International

WM-Gold, -Silber und -Bronze für DSB-Damenteams

28.07.2006 00:00

Bei den Weltmeisterschaften der Sportschützen in Zagreb (Kroatien) gewannen die Damen des Deutschen Schützenbundes die Goldmedaille im nichtolympischen Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr. Sonja Pfeilschifter (Ismaning/591 Ringe/Foto links), Dorothee Bauer (Speyer/590 Ringe/Foto rechts) und Claudia Keck (Grünbach/585 Ringe/Foto Mitte) sicherten mit insgesamt 1766 Ringen den Titel vor Kasachstan und der Ukraine, die beide auf 1761 Ringe kamen.

 

 

Der Mannschaftswettbewerb wurde innerhalb der Elimination ausgeschossen. Der Einzelwettbewerb beginnt mit dem Vorkampf am morgigen Samstag. Alle drei deutschen Schützinnen haben sich mit ihrem jeweiligen Ergebnis natürlich für diesen Wettkampf qualifiziert.

In der Besetzung Munkhbayar Dorjsuren (Moosach/Foto Mitte), Stefanie Thurmann (Frankfurt/Oder/Foto rechts) und Claudia Verdicchio (Freiburg/Foto links) gewannen die deutschen Damen hinter China (1740 Ringe) und Weißrussland (1735 Ringe) mit 1730 Ringen die Bronzemedaille in der Mannschaftswertung mit der Sportpistole.

Munkhbayar Dorjsuren (Moosach/Foto), die noch amtierende Weltmeisterin, ging in der Einzelwertung mit insgesamt 582 Ringen als Dritte in das Finale der besten Acht. Die Titelverteidigerin, Munkhbayar Dorjsuren holte sich die Goldmedaille 2002 in Lahti (Finnland), hatte gestern im Präzisionsschießen 290 Ringe erzielt und ließ heute im Duellmodus noch einmal 292 Ringe folgen.

Mit 591 Ringen ging Ying Chen (China) als Führende ins Finale, gefolgt von ihrer Mannschaftskollegin Fengji Fei, die 585 Ringe nach dem Vorkampf auf dem Konto hatte. Auch Munkzul Tsogbadrah (Mongolei) zählte zum engsten Favoritenkreis auf die Medaillen. Wie ihre ehemalige Landfrau Munkhbayar Dorjsuren, die seit 2002 für Deutschland startet, hatte sie als Vierte 582 Ringe auf dem Konto.

In der Entscheidung hatte die 37-jährige Sportsoldatin gleich im ersten Schuss mit einer 8,5 nicht die beste Eröffnung. Nach insgesamt 49,8 Ringen in der ersten Serie lag Munkhbayar Dorjsuren auf Rang fünf, Munkzul Tsogbadrah und Gundegmaa Otryad waren an der Titelverteidigerin vorbeigezogen.

In der zweiten Fünf-Schuss-Serie kämpfte sich Munkhbayar Dorjsuren (Foto) wieder eindrucksvoll zurück. Hervorragende 51,6 Ringe standen für sie auf der Anzeigetafel und damit hatte sie sich den Bronzerang wieder zurückgeholt. Noch vor anderthalb Jahren hätte dies für die Medaille gereicht, seit 2005 gibt es jedoch zwei weitere Finalserien, die zu absolvieren sind.

Im dritten Durchgang, den die Wahlbayerin mit 49,2 Ringen beendete, war es wieder der Auftaktschuss, der ein gutes Ergebnis verhinderte. Eine 8,4 ließ die zweifache Einzelweltmeisterin, 1998 gewann sie auch den Titel mit der Luftpistole, auf Platz vier zurückfallen.

In der letzten Serie spürten die Zuschauer in der voll besetzten Finalhalle den unbedingten Willen, wieder in die Medaillenränge zurückzukommen, doch was Munkhbayar Dorjsuren auch schoss, die auf Rang drei liegende Gundegmaa Otryad hatte die bessere Antwort.

Am Ende fielen für die deutsche Schützin noch eine 9,1 und eine 9,2 und dies bedeutete nach einem Finalergebnis von 199,6 Zählern den fünften Platz mit insgesamt 781,6 Ringen. Es siegte Ying Chen mit 792,8 Ringen vor Fengji Fei, die der Führenden mit 790,4 Ringen recht nahe gekommen war. Die Bronzemedaille ging mit 785,2 Ringen an Gundegmaa Otryad.

„Ich freue mich, dass Munkhbayar Dorjsuren das Finale erreicht hat“, erklärte Bundestrainer Peter Kraneis nach dem Wettkampf, „und ich denke, dass der fünfte Rang ein sehr gutes Ergebnis ist. Natürlich haben wir alle insgeheim mit einer Medaille gerechnet, aber ich bin zufrieden. In diesem Jahr ist sie durch eine Krankheit fast sechs Monate ausgefallen und ich muss ihr das Kompliment machen, dass sie sich hier zur WM wieder in die internationale Spitze hineingeschossen hat. Sie ist ein Kämpfertyp, der immer alles gibt.“

Auch Stefanie Thurmann (Frankfurt/Oder/Foto) zeigte einen hervorragenden Wettkampf, der nach 577 Ringen mit dem zwölften Platz belohnt werden. Damit verpasste sie den begehrten olympischen Quotenplatz nur um einen einzigen Rang. Nach 284 Ringen im Präzisionsschießen gestern, steigerte sich die junge Brandenburgerin heute im Duellschießen auf 293 Ringe und machte viele Plätze in der Gesamtwertung gut.

„Ich wäre wahnsinnig gerne ins Finale gekommen“, so Stefanie Thurmann nach dem Wettkampf, „aber es wird immer besser bei mir, wenn ich an meine Entwicklung in den letzten Jahren denke. Wir müssen noch am Präzisionsschießen arbeiten, aber dabei werden mir Bundestrainer Peter Kraneis und mein Heimtrainer schon helfen. Ein zwölfter Platz hier bei der WM ist sehr gut, wenn man bedenkt, dass ich noch sehr jung bin und gewiss noch Potential nach oben habe.“

Claudia Verdicchio belegte Platz 35 mit 571 Ringen, wobei sie gestern 281 Ringe im Präzisionsschießen und heute 290 Ringe im Duellschießen erzielte.

Mit 591 Ringen wird Ying Chen (China) als Führende ins Finale gehen, gefolgt von ihrer Mannschaftskollegin Fengji Fei, die 585 Ringe nach dem Vorkampf auf dem Konto hat. Auch Munkzul Tsogbadrah (Mongolei) zählt zum engsten Favoritenkreis auf die Medaillen. Wie ihre ehemalige Landsfrau Munkhbayar Dorjsuren, die seit 2002 für Deutschland startet, hat sie als derzeit Vierte 582 Ringe auf dem Konto.

Die Juniorinnen des Deutschen Schützenbund gewannen heute Morgen im Sportgewehr die Silbermedaille. In der Besetzung Julia Palm (Bergisch-Gladbach), Yvonne Jaekel (Thumsenreuth) und Nicole Stenzenberger (Utzwingen) gelang dem DSB-Team mit 1725 Ringen der zweite Platz hinter China, das mit insgesamt 1729 Zählern den Titel in diesem Wettkampf gewinnen konnte. Dritte wurden die Nachwuchsschützen aus Serbien und Montenegro mit 1714 Ringen.

Hervorragende Platzierungen auch in der Einzelwertung, wo Yvonne Jaekel (Foto rechts) mit 577 Ringen nur knapp die Medaillenränge verpasste und als beste deutsche Schützin Fünfte wurde. Julia Palm (Foto Mitte) wurde 10. und Nicole Stenzenberger (Foto links) belegte den zwölften Rang. Beide kamen auf jeweils 574 Ringe, wobei Julia Palm die bessere letzte Serie hatte.

„Dass alle drei Mädchen über 570 Ringe heute schießen, konnte ich vor dem Wettkampf wirklich nicht erwarten“, zog Nachwuchstrainer Helmut Hoffmann das positive Fazit unter diesen Wettkampf, „vor allem nicht von Julia Palm, die nach ihrem schwächeren Abschneiden gestern im Liegendschießen etwas geknickt war. Heute hat sie sich großartig gesteigert und ich wusste, dass es für sie sicherlich ein harter Wettkampf werden würde. Yvonne hat heute genau das umgesetzt, was wir Trainer ihr gesagt haben. Sie hat das toll gemeistert. Glänzend auch Yvonne Jaekel mit ihren 577 Ringen und dem fünften Platz. Das ist eine Klasseleistung, genau wie auch Nicole Stenzenberger mit ihren 574 Ringen entscheidend zur absolut kompakten Mannschaftsleistung beigetragen hat. Ich bin sehr zufrieden mit den Mädels.“

Neue Weltmeisterin im Einzelwettbewerb wurde Yi Zhang (China/582 Ringe) vor Kristina Vestveit (Norwegen/582 Ringe) und Ratchadap Plangsangthong (Thailand/580 Ringe).

Die kompletten Resultate der Weltmeisterschaften 2006 in Zagreb finden Sie nach Abschluss der jeweiligen Wettkämpfe hier.