Europameisterschaften
U18-/U21-EM Rom: 1x Gold und 3x Silber für DSB-Nachwuchsteams
1x Gold, 3x Silber und 2x vierte Plätze! So glänzend war die Bilanz der deutschen Teams bei der U18-/U21-Europameisterschaft in Rom/ITA: Dabei sorgten die U21 Compound-Junioren Fabio Alex, Simon Moritz und Noah Nuber fast schon erwartungsgemäß für den goldigen Höhepunkt. Am Abschluss-Samstag könnten noch drei weitere Einzelmedaillen dazukommen.

Das DSB-Trio Alex, Nuber und Moritz hatte sich durch hervorragende Ergebnisse im Vorfeld der EM in eine Favoritenrolle geschossen. So gewann das Team nicht nur den Teamwettbewerb beim Youth Cup in Ruse, sondern hatte im Einzel die Plätze eins bis drei belegt. Und so dominierten die Deutschen bereits in der Qualifikation, als sie den Europarekord lediglich um drei Ringe verfehlten und machten dort auch in der Ko-Phase weiter. Im Finale wehrten sich die Türken zu Beginn (58-59), doch danach setzte sich die höhere Qualität des DSB-Trios durch, das bereits in der zweiten Passe durch ein 59-55 für die Vorentscheidung zum letztlich souveränen 232:229 führte: „Die Junioren wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und haben die Nerven behalten. Die Jungs haben sich das absolut verdient“, lobte Bundestrainer Holger Hertkorn sein Erfolgs-Trio. Und auch seine zweiten Finalisten, das U18 Mixed-Duo Lisa Zettl & Gianluca De Silvio, überzeugten Hertkorn: „Lisa und Gianluca im Mixed überraschend, aber verdient Silber. Im Finale waren die andern einfach stärker. Sie haben sich aber gut verkauft.“ Die türkischen Gegner Irem Sanel & Metin Varol gaben lediglich eine Passe an das deutsche Duo ab und dominierten die drei anderen, sodass es am Ende 146:154 aus deutscher Sicht hieß.
Die vier anderen Medaillenmatches wurden vom Recurve-Nachwuchs bestritten, die dabei gleich drei Mal im Stechen unglücklich verloren: Das weibliche U18-Trio Merle Edlich, Elena Heiß und Finja Knaak lag zweimal in Führung, kassierte jeweils den Ausgleich (48-47, 50-55, 51-50, 49-52) und musste sich am Ende mit 25-27 den Italienerinnen im Stechen geschlagen geben. Das gleiche Schicksal ereilte die U21-Juniorinnen Regina Kellerer, Fiona Marquardt, Paulina Middendorff beim 4:5 (54-51, 47-54, 47-53, 53-51, 24-26) gegen Spanien – zumindest blieb Silber als „Trost“. Dagegen gingen die Mixed-Duos Merle Edlich & Jannik Heinrich (U18) und Fiona Marquardt & Leon Zemella (U21) leer aus, verloren sie doch ihre Bronzematches: Edlich & Heinrich unterlagen Dunya Yenihayat & Muhammet Gülay/TUR 1:5 (33-35, 36-37, 34-34), Marquardt & Zemella 4:5 (36-34, 36-35, 35-39, 33-37, 16-20) den Franzosen Mila Fremery Delestan & Baptiste Addis. Bundestrainer Freddy Siebert lobte seine Teams: „Das war eine sehr gute Steigerung zu den letzten internationalen Höhepunkten der Vergangenheit. Leider haben wir immer im Stechen verloren, das werden wir für die Zukunft trainieren!“
In den Einzelwettbewerben könnten noch drei weitere Medaillen hinzukommen. Noah Nuber greift bei den U21 Compound-Junioren nach dem EM-Titel, nachdem er auf dem Weg in das Finale seine Teamkollegen Fabio Alex im Viertelfinale (146:145) und Simon Moritz im Halbfinale (146:145) ausschaltete. Im Finale schießt er nun gegen den Italiener Fabrizio Aloisi, Moritz kämpft gegen den Briten Finlay Clark um Bronze. Und bei den U21 Recurve-Juniorinnen drang Fiona Marquardt in das Halbfinale vor, in dem sie sich einen bravourösen Kampf mit der Türkin Elif Gokkir, Olympia-Teilnehmerin in Paris 2024, lieferte. Am Ende musste sich Marquardt mit 4:6 (26-26, 30-22, 25-25, 26-30, 27-28) geschlagen geben und trifft nun im Bronzematch auf die Spanierin Paula Alvarez Gonzalez.
Knapp an den Medaillenkämpfen vorbei schossen Gianluca De Silvio (U18 Compound), der sich in seinem Viertelfinale dem Briten Bert Smart mit 145:146 geschlagen geben musste. Und auch U21 Recurver Leon Zemella unterlag in seinem Viertelfinale Oleksandr Dymarchuk/UKR mit 2:6 (26-28, 26-28, 29-27, 23-26). Alle weiteren DSB-Starter waren bereits in den Runden zuvor ausgeschieden.

Das deutsche Team in Rom
Compound: Fabio Alex (Hof), Simon Moritz (Oberschneiding), Noah Nuber (Bad Schönborn), Leoni Dorfner (Alfeld-Leusel), Ronja Ulka (Bargteheide), Sophie Wagner (Sulzfeld, alles U21), Lisa Zettl (Planegg), Gianluca De Silvio (Weilmünster, beides U18)
Recurve: Leon Zemella, Lilian Forkert (beide Wiesbaden), Knut-Mathes Jacubczik (Tremsbüttel), Paulina Middendorff (Hamm), Regina Kellerer (Wiesbaden), Fiona Marquardt (Villingen-Schwenningen, alles U21), Johann Conrad, Jannik Heinrich (beide Berlin), Jos Gröger (Poyenberg), Merle Edlich (Hillerse), Elena Heiß (Hainsfarth), Finja Knaak (Berlin, alles U18)
Betreuer: Freddy Siebert, Henning Lüpkemann, Sabine Augenreich, Holger Hertkorn, Marcus Laube, Danja Schmidt
