Weltcup
Weltcupfinale Armbrust München: Ein guter Ort für hochklassigen Armbrust-Sport
Die Olympiaschießanlage des Bayerischen Sportschützenbundes in München war am vergangenen Wochenende Schauplatz des IAU Armbrust-Weltcupfinals für die Match-Armbrust-Schützen. Und die geizten nicht mit herausragenden Leistungen, gleich mehrere Weltrekorde wurden aufgestellt.

Neben einem starken deutschen Team waren die weltbesten Match-Armbrustschützen auf der 10m- und 30m-Distanz am Start. Einige Zuschauer hatten den Weg zu den Wettkämpfen auf sich genommen und erlebten in einer spannenden absolute Atmosphäre Spitzenleistungen der Teilnehmer.
Die Wettbewerbe begannen bereits am Donnerstag mit einem Mixteam-Wettbewerb mit der 10m-Armbrust. Hier waren mit Jolanda Prinz, die Weltjahresarmbrustschützin aus dem vergangenen Jahr, und Elias Stelzl, der frischgekürte Europameister und aktueller Junioren-Weltrekordhalter, am Start. Mit gleich drei weiteren Teams (Katja Blos/Simon Eiglsperger, Anna Waldhör/Louis Fürst, Lisa Forstner/Manuel Schmied) waren die Deutschen die teilnehmerstärkste Nation. Nach einem engen Vorkampf konnten sich Team GER 1 (Prinz/Stelzl) sowie Team GER 2 (Blos/Eiglsperger) für das Finale der besten fünf Teams zu qualifizieren. Das Team Blos/Eiglsperger belegte nach einem spannenden Kampf, äußerst knapp geschlagen, leider nur den fünften Rang. Das deutsche Team Prinz/Stelzl machte es spannend und hatte am Ende mit einem Ring Unterschied zum französischen Team das Nachsehen und belegte den zweiten Platz. Diese Platzierungen waren ein guter Start für die weiteren Wettbewerbe.
Jolanda Prinz, die sich auch in diesem Jahr schon während der Weltcup-Saison und den Europameisterschaften in Frankreich vordere Platzierungen und eine gute Ausgangsposition in der Weltrangliste erkämpft hatte, glänzte am zweiten Wettkampftag wieder mit 395 Ringen und sicherte sich den ersten Platz für das Damen-Finale auf 10 Meter. In diesem musste sich Jolanda Prinz im Kampf um die „kleine“ Kristallkugel nur der Schweizerin Joelle Baumgartner, die im Vorkampf noch hinter ihr gelegen hat, äußerst knapp mit einem Ring, geschlagen geben. Den dritten Platz belegte die zweite deutsche Finalteilnehmerin Sandra Reimann.

Bei den Männern waren die Platzierungen noch härter umkämpft. Im Vorkampf zeigte der Franzose Michael Dhalluin - wie schon in der gesamten Saison - mit 398 Ringen seine Qualität. Lediglich Elias Stelzl, der deutsche U23-Europameister, traf in der gleichen Präzision und erzielte wie bei der EM 397 Ringe. Das bedeutete zugleich, dass er seinen aktuellen Weltrekord eingestellt hatte sich mit Rang zwei einen Platz für das Finale erkämpft hatte.
Die weiteren deutschen Schützen Louis Fürst (393 Ringe), Kilian Fichtl (392 Ringe) und Marius Klöckers (389 Ringe) konnten sich ebenfalls für das Einzelfinale qualifizieren. Die 389 Ringe von Simon Eiglsperger reichten in diesem Jahr leider nicht für den Finaldurchgang.
Die geschossenen Vorkampfergebnisse versprachen ein spannendes Finale. Die beide jüngsten Teilnehmer, Elias Stelzl und Kilian Fichtl, zeigten einen spannenden Wettkampf und verbesserten sogar ihre Vorkampf-Platzierungen. Elias Stelzl war von Beginn an hochkonzentriert und schoss bei 16 Finalschüssen fast fehlerfrei und setzte den Franzosen unter Druck. Mit zwei Ringen Vorsprung hielt er die Konkurrenz auf Distanz und belohnte sich mit dem Gewinn der „kleinen“ Kristallkugel. Kilian Fichtl konnte sich ebenfalls steigern und rückte dadurch als Dritter auf das Podest.
Im abschließenden 30m-Wettbewerb am Samstagvormittag spielte das Wetter - anders als sonst auf der Olympiaschieß-Anlage - nicht die entscheidende Rolle. Und so war es nicht verwunderlich, dass die Amrbrust-Experten mehrere Weltrekorde einstellen oder sogar steigern konnten.
Von vier deutschen Startern sicherte sich Louis Fürst mit sehr guten 578 Ringen den dritten Platz im Vorkampf. Marius Klöckers erreichte mit einem Ring weniger den vierten Rang, Simon Eiglsperger erkämpfte sich mit 572 Ringen als Sechster ebenfalls ein begehrtes Finalticket. Im Finale war weiterhin eine konzentrierte Leistung nötig, um nicht die aktuelle Platzierung zu verlieren. So verloren Fürst und Klöckers durch jeweils nur einen schlechten Schuss ihre Positionen und mussten mit ansehen, wie die überragende Joelle Baumgartner aus der Schweiz nach ihren beiden Weltrekorden (299 Ringe im Kniend-Anschlag und 588 Ringe im Gesamtergebnis) auch das Finale sowie die kleine und große Kristallkugel gewinnen konnte. Lediglich Simon Eiglsperger hielt dagegen und konnte Baumgartner am Ende fast noch einholen. Mit einem Ring weniger belegte Eiglsperger vor dem Schweizer Stephan Loretz einen tollen zweiten Platz.
Das recht junge deutsche Team zeigte neben einem bemerkenswerten Teamgeist eine starke Leistung. Die Harmonie untereinander war für jeden spürbar und sichtbar. Und so fiel das Fazit des Disziplinverantwortlichen DSB-Referenten Lützenkirchen positiv aus: „Wir können stolz auf unsere Mannschaft sein. Im Training und den Wettkämpfen haben die Schützinnen und Schützen im letzten Jahr viel und hart gearbeitet und sich den Erfolg auch verdient.“
Alles in allem war das Armbrust-Weltcupfinale in München für die deutschen Teilnehmer und die anderen teilnehmenden Nationen ein schöner Jahresabschluss und ein guter Test für die bevorstehenden Armbrust-Weltmeisterschaften im kommenden Jahr an gleicher Stelle. München ist einfach ein guter Ort für Weltrekorde und den ganzen Armbrust-Sport!
