Foto), hat die nationale Olympiaqualifikation gegen ihre Rivalin Sonja Scheibl (Itzstedt) gewonnen und wird nun vom Deutschen Schützenbund dem Nationalen Olympischen Komitee zur endgültigen Nominierung für Athen 2004 vorgeschlagen.

 

Anlässlich der 1. DSB-Rangliste in Berlin-Hoppegarten entwickelte sich ein dramatisches Duell zwischen den beiden besten deutschen Schützinnen der letzten Jahre. Vor der allerletzten Serie hatte die 24-jährige Norddeutsche den Vorsprung von Susanne Kiermayer auf einen einzigen Treffer minimiert.
 
Bundestrainer Wilhelm Metelmann schildert den Verlauf des Wettkampfes: „Das war Superspannend und ging selbst mir an die Nerven. Am ersten Tag holte Sonja Scheibl nach drei Serien eine Scheibe auf und war nur noch einen Treffer im Rückstand. Da hat man selbst einer Susanne Kiermayer angemerkt, dass sie voll „unter Strom“ stand. Sie hatte ja 1996 und auch im Jahr 2000 keine Qualifikation zu absolvieren, weil es keine Konkurrentin für sie in unserem Olympiakader gab. In diesem Jahr hielt Sonja Scheibl gut dagegen und so kam es zu dieser internen Ausscheidung. In der letzten Serie verließen dann aber Sonja Scheibl ein wenig die Nerven.“
 
24 getroffene Scheiben für Susanne Kiermayer und 18 für Sonja Scheibl (Foto rechts) hieß es nach Abschluss der letzten Serie und dies bedeutete letztendlich die Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden August in der griechischen Hauptstadt für die 35-jährige Angehörige der Bundeswehr.
 
„Nach einer kurzen Erholungspause wird Susanne Kiermayer die 2. Rangliste mitschießen, weil sie noch nicht so sehr viel Wettkämpfe in diesem Jahr hat, wird dann im Schießsportzentrum Suhl ein Sondertraining absolvieren und dann wird sie an den Europameisterschaften teilnehmen. Die EM ist aber kein Höhepunkt für sie, sondern wir nutzen die Veranstaltung auf Zypern zur Olympiavorbereitung unter verschärften Bedingungen, wo wir alles im Hinblick auf Athen noch einmal testen wollen.“
 
Ein weiterer Olympiakandidat schoss in Hoppegarten eine hervorragende Leistung. Mit 139 Treffern erzielte Waldemar Schanz (Wiesbaden) eines seiner besten Ergebnisse in dieser Saison. Dies lässt hoffen, dass die schwierige Umstellung der Technik, die der zweimalige Vizeweltmeister auf Grund einer technischen Änderung im Doppeltrap vornehmen musste, nun positive Resultate bringt. Das Ergebnis von Hoppegarten ist jedenfalls eine starke Leistung.
 
„Waldi hat das hier sehr gut hinbekommen, er stellt sich immer besser auf die neue Technik ein. Allerdings liegt ihm der Stand hier auch, das wissen wir. Wenn er nun solche Resultate auch auf anderen Schießständen erzielt, bin ich recht hoffnungsfroh, aber das warten wir mal ab. Olaf Kirchstein liegt mit 120 getroffenen Scheiben auch voll im Plan. Er hat hier den Trap-Vorkampf gewonnen und seine Sache sehr gut gemacht,“ so Bundestrainer Wilhelm Metelmann zu seinen Olympiaschützlingen.