Weltmeisterschaften
WM-Vorqualifikation Wiesbaden: Starke Leistungen der Para-Schützen
Vom 14. bis 17. Mai 2026 versammelte sich Deutschlands Para-Schießsport-Elite am Bundesstützpunkt des Deutschen Schützenbundes (DSB) in Wiesbaden. Bei der WM-Vorqualifikation zeigten die Athleten hochkarätige Ergebnisse und untermauerten ihre Ambitionen für die anstehenden globalen Titelkämpfe.

Besonders die dreifache Paralympics-Siegerin Natascha Hiltrop (Wiesbaden) stellte ihre sportliche Ausnahmestellung eindrucksvoll unter Beweis. Im Kleinkaliber-Dreistellungskampf glänzte sie mit starken 583 Ringen. Überragend präsentierte sie sich zudem in den Liegend-Disziplinen: Mit dem Luftgewehr verbuchte sie 636,3 Ringe, während sie mit dem Kleinkalibergewehr sensationelle 631,2 Ringe erzielte – ein Ergebnis, das sogar über dem aktuellen Weltrekord von 629,2 Ringen liegt.
Normen geknackt und WM-Qualifikation im Blick
Auch die weiteren Kaderathleten überzeugten mit internationalen Top-Leistungen. Tim Focken (Oldenburg) untermauerte in der Klasse SH2 seine starke Form und schoss sich im KK-Liegendkampf zu hervorragenden 625,5 Ringen.
Für zwei weitere DSB-Schützen hieß es am Wochenende erfolgreich „Norm erfüllt“:

- Cliff Junker (Zella-Mehlis): Übertraf im KK-Liegendkampf mit 618,2 Ringen die geforderte Qualifikationsmarke von 618,0 Ringen.
- Bernhard Fendt (Neu-Ulm): Knackte mit dem Luftgewehr (liegend) und starken 632,7 Ringen die gesetzte Norm von 632,0 Ringen.
Nachwuchs mit Perspektive
Ein starkes Zeichen setzte auch der erst 18-jährige Philipp Zahner (Köln). Als hoffnungsvolles Nachwuchstalent verpasste er in der Klasse SH2 mit dem Luftgewehr (liegend) und 633,5 Ringen die geforderte Norm von 635,0 Ringen nur haarscharf. Ähnliches Pech hatte Tjark Liestmann (Klein Meckelsen), dem in der Klasse SH1 mit 631,8 Ringen lediglich zwei Zehntelringe zur Erfüllung fehlten. Da jedoch alle Athleten mit Bundeskaderstatus für den weiteren Weg gesetzt sind, werden auch sie bei den finalen Qualifikationsrunden an den Start gehen.
Bundestrainer Krenn blickt zuversichtlich nach vorn
Bundestrainer Rudi Krenn (Hauzenberg) zog ein positives Fazit: „Ich bin mit der derzeitigen Form sehr zufrieden und blicke mit der nötigen Zuversicht auf die anstehenden Aufgaben.“ Die finale Entscheidung über die WM-Tickets fällt in zwei Qualifikationsdurchgängen, die ebenfalls in Wiesbaden ausgetragen werden: Der erste Teil findet vom 18. bis 21. Juni 2026 statt, gefolgt vom zweiten Teil vom 2. bis 5. Juli 2026. In diesen Wettkämpfen müssen sich die Athleten an den strengen WM-Normen messen, die sich am Durchschnitt des achten Platzes der Weltmeisterschaft 2023 sowie der Paralympics 2024 orientieren. „Alle sechs Athleten verfügen über das nötige Leistungspotenzial, um diese Hürde erfolgreich zu nehmen“, betont Krenn optimistisch.
Das große Ziel des DBS-Teams ist die Weltmeisterschaft im koreanischen Changwon (7. bis 16. September 2026). Dort geht es nicht nur um Edelmetall, sondern bereits um die ersten 13 von insgesamt 150 begehrten Quotenplätzen für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
