Bundesliga

Titel Luftpistole nach Stechen an Weil am Rhein

11.02.2007 00:00

Spannender kann ein Finale nicht sein. Im Stechen gewann der ESV Weil am Rhein den Titel eines Deutschen Meisters gegen den Titelverteidiger SGI Waldenburg mit 3:2. Thomas Albiez (Weil/Foto links) startete zunächst eine Aufholjagd, stellte den Gleichstand zu Leo Braun (Waldenburg/Foto rechts) her und besiegte den Nationalmannschaftsschützen schließlich im Shoot-off mit 10:9. Der Jubel bei den Südbadenern kannte keine Grenzen.

 

Leo Braun hatte seinen Wettkampf schon längst beendet und verfolgte das Geschehen von der Tribüne inmitten der Zuschauer, als Thomas Albiez ganz allein noch auf dem Schießstand war und die letzten drei Schüsse absolvieren musste.

Vorher hatte es ganz nach einem Sieg für den Waldenburger Schützen ausgesehen, der nach der ersten Serie schon mit sechs Ringen in Führung lag. Thomas Albiez konnte zwar nach dem zweiten Durchgang zwei Ringe aufholen, aber nach einer 94-er-Serie für beide, glaubte niemand mehr an einen anderen Ausgang als den Sieg für Waldenburg auf der entscheidenden vierten Position.

Doch Leo Braun schoss nur mit 92 Ringen aus, damit kam die Chance zum Sieg für Weil am Rhein zurück. Drei Schüsse vor dem Ende hieß es für Thomas Albiez drei Mal Zehn zu schießen, um zu gewinnen – zwei Mal Zehn und einmal Neun würden das Stechen bedeuten.

Er begann mit einer Zehn – Hoffnung bei den Weiler Fans – ein Aufstöhnen beim vorletzten Schuss, denn ein gelber Punkt tauchte auf der Anzeigetafel auf und dies bedeutete eine Neun – jetzt galt es für den Weiler Schützen die Nerven zu behalten – volle Konzentration, dann der Schuss und eine 10, genauer gesagt sogar eine 10,7, damit war das Stechen erreicht und eine Wende, an die bei Weil niemand mehr glauben konnte.

„Bei meiner Aufholjagd habe ich gar nicht genau realisiert, wie es wirklich steht“, so Thomas Albiez, nachdem er von seinen Mannschaftskollegen fast erdrückt wurde, „ich ahnte nur, dass hier noch etwas drin war für uns. Als ich dann auf die Anzeigetafel sah und dort stand es 2:2 zwischen unseren Teams, da dachte ich nur noch: Das darf doch nicht wahr sein. Beim Stechen habe ich alles das abgefahren, was ich über Jahre geübt habe. Die ganzen Technikelemente und ich dachte, lass jetzt nur ja den Schuss kommen und er kam und hat gepasst.“

Seinem Gegner, Leo Braun, war die Enttäuschung über den Ausgang dieses Duells deutlich anzumerken: „Ich hätte es vorher in der Hand gehabt, alles klar zu machen, von daher ist es in Ordnung gewesen, so wie es war. Thomas Albiez hat hinten heraus hervorragend geschossen, dann das Stechen gewonnen, ich kann ihm und der Mannschaft vom ESV Weil am Rhein nur gratulieren.“

Auf den anderen Positionen zeichnete sich schnell die Punkteverteilung ab. Der Schweizer Markus Abt in Diensten von Weil am Rhein hatte die Olympiasiegerin mit der Sportpistole von Athen 2004, Maria Grozdewa, während des gesamten Matches unter Kontrolle und ließ sich am Ende mit 375:373 den Sieg nicht nehmen.

An der Spitzenposition konnte Patrik Lengerer (Waldenburg/Foto rechts) am heutigen Tag seinem Nationalmannschaftskollegen Abdullah Ustaoglu (Weil/Foto links) kein Paroli bieten und unterlag deutlich mit 372:377. Damit waren die beiden zusätzlichen Punkte für Weil am Rhein gewonnen, bevor es zur endgültigen Entscheidung im Stechen kam.

Michael Peirick zeigte vor 700 Zuschauern eine glänzende Partie und gewann gegen Swen Jülle deutlich mit 378:371. Den zweiten Punkt für die Schützengilde Waldenburg holte Wolfgang Renner an Position fünf, der Christian Schebesta hauch dünn im letzten Schuss mit 372:371 besiegen konnte.

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