Bundesliga
Bundesliga Luftgewehr: Sieben Vereine punkten zum Auftakt doppelt
Die Bundesliga Luftgewehr hat losgelegt und begann für sieben Vereine optimal: Denn Kevelaer, Elsen und Müllenborn im Norden sowie Kronau, Vöhringen, Prittlbach und München im Süden starteten mit zwei Siegen und konnten somit einen gelungenen Einstand in die Saison 2026/27 feiern.

Nord: Müllenborn behält zweimal die Nerven
Auch wenn die Gegner mit Freiheit und Wieckenberg hochkarätig waren, so kann der gelungene Start vom SSV St. Hubertus Elsen nicht überraschen: Angeführt vom überragenden Istvan Peni, dem als einzigen Schützen am Wochenende eine doppelte 400 gelang („Es war eine großartige Leistung mit vielen „tiefen“ Innenzehnern, und ich freue mich sehr, dass ich das vor heimischem Publikum erneut wiederholen konnte!“), wurden die Gegner mit jeweils 4:1 aus der heimischen Halle gefegt. Dabei überzeugte das Team insgesamt, denn die Ergebnisse von 1987 und 1991 Ringen sind herausragend: „Ich freue mich immer, wenn wir mit Siegen in eine Saison starten, denn das gibt die Richtung für die gesamte Saison vor. Es bedeutet, dass wir nicht den Punkten hinterherlaufen müssen, sondern von Anfang an die Gejagten sind. Zudem hatten wir es mit Freiheit und Wieckenberg mit zwei sehr starken Gegnern zu tun. Die Punkte gegen beide Teams zu holen, ist also ein wirklich positives Signal“, zeigte sich der Ungar in Diensten von Elsen hocherfreut.
Titelverteidiger SSG Kevelaer wollte dem Dauerrivalen aus dem Norden in nichts nachstehen und lieferte beim 5:0 gegen den Wissener SV ebenfalls 1991 Ringe ab. Tags zuvor hatte es ein 4:1 gegen den SV Kamen gegeben.
Dass auch der SuSC Müllenborn mit einem Doppelerfolg in die Saison startete, war dagegen nicht unbedingt zu erwarten. Und hing an einem seidenen Faden. Denn sowohl der 3:2-Erfolg gegen Aufsteiger SF Emsdetten als auch das 3:2 gegen die Ohligser SGem gelang erst im Stechen. Den ersten „big point“ setzte Annemari Röser, die sich mit 10:9 gegen Sabine Krista Aleksandrova durchsetzte – es war nur die Krönung einer Wahnsinns-Darbietung: „Am Samstag hat Annemarie mal wieder Annemarie-Dinge gemacht. Sie brauchte auf den letzten 18 Schüssen 18 Zehner, um es überhaupt ins Stechen zu schaffen – und hat tatsächlich geliefert! Wir haben natürlich alle mitgefiebert und die Daumen gedrückt. Als dann die entscheidende Zehn auf dem Bildschirm stand, waren wir schon sehr erleichtert, und die Freude über den Sieg gegen einen echt starken Aufsteiger war riesig.“ Tags darauf war es Mentzel selbst, die an Position fünf mit 10:9 gegen Marc Hülsmann für den entscheidenden Punkt sorgte: „Als auch ich im Stechen den entscheidenden Punkt sichern konnte, war die Freude groß. Wir sind jedenfalls happy über zwei wichtige Siege und freuen uns auf die nächsten Wettkämpfe. Ein bisschen weniger Nervenkitzel wäre zwar schön, aber letztendlich nehmen wir es wie es kommt!“

Für die Braunschweiger SG, den SV Kamen und den Wissener SV verlief der Auftakt dagegen alles andere als optimal. Das Trio ist im Norden noch punktlos.
Süd: Kronau stellt Vereinsrekord auf und feierte gelungenen Saisonstart
Einen Traumstart in die neue Saison feierte auch der SSV Kronau: Mit 1986 Ringen an Tag eins und 1991 an Tag zwei gelang beide Male nicht nur das beste Tages-Ergebnis aller Südvereine, das zweite Resultat hatte noch eine andere Bedeutung: „Das war die Vereinsbestleistung. Die Stimmung war natürlich super, und wir haben uns sehr über den neuen Vereinsrekord sowie die Leistung am Samstag gefreut, auch wenn es auf der anderen Seite bitter ist für unsere Freunde aus Fürth und Kempten“, so Max Braun. Die beiden genannten Gegner bekamen die frühe Hochform der Kronauer zu spüren, Fürth machte immerhin einen Einzelpunkt durch eine perfekte 400 von Alyssa Ott. Für Braun und Kronau war der Auftakt ein Fingerzeig: „Es zeigt auf jeden Fall, dass unser Konzept sehr gut funktioniert und unterstreicht unsere Finalambitionen. Bis dahin kommen jedoch noch viele starke Gegner, wobei hier generell keine Mannschaft unterschätzt werden darf. Dass wir gleich zu Beginn solch eine starke Leistung zeigen, hatten wir absolut nicht erwartet. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die weiteren Begegnungen!“
Das gilt mit Sicherheit auch für die beiden besten Süd-Teams der Vergangenheit, den SV Pfeil Vöhringen und Bund München. Beide Klubs starteten ebenfalls mit zwei Siegen, wobei Vöhringen souverän (4:1 vs. Kempten, 5:0 vs. Luckenpaint), der Bund mit einigen Problemen und harter Gegenwehr (jeweils 3;2 gegen Endorf und Fenken) gewann.
Der vierte verlustpunktfreie Verein nach dem ersten Wochenende ist der SV Germania Prittlbach. Dabei machten es die Prittlbacher wie die Münchener und siegten jeweils 3:2 (gegen Fenken und Unterstall). Dabei erwies sich der Inder Sahu Tushar Mane als echter Gewinn (Lisa Stadler: „Ein Riesen-Highlight war es auch, unseren Shahu aus Indien in unserer Mannschaft aufnehmen zu dürfen. Wir sind sehr glücklich darüber, ihn mit an Bord zu haben.“), der mit 400 und 398 Ringen seine Klasse mit zwei Siegen unter Beweis stellte. Vor allem der Auftakt gegen Fenken hätte aber auch in einer Niederlage enden können, doch Lisa Stadler behielt im entscheidenden Stechen gegen Nils Friedmann mit 10:9 die Nerven: „So ein Stechen ist einfach immer eine extrem knappe Kiste. Obwohl wir in unseren Mannschaftstrainings wirklich viele Stechen geübt haben, ist der Druck in der Bundesliga dann trotzdem noch mal eine ganz andere Hausnummer, vor allem, wenn es um den entscheidenden Punkt für einen Mannschaftssieg geht. Die Anspannung wurde mit jedem verlängerten Stechschuss höher. Umso mehr freut es mich, dass ich die Nerven behalten konnte und im Anschluss mit meiner Mannschaft dieses Mannschaftssieg feiern durfte. Die Stimmung bei uns in der Mannschaft ist aktuell super. Wir trainieren regelmäßig zusammen. Umso mehr freuen wir uns um so schöne Mannschaftssiege, wie an diesem Wochenende“, kommentierte sie den Start, um aber gleich wieder nach vorne zu blicken: „Wir sind unglaublich froh, in so einer starken Liga so gut gestartet zu haben. Aber wer uns kennt, weiß: Wir ruhen uns natürlich nicht darauf aus. Die Konkurrenz schläft nicht und das Niveau ist extrem hoch. Deswegen heißt es jetzt Fokus behalten, im Training weiter Gas geben und die Details im Auge behalten. Wir geben unser Bestes, um in den nächsten Wettkampfwochenenden wieder voll anzugreifen und an genau diese Leistung anzuknüpfen.“
Die teils guten Leistungen wurden bei vier Vereinen nicht mit Mannschaftspunkten belohnt, denn der SV Fenken, Eichenlaub Unterstall, FSG Kempten und Gmütlichkeit Luckenpaint rangieren nach den ersten zwei von elf Vorrunden-Wettkämpfen am Tabellenende.
