Bundesliga

Vizemeister Petersaurach findet sich am Tabellenende wieder

22.10.2012 16:47

Im Februar hatten sie noch groß in Paderborn gefeiert, doch der Start in die neue, 16. Bundesligasaison Luftgewehr in der Gruppe Süd hat den Überraschungsmeister des Jahres 2012 wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geworfen. Der SV Petersaurach verlor beide Matches – und auf einmal ist der Vizemeister Letzter im Süden.

Die beiden Münchner Vereine, die HSG und Der Bund, richteten die Wettkämpfe im eigenen Schützenhaus und im Tenniscenter Allach aus. Vor eigenem Publikum unterlag Der Bund dabei am Sonntag Germania Prittlbach mit 2:3. Damit erlebten die Zuschauer die zweite Überraschung nach dem 4:1 der SG Coburg über Petersaurach zum Auftakt. Die Nordbayern zeigten sich allerdings auch in glanzvoller Form, ihr schwächstes Resultat lautete 392 Ringe. Die Geschlossenheit auf hohem Niveau, an der Spitze der tschechische Neuzugang Nikola Mazurova mit 399 Ringen, sicherte den Coburgern gegen ebenfalls gute Petersauracher den Erfolg.

Wie gut die Coburger schon zum Saisonstart in Form sind, hatten sie bereits am Vortag demonstriert. Da waren sie noch stärker und bezwangen Germania Prittlbach mit 4:1. Den Punkt gaben sie erst im Stechen in Person von Nationalschütze Jürgen Wallowsky ab, auch auf hohem Niveau nach 392:392-Remis mit 9:10 gegen Bernhard Oswald. 395, zweimal 396 und 397 Ringe wieder durch Spitzenfrau Mazurova bei ihrem Bundesligadebüt als weitere Einzelresultate – das konnte sich auf Coburger Seite sehen lassen.

Coburg übernahm überzeugend die Tabellenspitze nach zwei Kampftagen und dürfte in dieser Verfassung nur äußerst schwer zu bezwingen sein.
Am Abend gab es für die heimischen Zuschauer Grund zum Jubeln. Die großen Drei des Bunds, Barbara Engleder, Silvia Rachl und Norbert Ettner, sicherten an den Toppositionen die drei Zähler zum 3:2 über Petersaurach. Petersaurachs Neuzugang Torsten Krebs, der nach vielen Jahren beim BSV Buer-Bülse den Bundesliga-Neueinstieg wagte, hatte gegen Sportgewehr-Weltmeisterin Barbara Engleder an Position eins beim 392:397 keine Chance.

Doch auch den Bund erwischte es. Ausgerechnet ihre Freundnin Claudia Keck fügte Engleder bei der 2:3-Niederlage am Sonntag gegen Germania Prittlbach beim 395:394 eine schmerzhafte Niederlage zu. Wieder kamen die Münchner an den letzten beiden Positionen nicht über 388 Ringe hinaus, obwohl Trainer Johann Riederer mit Regina Time für Stefan Reichhuber eine frische Kraft gegenüber dem Vortag einwechselte.

Im ehrwürdigen HSG-Schützenhaus an der Zielstattstraße rieben sich am Samstagabend die Besucher verwundert die Augen. Nicht die hoch eingeschätzte HSG als Gastgeber fuhr die Punkte ein, sondern der Aufsteiger und Erstligadebütant Singoldschützen Großaitingen. 3:2 gewannen die Gäste, und die größte Überraschung ereignete sich an der Topposition. Die 21-jährige Slowenin Ziva Dvorsak besiegte die siebenmalige Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter nach einer nervenstarken Klasseleistung mit 398:396. Mit Tino Mohaupt unterlag auch der zweite deutsche Olympiastarter in HSG-Reihen, der Münchner Neuzugang verlor nach schwacher Leistung mit 389:393 gegen Barbara Bleicher. Den dritten Punkt steuerte für Großaitingen an Position fünf Kristina Harrand bei.

Wer geglaubt hatte, es handele sich bei diesem Erfolg um eine Eintagsfliege, wurde am Sonntag eines Besseren belehrt. Mit 4:1 fertigten die Singoldschützen auch Mitaufsteiger Post SV Plattling ab. Dvorsak traf mit 394 Ringen wieder am besten in diesem Duell. Damit ist Großaitingen seinem Ziel, dem Klassenerhalt, schon ein bedeutendes Stück näher gekommen.

Plattling hatte schon am Vortag eine allerdings extrem unglückliche 2:3-Niederlage gegen Brigachtal einstecken müssen. Die Südbadener, die sich nach den Abgängen von Beate Gauß und Tino Mohaupt neu aufstellen mussten, siegten letztlich durch den 10:9-Erfolg im Stechen von Claus Hildebrand über Andreas Bachl. Nach jeweils 40 Schüssen hatte es 389:389 gestanden. In dieser insgesamt niveauarmen Begegnung hatten für die Niederbayern Franz Schreiner und Andrea Hartl gepunktet, für Brigachtal waren neben Hildebrand Eva Friedel und Natalie Bischof mit den einzigen Topresultaten von 395 und 397 Ringen erfolgreich.

Plattling blieb wie Petersaurach punktlos, Brigachtal musste am Sonntag gegen die gastgebende HSG eine 2:3-Niederlage einstecken. Da hatten sich die Münchner noch in guter Verfassung präsentiert, niemand aus ihrem Quintett traf weniger als 390 Ringe, und Sonja Pfeilschifter glänzte mit dem 398:392-Sieg über Trainerehefrau Silvia Guignard. Beide Teams, die HSG wie Brigachtal, rangieren jetzt mit jeweils einem Sieg und einer Niederlage sowie jeweils 5:5-Einzelpunkten in der Tabelle einträchtig nebeneinander.

  

Bericht: Harald Strier