Bundesliga

Kriftel wird Meister und lässt Braunschweig unbelohnt

Kriftel wird Meister und lässt Braunschweig unbelohnt

04.02.2018 – Der SV Kriftel (Foto) hat sich nach dem Vizetitel im Vorjahr die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft mit der Luftpistole gesichert. In einem begeisternden Bundesligafinale bezwangen die Hessen in Paderborn im Duell der besten Nordklubs den Gruppensieger Braunschweiger SG und gewannen ihren zweiten Meisterspiegel nach 2013. „Ich bin sprachlos“, brachte Trainer Detlef Glenz, in Personalunion Schnellfeuer-Bundestrainer, mit nur noch krächzender Stimme hervor.

Dabei musste Kriftel ersatzgeschwächt antreten. Punktgarant Dominik Sänger war mit Fieber sogar zu Hause geblieben, Andreas Fix hatte es endgültig in der Nacht vor dem Finale erwischt, auch er musste passen. So rutschte der WM-Zweite von 2010, Oliver Geis, als neue Nummer fünf ins Team, blieb aber gegen Pierre Michel erwartungsgemäß chancenlos. Auch Aaron Sauters Niederlage gegen Braunschweigs Michael Bittner stand praktisch früh fest, ebenso wie auf der anderen Seite der Sieg Beata Bartkow-Kwiatkowskas gegen Andreas Heise.

Doch entschieden wurde das Match auf den beiden Spitzenpositionen. Als Christian Reitz im Duell mit dem vom Durchschnitt her besten Bundesligaschützen Oleg Omelschuk eine 100er-Serie gelang, hallte ein einziger Jubelschrei durch die Halle. Reitz lieferte sich den erwarteten harten Kampf, hielt seine Form bis zum Ende und schaffte einen prestigeträchtigen 390:388-Sieg auf höchstem Niveau. An Position zwei schossen Kriftels Matthias Putzmann und Braunschweigs Patrick Meyer lange Zeit parallel in Hinblick auf die Geschwindigkeit und Ergebnisse, bis Putzmann im Schlussspurt zum Krifteler Sieg durchzog. „Wir sind enttäuscht, wir haben schon damit gerechnet, dass wir es dieses Mal schaffen“, meinte der Braunschweiger Trainer Dieter Schröder, dessen Team noch immer auf seinen ersten Bundesligatitel wartet.

Wie in der Liga behielt die SGi Ludwigsburg auch im Kampf um Bronze gegen den SV Kelheim-Gmünd die Oberhand. Beide Topteams lieferten sich erneut einen harten Kampf in diesem prestigeträchtigen Duell. Nach Punktgewinnen von Julia Hochmuth und Rene Potteck für Ludwigsburg sowie Damir Mikec und Simon Weiß für Kelheim fiel die Entscheidung an Position zwei. Dort hatte die Olympiazweite Monika Karsch 377 Ringe vorgelegt, doch Kevin Venta lieferte eine hervorragende Schlussphase und sicherte mit 378 Ringen den Ludwigsburger Sieg. „Ich habe versucht, an nichts mehr zu denken“, verriet Venta sein Erfolgsrezept.

 

Hinweis: Am Montag, 05. Februar 2018, wird das ARD-Mittagsmagazin ab 13:00 Uhr einen kleinen Beitrag zum Bundesligafinale in Paderborn senden!