Bundesliga

Bundesliga Bogen: Finalisten und Absteiger stehen fest

09.02.2026 09:45

Am Samstag, 7. Februar, fanden im Norden und Süden die letzten Vorrundenmatches der Bundesliga Bogen statt – und in beiden Ligen gab es Dramen: So eliminierte der BC Villingen-Schwenningen in letzter Sekunde Vierfach-Champion BSG Ebersberg aus dem Bundesligafinale in Wiesbaden, so muss der Blankenfelder BS 08 - um einen Punkt geschlagen – den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Foto: Eckhard Frerichs / Starker Aufsteiger! Charline Schwarz führte Jena mit einem Durchschnitt von 9,74 Ringen/Pfeil am finalen Wochenende als Nord-Dritte in das Bundesligafinale.
Foto: Eckhard Frerichs / Starker Aufsteiger! Charline Schwarz führte Jena mit einem Durchschnitt von 9,74 Ringen/Pfeil am finalen Wochenende als Nord-Dritte in das Bundesligafinale.

Das Bundesligafinale in Wiesbaden findet am 28. Februar statt (Tickets), und folgende Teams nehmen daran teil. Aus dem Norden Sherwood BSC Herne, BSC BB Berlin, SV GutsMuths Jena, SV Dauelsen; aus dem Süden FSG Tacherting, SGi Welzheim, TS 1861 Bayreuth, BC Villingen-Schwenningen. Als Absteiger stehen der SV Böddiger, Blankenfelder BS 08 (Norden) sowie GK Burgschützen Büschfeld und KKS Reihen (Süden) fest.

Norden: Ein bärenstarker Aufsteiger aus Jena
Die Ausgangsposition im Norden in Richtung Bundesligafinale war vor dem vierten Qualifikationswettkampf in Verden relativ klar: Berlin, Herne, Dauelsen und Jena hatten sich ein gutes „Polster“ auf die Konkurrenz erarbeitet: „Wir sind schon mit fünf Punkten Vorsprung in den letzten Wettkampf eingezogen, deswegen war ich optimistisch“, so Charline Schwarz von Aufsteiger Jena. Und das Team um die Olympia-Dritte von Tokio zeigte dieses Selbstvertrauen von Beginn an. Zunächst wurden die unteren Teams besiegt, dann hatten auch die Top-Teams Berlin (7:1) und Herne (6:0) dem Aufsteiger nichts entgegenzusetzen. Das letzte Match gegen Gastgeber Dauelsen ging zwar verloren (2:6), aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch: „Der Tag fing super an, wir haben sechs Matches und nur eins verloren und konnten so noch auf Rang drei springen. Jetzt freuen wir uns auf das Bundesligafinale“, so Schwarz.
Das gilt mit Sicherheit auch für die drei anderen Nord-Finalisten: Sherwood Herne mit Mathias Kramer, mit einem Vorrundengesamtschnitt von 9,84 Ringen bester Schützen im Norden, fing die Berliner noch als Nordmeister ab, Gastgeber Dauelsen um Florian Unruh sicherte souverän Platz vier.

Das richtige Drama spielte sich um den zweiten Abstiegsplatz ab: Vor den letzten sieben Matches lag Blankenfelde (16:26) mit einem Zähler Vorsprung vor Hamm (15:27) auf dem begehrten sechsten Platz, nach dem letzten Pfeil hatte es sich umgedreht: Hamm (21:35) hatte sich minimal vor Blankenfelde (20:36) geschoben. Entscheidend dabei war der direkte Vergleich, den die Westfalen mit 6:4 (55-54, 55-54, 53-56, 53-56, 54-52) für sich entscheiden konnten. Hamms Lars-Derek Hoffmann fasste das Happyend aus seiner Sicht zusammen: „Wir haben es spannender gemacht als nötig, weil wir den Heimspieltag mit nur einem Punkt absolviert hatten. Danach lief es aber richtig gut, wir haben gut gepunktet und haben den Abstiegsplatz verlassen. Es fällt uns auf jeden Fall ein Stein vom Herzen, aber wir haben es aus eigener Kraft geschafft.“

Foto: Anne John / Freuen sich auf das Bundesligafinale: Die Schützen des Überraschungsfinalisten BC Villingen-Schwenningen.
Foto: Anne John / Freuen sich auf das Bundesligafinale: Die Schützen des Überraschungsfinalisten BC Villingen-Schwenningen.

Süden: Ebersberg scheitert sensationell
Es war quasi Gesetz: die BSG Ebersberg nimmt am Bundesligafinale teil. Seit dem Aufstieg 2012 gelang das den Bayern zwölfmal in Folge. Dabei gelangen vier Titelgewinne, je einmal wurde Silber und Bronze gewonnen. Doch ausgerechnet zum zehnjährigen Jubiläum in Wiesbaden ist das erfolgreichste Team der vergangenen zehn Jahre nicht beim Finalturnier dabei: „Es tut extremst weh, jedem von uns! Ich habe es noch nicht verarbeitet, und es geht meinen Schützen mit Sicherheit auch so – und das wird beim Bundesligafinale wieder hochkommen. Seit dem Aufstieg waren wir immer beim Finale dabei“, kommentierte Trainer Andreas Blaschke. Dabei fing der finale Qualifikationswettkampf gut an, Ebersberg gewann die ersten vier Matches gegen Reihen, Büschfeld – und, was besonders wichtig war – gegen die punktgleichen Teams aus München und Villingen-Schwenningen. „Der Plan war, dass wir die ersten vier Matches voll da sind und der ging auf“, so Blaschke. Doch dann funktionierte der Plan nicht mehr, denn gegen die drei Erstplatzierten konnte das Punktekonto nicht weiter aufgefüllt werden – dabei hätte ein Unentschieden gereicht: „Wir haben Dinge zum falschen Zeitpunkt geschossen. Wenn man 58 und 59 schießt, aber keine Punkte dafür bekommt, ist es bitter. Die Ringe, die wir geschossen haben, da können wir uns nicht beschweren. Es ist in dieser Saison nicht in unsere Richtung gelaufen.“
Dafür lief es bei Villingen-Schwenningen umso besser: Nach Siegen gegen Bayreuth, Büschfeld und Reihen sowie einem Punktgewinn gegen Welzheim machte das Team um die junge Fiona Marquardt die Sensation durch ein souveränes 7:1 gegen München perfekt: „Wir freuen uns sehr über den Finaleinzug, insbesondere weil wir uns nach der Niederlage gegen Ebersberg eher auf den Klassenerhalt eingestellt hatten. Das nahm dem letzten Durchgang aber nicht die Spannung, und natürlich haben wir im Anschluss unseren Erfolg auch noch gefeiert“, so die 17-jährige Schülerin, die mit einem tollen Schnitt von 9,63 Ringen/pro Pfeil voranging: „Jetzt bin ich sehr gespannt und freue mich auf meine erste aktive Finalteilnahme.“ Dort wird sie auch die Teams von Titelverteidiger FSG Tacherting (52:4), der SGi Welzheim (48:8) und der TS 1861 Bayreuth (33:23) wiedersehen, die sich souverän für den Showdown in der hessischen Landeshauptstadt qualifizierten. Dabei fügte Welzheim dem Primus aus Tacherting beim 6:2 (57-60, 59-58, 60-59, 58-55) die zweite Saisonniederlage zu. Es dürfte extrem spannend werden beim Finale in Wiesbaden.

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