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WM Sportschießen 2010 in München

19.04.2004 00:00

Die Weltmeisterschaften im Sportschießen werden im Jahre 2010 auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück vor den Toren Münchens ausgetragen. Dies beschloss die Generalversammlung des Internationalen Schießsport Verbandes (ISSF) während der vorolympischen Wettbewerbe heute in Athen. In der Endausscheidung musste der Deutsche Schützenbund in eine Stichwahl gegen Mitbewerber China und gewann diese Abstimmung mit 148:31 Stimmen sehr deutlich.

 

Der Präsident des Deutschen Schützenbundes Josef Ambacher (Foto links), der selbst auf der Bühne die offizielle Einladung an vielen Nationen aus aller Welt aussprach, war nach der Wahl überglücklich: „Wir haben hier in der griechischen Hauptstadt eine hervorragende Darstellung gezeigt. Unsere Bewerbung war erstklassig und absolut professionell. Wir haben alle Informationen zur Verfügung gestellt und die Vorzüge einer Austragung in Deutschland überzeugend rübergebracht.“
 
Neben dem DSB-Präsidenten führten Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp (Foto rechts) und eine der besten deutschen Gewehrschützinnen, Alexandra Schneider, durch die Bewerbung, die vor allem durch ihre emotionale Gestaltung die Delegierten gewinnen konnte.
 
ISSF-Generalsekretär Horst G. Schreiber (Foto 2. v.r.): „Eine ganz hervorragende und ausgezeichnete Bewerbung des DSB. Durch das deutliche Wahlergebnis war zu sehen, wie professionell der DSB vorgegangen ist. München ist eine hervorragende Adresse in der internationalen Schießsportwelt, und die Schützen fühlen sich dort wohl, was sich schon bei vielen Weltcups und Weltcupfinals gezeigt hat.“
 
Auch ISSF-Präsident Olegario Vasquez Rana  (Foto 2. v.li.) hielt sich mit seinem Lob nicht zurück: „Ich bin sehr glücklich über die Entscheidung der Generalversammlung, denn das war die professionellste und beste Bewerbung, die ich im Rahmen meiner Arbeit als ISSF-Präsident gesehen habe.“
 
Für DSB-Präsident Josef Ambacher ging auch ein zweites Anliegen in Athen in Erfüllung, denn auf Grund seiner Argumentationen im Exekutivkomitee der ISSF entschieden Verwaltungsrat und Exekutivkomitee, dass die zunächst angestrebte Abschaffung der Schießhose als wesentliches Bekleidungsstück der Gewehrschützen noch einmal um vier Jahre verschoben wird.
 
Es werden Gespräche nun mit den verschiedenen Herstellern der Ausrüstungen angekündigt, um einen gemeinsamen Konsens zu finden und gegebenenfalls eine Neuregelung ab 2008 zu treffen. Dem könnte eine Übergangsregelung ab 2006 vorangehen, um den Sportlern eine reibungslose und allmähliche Anpassung an die doch gravierenden Änderungen zu ermöglichen.
 
Die Ankündigung der Bestrebungen der ISSF, die Schießhose als solche gegebenenfalls abschaffen zu wollen, war nicht nur in deutschen Schützenkreisen auf weitgehende Ablehnung gestoßen. Nicht nur die Tatsache, dass es sich nur um einen mit nicht geringfügigem Kostenaufwand erworbenen Ausrüstungsgegenstand handelt wurde dabei als Argument angeführt. Vor allem medizinische Bedenken vieler Schießsportsach- und fachverständiger wurden artikuliert, die eine nicht zu rechtfertigende erhöhte Belastung des Stützapparates, gerade auch für Kinder und Jugendliche, bemängelten.
 
Weiterhin beschloss die ISSF-Generalversammlung, dass die Weltmeisterschaften der Wurfscheibenschützen 2007 auf Zypern stattfinden wird und darüber hinaus die Einrichtung einer Athletenkommission, zu der aus deutscher Sicht auch die Silbermedaillengewinnerin von Atlanta 1996, Susanne Kiermayer, als eine der hoffnungsvollen Anwärterinnen zählt.
 
In München werden im kommenden Jahr der Weltcup sowie das Weltcupfinale ausgerichtet und im Jahre 2006 werden neben den Gewehr- und Pistolenschützen beim Weltcup in München auch die Wurfscheibenschützen einen Weltcup in Suhl austragen.