Waffenrecht
Waffenrecht: DSB beim „Reality Check“ der EU‑Kommission zur Feuerwaffenrichtlinie vertreten
Der Deutsche Schützenbund (DSB) war beim „Reality Check“ zur EU-Feuerwaffendirektive der Europäischen Kommission am 25. Juni 2026 in Brüssel vertreten. Die Veranstaltung der Generaldirektion Migration und Inneres (DG HOME) diente als großer, direkter Dialog zwischen EU‑Kommission und Vertretern des privaten Feuerwaffensektors – darunter insbesondere Sportschützen, Jäger und Sammler.

Als Delegierte nahmen der stellvertretende DSB-Geschäftsführer Andreas Friedrich als Vertreter der ISSF sowie der Leiter der DSB-Rechtsabteilung Robert Garmeister als Vertreter des Deutschen Schützenbundes an der Veranstaltung teil und brachten die Perspektive der deutschen und europäischen Sportschützinnen und Sportschützen in die Diskussion ein.
Die Europäische Kommission überprüft die Feuerwaffenrichtlinie turnusgemäß im Rahmen einer alle fünf Jahre stattfindenden Evaluation. Im Fokus des jetzt durchgeführten „Reality Check“ standen u.a. die praktische Umsetzung der Richtlinie in den Mitgliedstaaten, die Regeln für grenzüberschreitende Verbringungen und Reisen sowie die Bestimmungen für legale Waffenbesitzer, insbesondere Jäger, Sportschützen und Sammler.
Die Teilnehmer hoben die Bedeutung der Feuerwaffenrichtlinie als grundlegendes Instrument zur Harmonisierung der EU‑Regeln zur Erleichterung grenzüberschreitender Reisen für rechtmäßige Waffenbesitzer hervor. Gleichzeitig wurden praktische Hindernisse identifiziert und gute Beispiele für eine sachgerechte Umsetzung diskutiert, um Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Regelungen zu vereinfachen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage der Digitalisierung des Europäischen Feuerwaffenpasses, die insbesondere für international aktive Sportschützinnen und Sportschützen von großer Bedeutung ist.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen im Laufe des Jahres unmittelbar in die laufende Evaluation der Feuerwaffenrichtlinie einfließen und eine faktenbasierte Bewertung der Regelungen ermöglichen.
Für den Deutschen Schützenbund und seine Mitglieder hat die Feuerwaffenrichtlinie direkte Auswirkungen:
- Rechtssicherheit für Sportschützen: Klare, EU‑weit harmonisierte Regeln erleichtern die Planung und Durchführung von Trainingslagern, internationalen Wettkämpfen und Meisterschaften.
- Erleichterung grenzüberschreitender Reisen: Ein praxistauglicher und perspektivisch digitalisierter Europäischer Feuerwaffenpass kann die Mobilität von Sportschützinnen und Sportschützen im europäischen Raum deutlich verbessern.
- Reduzierung bürokratischer Hürden: Die im „Reality Check“ diskutierte Vereinfachung und Entlastung bei administrativen Vorgaben kommt Vereinen, Verbänden und einzelnen Schützen zugute
Durch die aktive Teilnahme am Dialog mit der EU‑Kommission trägt der DSB dazu bei, dass die besonderen Belange des organisierten Schießsports bei zukünftigen Anpassungen der rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Walter Wolpert, Vizepräsident Recht des Deutschen Schützenbundes, betont die Bedeutung des Formats: „Der direkte Austausch mit der Europäischen Kommission ist für den Deutschen Schützenbund von großer Bedeutung. Unsere Sportschützinnen und Sportschützen sind verantwortungsvolle, gesetzestreue Waffenbesitzer – das muss sich auch in der europäischen Gesetzgebung widerspiegeln. Der ‚Reality Check‘ ist eine gute Möglichkeit für die Kommission, praktische Erfahrungen aus der Verbandspraxis, aus dem Leistungssport und von internationalen Wettkämpfen in ihre Bewertung einzubeziehen. Wenn die Evaluation dazu führt, dass bürokratische Hürden abgebaut, der Europäische Feuerwaffenpass modernisiert und dazu noch Rechtssicherheit durch EU-weit einheitliche Umsetzungen erreicht werden, wäre das ein großer Gewinn für den Schießsport in Deutschland und ganz Europa.“
