Europameisterschaften

KK-EM Osijek: Nele Stark schießt sich zu EM-Gold und Weltrekord

08.05.2026 18:19

Sensation durch Nele Stark (Güglingen)! Die 22-jährige Gewehrschützin gewann bei der Kleinkaliber-Europameisterschaft in Osijek/CRO (7. bis 17. Mai) mit neuem Weltrekord den EM-Titel im Kleinkaliber-Dreistellungskampf. Am Ende hatte sie 1,3 Ringe Vorsprung vor der Norwegerin Jeanette Duestad und feierte Doppel-Gold, da es im Team mit Lisa Grub (Weingarten) und Anna Janßen (Kevelaer) auch nach ganz oben auf das Treppchen ging. Nach Teil eins mit Sport- und Schnellfeuerpistole haben vier deutsche Athleten gute Aussicht auf die Finalteilnahme, dagegen blieben die DSB-Gewehrmänner hinter den Erwartungen zurück.

Foto: DSB / Überragend! Nele Stark krönte sich mit Welt- und Europarekord zur neuen Europameisterin im Kleinkaliber-Dreistellungskampf und holt auch noch Teamgold an der Seite von Lisa Müller und Anna Janßen.
Foto: DSB / Überragend! Nele Stark krönte sich mit Welt- und Europarekord zur neuen Europameisterin im Kleinkaliber-Dreistellungskampf und holt auch noch Teamgold an der Seite von Lisa Müller und Anna Janßen.

Im Finale der besten acht Gewehrschützinnen standen mit Nele Stark und Lisa Grub gleich zwei DSB-Schützinnen. Beide erwischten einen guten Start in den Wettkampf und lagen nach dem Kniend-Anschlag mit 103,0 bzw. 102,7 Ringen auf Platz drei und vier. Stark hielt auch liegend den dritten Platz, wies aber bereits 3,2 Ringe auf die bis dahin überragende Norwegerin Duestad auf. Grub fiel auf Platz fünf zurück und beendete nach dem ersten Einzelschuss stehend den Wettbewerb auf Rang sechs. Im Stehend-Anschlag schlug dann die Stunde der Bundesligaschützin des SSV Kronau: Beide Fünferserien schloss sie als beste Schützin ab und hatte den Rückstand in einen Vorsprung umgemünzt. Doch von Nervosität war auch bei den folgenden Einzelschüssen keine Spur, Stark ließ die deutsche Delegation mit einer Serie von 10,6, 10,9 und 10,8 jubeln. Nach einer 10,0 im vorletzten Schuss hatte sie noch 0,9 Ringe Vorsprung vor Duestad, die sie mit einer 10,3 und einem Vorsprung von 1,3 Ringen sicher ins Ziel brachte. Zudem verbesserte sie den jüngst von Teamkollegin beim Weltcup in Granada/ESP aufgestellten Weltrekord um 0,4 Ringe:  „Ich bin immer noch ein bisschen sprachlos und freue mich über die Team-Medaille und die im Einzel. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich im Finale alles umsetzen konnte, wie ich es mir vorgestellt hatte. Vor allem stehend, weil ich dort normalerweise Probleme habe. Ich bin wunschlos glücklich!“
In der Qualifikation sah es ganz lange danach aus, dass ein deutsches Trio den Sprung in das Finale schafft: Denn Anna Janßen lag bis zu Schuss 56 klar auf Finalkurs. Doch dann unterliefen der Weltcup-Siegerin von Granada/ESP vier Neuner in Serie und sie fiel auf den undankbaren neunten Platz, ringgleich (589) mit Seonaid McIntosh/GBR, aber mit zwei Innenzehnern weniger (31:33). Grub begann dagegen kniend eher mäßig (194) und steigerte sich in der Folge in den beiden anderen Lagen enorm auf insgesamt 590 Ringe (Platz vier). Auf das gleiche Ergebnis kam Nele Stark, die zwischenzeitlich sogar in Führung lag, dann in der zweiten Stehend-Serie aber neun um neun schoss. Ihr letzter Schuss war dann die erlösende Zehn, was Platz sieben bedeutete. Das hervorragende Abschneiden der DSB-Schützinnen zeigte sich dann auch in der Teamwertung: Mit 1769 Ringen gab es Gold, mit drei Ringen Vorsprung vor den zweitplatzierten Polinnen.

Dagegen lief es für die deutschen Männer nicht wie erhofft: Einzig David Koenders konnte mit seinem Auftritt zufrieden sein, er belegte mit 587 Ringen Platz 17: „Im Großen und Ganzen war das keine Katastrophe. Es ist ein bisschen traurig, dass am Ende nur zwei Ringe zum Finale fehlen, die waren in jeder Stellung drin. Es war ein schwieriger Wettkampf: Vieles war gut, aber überall habe ich ein wenig liegenlassen. Es war mehr drin in Richtung Finale – ich bin natürlich nicht maximal zufrieden.“ Dagegen hatten sich Maximilian Ulbrich (581, 45. Platz) und Max Ohlenburger (576, 61. Platz) mehr versprochen, hatten aber bereits nach dem Kniend-Anschlag kaum noch Aussichten auf vordere Platzierungen.

Sportpistole: Nur Doreen Vennekamp mit gutem Präzisions-Teil
Im Präzisions-Teil mit der Sportpistole konnte nur eine deutsche Schützin den Stand einigermaßen zufrieden verlassen: Doreen Vennekamp erzielte 291 Ringe und verschaffte sich vor dem Duell-Teil auf Rang acht eine gute Ausgangsposition. Vor allem die gelungene zweite Serie (99 Ringe) sorgte für das gute Ergebnis. Für Monika Karsch (282) und Josefin Eder (281) auf den Rängen 31 und 33 dürften dagegen die Träume von einer Finalteilnahme der besten acht Schützinnen bereits ausgeträumt sein. Mit sehr guten Leistungen im traditionell besseren Duell-Teil könnte sich das Trio aber in der Teamwertung – aktuell auf Platz sechs – noch deutlich vorarbeiten.

Foto: DSB / Doreen Vennekamp liegt nach Teil eins mit der Sportpistole aussichtsreich auf Platz acht.
Foto: DSB / Doreen Vennekamp liegt nach Teil eins mit der Sportpistole aussichtsreich auf Platz acht.

Schnellfeuerpistole: Ein starkes DSB-Trio
296, 295 und 290 Ringe oder Platz drei, vier und neun! Das ist die hervorragende Ausbeute der deutschen Schnellfeuerpistolen-Schützen nach Teil eins der Qualifikation. Florian Peter weist einen Ring mehr auf als Emanuel Müller, auch Oliver Geis hat bei einem Rückstand auf den letzten Finalplatz noch beste Aussichten, in das Finale einzuziehen. Und im Teamwettbewerb gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den starken Franzosen, die mit einem Ring (882:881) Vorsprung in den zweiten Tag gehen. Die drittplatzierten Ungarn haben knapp 30 (!) Ringe Rückstand auf die beiden dominierenden Teams.

Das deutsche Team in Osijek
Gewehr: David Koenders (Neubiberg), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen), Lisa Grub (Weingarten), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Benedikt Ascher (Waldkirchen), Florian Beer (Mähring), Moritz Faltinat (Wunstorf), Alexander Karl (Eschede), Anabell Dörsam (Heppenheim), Katrin Grabowski (Niedernhausen-Engenhahn), Xenia Mund (München), Finnja Rentmeister (Voerde)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen), Fiete Kühn (Stralsund), Phillip Liebrecht (Isernhagen), Arne Schallus (Suhl), Lydia Böhmer (Mönchengladbach), Aileen Pitschke (Erfurt), Franziska Thürmer (Witzenhausen), Lucy Wernecke (Dresden)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Marco Hilger, Karsten Hees, Thomas Zerbach, Lars Walker, Helmut Hoffmann, Katja Kutzeck, Lucas Jourdan, Thomas Abel, Marco Kleer, Hanne Aslanidis, Philipp Hasse, Burak Yilmaz

Weiterführende Links

Weitere News zu "ESC Europameisterschaft -25/50m-"