Weltmeisterschaften

Vier deutsche Schützen erreichen WM-Sechzehntelfinale

07.07.2011 11:05

Lisa Unruh (Berlin) und Florian Floto (Braunschweig) mit dem olympischen Recurvebogen sowie Melanie Mikala (Karlsbad) und Marcus Laube (Seelze/Foto) mit dem nichtolympischen Compoundbogen haben bei den Weltmeisterschaften der Bogenschützen in Turin (Italien) das Sechzehntelfinale erreicht und sind damit beste Teilnehmer des Deutschen Schützenbundes.

 

Marcus Laube gewann zum Auftakt der Elimination sein Match gegen Leandro Rojas (Venezuela) mit 147:146 und ließ anschließend auch dem Zehnten nach der Qualifikation, Amir Kazempoor (Iran), beim deutlichen 148:142-Erfolg keine Chance. Im Sechzehntelfinale, das morgen ausgetragen wird, geht es nun für den Niedersachsen gegen Patrick Laursen (Dänemark).

Paul Titscher (Braunschweig) bezwang zunächst Demir Elmaagacli (Türkei) mit 146:141, musste sich aber dann in Runde zwei Jongho Kim (Südkorea) mit 143:145 geschlagen geben. Julian Scriba (Weilrod) schied dagegen durch eine knappe 143:144-Niederlage gegen Timo Kivimaa (Finnland) bereits zum Auftakt der Direktausscheidung aus.

Bei den Damen bezwang Melanie Mikala (Foto) in ihrer ersten Partie Jelena Babinina (Lithauen) klar mit 143:136 und war anschließend auch durch die gesetzte Camilla Soemod (Dänemark) nicht zu stoppen. Die Karlsbaderin siegte wiederum überzeugend mit 146:139 und trifft nun morgen auf die Neunte nach der Qualifikation, Inge van Caspel (Niederlande).

Andrea Weihe (Saalfeld) siegte zunächst gegen Ulrika Sjöwall (Schweden) mit 140:137, musste dann jedoch gegen die etwas glücklichere Petra Göbel (Österreich) beim engen 137:138 ausscheiden. Auch Sabine Sauter (Waal) kam nach einem souveränen 144:131-Erfolg gegen Mandy McGregor (Neuseeland) in die zweite Runde, wo sie ebenfalls nur knapp mit 140:141 gegen Luzmary Guedez (Venezuela) unterlag.

Trainer Harry Vohs war von der Leistung seiner Schützlinge sehr angetan: „Melanie Mikala lag in der Begegnung gegen Camilla Soemod lange nur einen Ring zurück, was Druck in ihr aufbaute. Dann in der dritten Passe schenkte ihr die Gegnerin drei Punkte. Diesen Vorsprung konnte sie aufrecht erhalten.

Marcus Laube hat noch nie zuvor ein Finale auf diesem Niveau geschossen. Er konnte damit seine persönliche Bestleistung gleich zweimal übertreffen. Grund dafür sind die positiven Gedanken, mit denen er in den Wettkampf gegangen ist. Es ist ihm gelungen, die hohen Ringzahlen der letzten drei Passen beizubehalten und nahm seinem Gegner damit die Chance auf ein Weiterkommen. Ich bin sehr zufrieden mit der ausgezeichneten Leistung meiner Schützen.“

In der Disziplin Recurvebogen, bei der seit dem vergangenen Jahr in einem Satzsystem geschossen wird, setzte sich Lisa Unruh (Foto) zunächst gegen Alexandra Mirca (Moldawien) glatt mit 6:0 durch, bezwang dann die erfahrene Natalia Erdiniewa (Russland), immerhin 17. nach der Qualifikation mit 6:2, und steht nun morgen im Sechzehntelfinale, wo sie auf die Qualifikationssechzehnte Berengere Schuh (Frankreich) treffen wird.

Elena Richter (Berlin) siegte in der ersten Runde gegen Chuluun Oyunsuren (Mongolei) mit 6:4, musste dann jedoch gegen Jessica Tomasi (Italien) nach anfänglicher Führung noch eine 3:7-Niederlage hinnehmen. Karina Winter (Berlin) schlug zum Auftakt Damla Ergin (Türkei) mit 7:3, unterlag dann aber der Qualifikationselften Gyeonghee Han (Südkorea) mit 1:7.

Florian Floto (Foto) tat sich zunächst gegen Constantin Christodoulou (Zypern) recht schwer, doch nach dem fünften Satz hatte der junge Braunschweiger den Zyprioten mit 6:4 bezwungen. Eine noch schwerere Hür-de wartete mit Simon Terry (Großbritannien), der „Legende“ aus Britannien, in Runde zwei.

Nach zwei unentschiedenen Passen und jeweils einer gewonnenen Serie musste der fünfte Satz entscheiden oder aber zum Stechen führen. Mit 27:26 gewann schließlich Florian Floto und zog in die nächste Runde morgen ein, wo ihn der Qualifikationszweite Brady Ellison (USA), der für dieses Sechzehntelfinale schon gesetzt war, erwartet.

"Ich freue mich!", sagte ein strahlender Florian Floto nach seinem Wettkampf. "Heute hatte ich ein schönes und sicheres Gefühl beim Schießen. Ich habe mich langsam auf jeden Schuss vorbereitet, muss mich auch noch langsam bewegen, aber es ist so gut, ohne Schmerzen schießen zu können.
Gegen den Briten Simon Terry habe ich schon einmal gewonnen. Jetzt will ich morgen alles geben!

Was mir gestern passiert ist, hatte ich schon einmal, damals kam es nur nicht so plötzlich. Der Aufbau des Ersatzbogens ist mir sozusagen zum Verhängnis geworden. Plötzlich waren die Schmerzen da. Ich habe noch nie schlimmere Schmerzen gehabt. Mir liefen die Tränen beim Schießen.

Es tut mir so leid, dass wir dadurch nicht mit dem Team nach London zu den Olympischen Spielen fahren können, denn das Potential ist da. Wir hätten es packen können, waren gut drauf."

Bundestrainer Oliver Haidn zog das Fazit des heutigen Wettkampftages mit den Worten: "Wir freuen uns über die Ergebnisse von Lisa Unruh und Florian Floto. Dadurch sind die Chancen auf zwei Quotenplätze gewahrt. Dennoch müssen sich einige Schützen fragen, warum sie ihre Möglichkeiten heute nicht besser nutzen konnten."

Alle Ergebnisse der WM Bogenschießen in Turin finden Sie nach Abschluss der Wettbewerbe über diesen Link.