Weltmeisterschaften
WM-Qualifikation Berlin & Suhl: WM-Nominierungsvorschlag für Skeet und Pistole steht
Die WM-Qualifikationen am Wochenende in Berlin (Skeet) und Suhl (Pistole) wurden mit Spannung erwartet und sorgten auch für Emotionen und knappe Ergebnisse: Die Skeet-Bundestrainerin Katharina Bechtel und Pistolen-Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause machten im Anschluss ihre Nominierungsvorschläge für die WM in Doha/QAT (1. bis 14. November), bei denen bekannte Namen dabei sind. Die voraussichtlichen WM-Teilnehmer im Skeet werden zuvor noch die Europameisterschaft in Malakasa/GRE (27. September bis 13. Oktober) absolvieren.

Skeet: Starke Leistungen nach hartem Programm
In Berlin trafen sich die besten deutschen Skeetschützen zu ihrer dritten und finalen EM-&WM-Qualifikation: Bei besten Bedingungen geizten die Athleten nicht mit starken Leistungen. Vor allem Tilo Schreier (123), Christine Wenzel (122) und Valentina Umhöfer (121) zeigten sich von ihrer besten Seite. Wenzl lag am Ende bei den Frauen auch mit insgesamt 360 Scheiben bei den Frauen vorne und freut sich nun auf die internationalen Höhepunkte in Griechenland und Qatar: „Ich freue mich riesig, dass ich die Gesamtausscheidung für mich entscheiden konnte. Zwei Mal 119 und jetzt 122, ich bin kontinuierlich vorne dabei. Das gibt mir Anschub und Motivation, meine Arbeit als Athletin weiter zu verfolgen. Ich bin auf einem guten Weg, und es macht einfach Spaß, vorne dabei zu sein. Ich werde die EM jetzt gezielt vorbereiten. Nach der DM werde ich kurz generieren, ich freue mich auf das, was kommt.“ An ihrer Seite werden dann Nadine Messerschmidt (356) und Umhöfer (355) sein, wenn der Bundesausschuss Spitzensport dem Nominierungsvorschlag von Bundestrainerin Katharina Bechtel folgt.
Gleiches gilt für die Männer, bei denen die Top Drei, Felix Haase (364), Sven Korte und Christopher Honkomp (beide 363) seht eng beieinanderlagen. Gesamtsieger Haase war erleichtert und zufrieden: „Es war sehr anstrengend und mental herausfordernd aufgrund der Dichte an Wettkämpfen. Ich bin mit meiner Qualifikation sehr zufrieden, die Leistung ist im Finalbereich, und die Arbeit, die jetzt noch erfolgen muss, ist gering, und liegt allein im mentalen Bereich. Dass die Leistung gefestigt bleibt oder um eine Scheibe verbessert wird.“ Bechtel fasste aus ihrer Sicht zusammen: „Es waren faire Qualifikationen. Die Ergebnisse waren erwartungsgemäß hoch, und es waren jetzt neun knackige Wochen von der ersten Qualifikation in Schale mit den Weltcups in Lonato und Hangzhou sowie den zwei weiteren Qualifikationswettkämpfen. Europameisterschaft, wir kommen – wir sind gut vorbereitet.“
Luft- und Sportpistole: Qualifikationsdruck zeigt sich in den Ergebnissen
Der Druck bei einer WM-Qualifikation ist hoch, schließlich wollen alle Sportlerinnen und Sportler beim Jahres-Höhepunkt dabei sein. Und diese Belastung merkte man den Pistolenschützen bei ihren Wettkämpfen in Suhl an – denn bis auf wenige Ausnahmen gelangen keine Spitzenleistungen. Bei den Frauen belegten mit der Sportpistole Doreen Vennekamp, Michelle Skeries und Josefin Eder die ersten drei Plätze und werden zur WM-Nominierung vorgeschlagen, im Bereich Luftpistole lagen Eder, Monika Karsch und Vennekamp vorne. Doreen Vennekamp, Weltmeisterin von 2023, führte erwartungsgemäß das Ranking mit der Sportpistole an, auch wenn die 578 und 583 Ringe nicht dem entsprechen, was sie sich selbst vorgestellt hatte: „Ich bin natürlich glücklich, mich in beiden Disziplinen qualifiziert zu haben. Mit meinen Ergebnissen bin absolut nicht zufrieden. Aber da in der Vorbereitungszeit auf diese Qualifikation alles anders lief als geplant und ich durchgehen umplanen musste aufgrund von äußeren Umständen versuche ich, mich einfach über die Qualifikation zu freuen und die restliche Zeit bis November gut zu nutzen.“ Gleiches dürfte für das Luftpistolen-Trio gelten, aus dem Eder mit ihren 573 Ringen im dritten und letzten Durchgang der WM-Qualifikation das beste Ergebnis erzielte und sich erleichtert zeigte: „Geschafft! Über das "Wie" mag ich mich nicht freuen, aber für mich ist erstmal die Last abgefallen, es geschafft zu haben. Jede einzelne Serie, in allen Disziplinen war ein Kampf. Mental war es eine enorme Herausforderung und ich hatte mir am Abend vor dem letzten Durchgang fest vorgenommen, mit einem zufriedenen Gesicht vom Stand gehen zu können. Das habe ich mit 573 auch geschafft. Es waren so viele 8er dabei, da steckt viel Potenzial drin, und das ist mir bewusst. Ich bin über den Durchschnitt meiner Ergebnisse, vor allem bei 25m, natürlich nicht glücklich, aber ich werde jetzt drei Monate intensiv nutzen, wieder das Selbstvertrauen zu finden, das ich einst mal besaß!“
Bei den Luftpistolen-Männern wurde ein extrem spannendes Wochenende erwartet, da die beiden Top-Favoriten, der Olympia-Fünfte Christian Reitz und der Olympia-Sechste Robin Walter, in der ersten Qualifikation weit hinter ihren Möglichkeiten geblieben waren. Auch in den Qualifikationswettkämpfen zwei und drei blieben die insgesamt sieben Athleten z.T. weit unter ihrem Normalniveau, sodass sich Walter mit starken 585 Ringen in letzter Sekunde noch auf Platz zwei schob und auf den WM-Zug sprang: „Nach dem ersten unglücklichen Wettkampf und dann dem zweiten okay-Ergebnis habe ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet, es noch schaffen zu können. Es war jetzt vermutlich auch das erste Mal, dass ich so viel aufholen musste. Dennoch war ich mit dem Wettkampf nicht zufrieden: Technik, Ablauf und so ein paar körperliche Sachen führten dazu, dass die Pistole nicht da war, wo ich sie hinhaben wollte.“ Souveräner Sieger der WM-Qualifikation wurde Michael Schwald, der am Ende zehn Ringe Vorsprung auf Walter aufwies (1738:1728), auf seine WM-Teilnahme aber aus persönlichen Gründen verzichtet. Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause schlug mit Christian Reitz und Paul Fröhlich zwei Athleten zur Nominierung vor, die zuletzt auch bei den internationalen Großereignissen (WM und EM) für Deutschland an den Start gingen.
Die Athleten bei der WM-Qualifikation in Suhl
Pistole Frauen: Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Susanne Neisinger (Wien, beide LP), Svenja Berge (Bad Camberg), Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Sarah Tauermann (Grasleben), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Maxi Voigt (Schöllkrippen, alle LP & SP)
Pistole Männer: Eduard Baumeister (Plankstadt), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Philipp Grimm (Freiberg), Andreas Köppl (Lampenricht), Christian Reitz (Regensburg), Michael Schwald (Lörrach), Robin Walter (Reichenbach, alle LP)

LP = Luftpistole, SP = Sportpistole
Die Athleten bei der WM-Qualifikation in Berlin
Frauen: Christine Wenzel (Ibbenbüren), Emilie Bundan (Freren), Nadine Messerschmidt (Schmalkalden), Isabel Wassing (Ahaus), Valentina Umhöfer (Saal an der Saale), Johanna Wedekind (Braunschweig)
Männer: Christopher Honkomp (Emstek), Magnus Erdmann (Suhl-Schmiedefeld), Tobias Wenzel (Ibbenbüren), Tim Krause (Eppelheim), Felix Haase (Oerlinghausen), Maximilian Seibel (Freren), Tilo Schreier (Loitz), Sven Korte (Ibbenbüren), Linus Wienker (Emsdetten)
