International

Zwei Weltmeistertitel in der Laufenden Scheibe

24.07.2006 00:00

Zwei Weltmeistertitel konnte der Deutsche Schützenbund im Einzel- und Mannschaftswettbewerb Laufende Scheibe der Juniorinnen feiern. Anne Weigel (Düren/Foto Mitte) war nach 382 Ringen das Gold von Zagreb nicht mehr zu nehmen. Die 19-jährige Rheinländerin hatte sogar einen deutlichen Vorsprung von sechs Ringen auf ihre Konkurrentin Bianca Keczeli (Ungarn), die mit 376 Ringen die Silbermedaille gewinnen konnte. Bronze ging an Tatjana Yevseyenko (Ukraine) mit 371 Ringen.

 

Christine Dossler (Ansbach/Foto 2.v.r.) wurde mit 370 Ringen ausgezeichnete Fünfte in dieser WM-Konkurrenz und Elena Neff (Berlin/Foto 2.v.l.) belegte mit 364 Ringen den siebten Rang.

1116 Ringe erzielten die drei jungen Damen zusammen und dies bedeutete den Weltmeistertitel im Mannschaftswettbewerb für den Deutschen Schützenbund sowie einen neuen Weltrekord für die Juniorinnen. Dahinter auf den Plätzen Russland (1096 Ringe) und die Schützinnen aus der Ukraine (1060 Ringe).

Bundestrainer Reinhard Rüger natürlich glücklich: „Die Vorgabe, die ich meinen Schützinnen gegeben hatte, haben sie glänzend erfüllt. Sie sollten im Wettkampf ganz locker bleiben, sich nicht durch einen schlechteren Schuss beeindrucken lassen und sofort wieder angreifen. Das haben sie hervorragend umgesetzt. Für mich war es ein großer Spaß und eine Riesenfreude zuzuschauen.

Es ist die Fortsetzung einer guten Tradition, denn schon Silke Johannes ist ja vor vielen Jahren schon Weltmeisterin geworden. Anne Weigel ist ein richtiger Siegertyp, die heute hier ihr bestes Ergebnis geschossen hat, wie auch Christine Dossler. Da hat wirklich alles gepasst.“

Bei den Damen in der Laufenden Scheibe heißt die neue Weltmeisterin Audrey Corenflos (Frankreich/385 Ringe). Sie gewann den Wettkampf vor Aiwen Sun (China/382 Ringe) und Viktoria Zabolotna (Ukraine/380 Ringe).

Daniela Faust (Großenlüder) belegte mit 362 Zählern den 12. Platz, Julie Kirr (Andisleben) folgte einen Ring dahinter auf Rang 14 und Anja Schumann (Torgau/Foto) komplettierte das DSB-Trio in dieser Disziplin mit 358 Ringen. Dies bedeutete Platz 18.

Mit insgesamt 1135 Ringen gewannen die Schützinnen aus China vor der Ukraine (1115 Ringe) und Russland (1108 Ringe). Auf Rang vier die DSB-Auswahl mit 1081 Zähler.

Reinhard Rüger zum Wettbewerb der Damen: „Auch diese Wettkämpfe haben wieder gezeigt, dass unsere Sportart seit der Herausnahme aus dem olympischen Programm in eine Zwei-Klassen-Gemeinschaft abdriftet. Da sind auf der einen Seite die Chinesinnen, die als Armee- und Polizeiangehörige professionell trainieren, und die Französin Audrey Corenflos, die ebenfalls bei der Polizei angestellt ist und die gleiche Förderung genießt wie früher. Dahinter kommen nur noch reine Amateure, die gegen die chinesische Übermacht nahezu chancenlos sind.“