Weltmeisterschaften

WM-Qualifikation München: Packende Wettkämpfe und „enge“ Entscheidungen

19.08.2026 16:49

Angeführt von den drei Doppelstartern Anna Janßen, Maximilian Dallinger und Maximilian Ulbrich wollen die deutschen Gewehrschützen bei der WM in Doha/QAT (1.-14. November) für Furore sorgen. Das Trio sowie sechs weitere Gewehrschützinnen und -schützen setzten sich bei der WM-Qualifikation durch und wurden von Bundestrainer Wolfram Waibel zur Nominierung vorgeschlagen.

Foto: DSB / Das voraussichtliche Gewehrteam der Frauen für die WM, v.l.: Lisa Grub, Anna Janßen, Larissa Wegner und Nele Stark. Es fehlt Hannah Bühlmeyer.
Foto: DSB / Das voraussichtliche Gewehrteam der Frauen für die WM, v.l.: Lisa Grub, Anna Janßen, Larissa Wegner und Nele Stark. Es fehlt Hannah Bühlmeyer.

Auf der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück, wo ab Freitag, 21. August, die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wird, mussten die Teilnehmer jeweils zwei Programme mit dem Luftgewehr und im Kleinkaliber-Dreistellungskampf abspulen. „Die Qualifikation war sehr kurz und bündig, der Kreis der Teilnehmer war sehr klein“, umschrieb Maximilian Dallinger die Bedingungen. Er im Luftgewehr sowie Anna Janßen im KK-Dreistellungskampf waren für diese beiden Disziplinen gesetzt, da sie unter den Top Fünf der Weltrangliste stehen. „Das hat die Sache für mich etwas leichter gemacht, weil ich den WM-Start in einer Disziplin sicher hatte“, gibt Dallinger zu, der Einblicke in seine Gefühlswelt gibt: „Die Qualifikationen sind die schlimmsten Dinge im Sport, es ist die Nonplusultra-Spannung. Man will bei der WM zeigen, was man kann, aber der erste Schritt dazu ist, sich in der Qualifikation durchzusetzen. Deswegen verursacht die Qualifikation bei mir immer extrem viel Stress, die Nächte sind kürzer als sonst.“ Mit dieser Gewissheit schoss der Bayer mit 594 Ringen im ersten Programm des Dreistellungskampfes ein sensationelles Ergebnis, was ihn letztlich zur Nummer eins in dieser Qualifikation machte. Mit Maximilian Ulbrich und Max Ohlenburger setzten sich zwei weitere „Maxens“ durch, wobei es ganz „eng“ zuging: Ulbrich und Ohlenburger wiesen 1176 Ringe auf, David Koenders und Daniel Bühlmeyer 1175.
Ganz ähnlich lief es bei den Frauen im KK-Bereich: Larissa Wegner dominierte mit zwei ganz starken Vorstellungen (592 & 593), dahinter lieferten sich zwei Europameister einen packenden Zweikampf: Liegend-Europameisterin Lisa Grub und Dreistellungskampf-Europameisterin Nele Stark kamen letztlich ringgleich (1172) ins Ziel, den Ausschlag pro Grub gab ihr höheres erstes Programm.

Stark ist aber dennoch bei der WM dabei, denn tags zuvor hatte sie sich als beste Luftgewehrschützin in der Qualifikation erwiesen. Mit 1262,1 Ringen lag sie vor Hanna Bühlmeyer (1259,0) und Anna Janßen (1258,4), die ebenfalls zur WM vorgeschlagen wurden. „Grundsätzlich bin ich sehr erleichtert, dass ich mich auch mit dem Luftgewehr qualifizieren konnte. In diesem Jahr lief es in diesem Bereich nicht so gut, die EM war die Ausnahme. Aber ich bin auf dem richtigen Weg, weiß, was fehlt und dass ich noch etwas Zeit habe bis zur WM. Ich bin positiv“, so Anna Janßen.

Bei den Männern dominierte Maximilian Ulbrich beide Programme (1263,0), Daniel Bühlmeyer (1258,3) wird – wenn der Bundesausschuss Spitzensport zustimmt - neben Ulbrich und Dallinger (1260,9) in Doha an den Start gehen und damit das Team, das 2025 bei der WM in Kairo/EGY Silber gewann: „Das WM-Team vom letzten Jahr hat sich qualifiziert. Wir kennen uns und trainieren miteinander, wir sind ein eingespieltes Team. Ich habe jetzt schon richtig Lust auf den Teamwettkampf in Doha“, so Dallinger.

„Ich bin froh, dass ich mich mit dem Luftgewehr qualifizieren konnte. Ich konnte meine zuletzt guten Leistungen erneut abrufen, leider hat mir im KK-Bereich ein Ring gefehlt. Nach dem ersten schwächeren Programm musste ich im zweiten Programm Comeback-Qualitäten zeigen, und das hat glücklicherweise mit dem Luftgewehr funktioniert. Und natürlich bin ich froh, dass auch meine Frau Hannah dabei ist“, zeigte sich Bühlmeyer zufrieden.

Nach der WM-Qualifikation folgt nun die DM auf derselben Anlage, "machen dann ein, zwei Wochen Pause, um dann wieder hochzufahren. Es kommt der Weltcup in Kairo und dann ein, zwei Bundesligawettkämpfe", beschreibt Dallinger das nun folgende Programm im Hinblick auf die WM.

Die Athleten bei der WM-Qualifikation in München
Frauen: Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Hannah Steffen-Dix (Ohlweiler), Larissa Wegner (Mannheim, alle LG und 3x20), Hanna Bühlmeyer (Weiltingen, LG), Lisa Grub (Weingarten, 3x20)
Männer: Maximilian Dallinger (Freising), Maximilian Ulbrich (Wielenbach), Daniel Bühlmeyer (Weiltingen), Max Ohlenburger (Idstein), David Koenders (Karlsfeld), alle LG und 3x20), Max Braun (Kämpfelbach, 3x20)

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