Weltcup
Weltcup Hangzhou: Deutschland beendet Weltcup auf Rang 4 im Medaillenspiegel
Das Deutsche Team beendet den Weltcup im chinesischen Hangzhou auf Rang 4 im Medaillenspiegel. Bei schwierigen äußeren Bedingungen (bis zu 40 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit) kämpften sich die deutschen Athleten durch ihre Wettkämpfe und sammelten wichtige Erfahrungen vor Ort, um beim Quotenplatz Weltcup im nächsten Jahr voll angreifen zu können.

Luftpistole Männer:
Die deutschen Luftpistolenschützen haben beim ISSF-Weltcup im chinesischen Hangzhou den Einzug in das Finale der besten Acht verpasst. Bester Deutscher war Olympiasieger Christian Reitz, der mit 582 Ringen den 14. Platz belegte und lediglich zwei Ringe hinter dem für das Finale erforderlichen Ergebnis von 584 Ringen blieb.
In einem hochklassigen Teilnehmerfeld mit 87 Startern entwickelte sich bereits die Qualifikation zu einem Wettbewerb auf höchstem internationalem Niveau. Für die Spitzenleistung sorgte der Chinese Bu Shuaihang, der mit 590 Ringen einen neuen Qualifikations-Weltrekord aufstellte. Insgesamt waren 584 Ringe notwendig, um sich einen Platz im Finale zu sichern.
Christian Reitz präsentierte sich über weite Strecken konstant und erzielte Serien von 99, 97, 97, 96, 96 und 97 Ringen. Mit seinem Ergebnis von 582 Ringen bestätigte der Routinier seine internationale Konkurrenzfähigkeit, musste jedoch feststellen, dass das Leistungsniveau an der Weltspitze derzeit außergewöhnlich hoch ist. Gegenüber der internationalen Konkurrenz fehlten am Ende lediglich zwei Ringe auf den Finaleinzug.
Michael Schwald belegte mit 572 Ringen Rang 50. Nach fünf konstanten Serien zwischen 95 und 97 Ringen verhinderte eine Schlussserie von 92 Ringen ein besseres Gesamtergebnis. Andreas Koeppl kam mit 565 Ringen auf Platz 69 und sammelte weitere wertvolle Erfahrungen auf internationaler Bühne.
Sportpistole:
Drei Tage nach dem Luftpistolen-Wettkampf stand für drei DSB-Athletinnen der Wettbewerb mit der Sportpistole auf dem Programm. Doreen Vennakmp reiste aufgrund persönlicher Gründe früher aus China ab. Im ersten Wettkampfabschnitt, der Präzision, erreichte Sarah Tauermann mit 286 Ringen als beste Deutsche Platz 40. Svenja Berge folgte mit 284 Ringen auf Rang 49, Michelle Skeries belegte nach 274 Ringen zunächst Platz 67.
Im anschließenden Schnellfeuerdurchgang konnte insbesondere Michelle Skeries Boden gutmachen. Mit starken 289 Ringen verbesserte sie sich auf Rang 57. Sarah Tauermann beendete den Wettbewerb auf Platz 55, Svenja Berge belegte Rang 63. Auch wenn der Einzug in das Finale außer Reichweite blieb, konnten die deutschen Schützinnen im internationalen Teilnehmerfeld weitere wichtige Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln.
Dreistellungskampf Männer:
Am Sonntag gingen die deutschen Gewehrschützen im 50-Meter-Dreistellungskampf an den Start. Für den Deutschen Schützenbund traten Florian Beer, Justus Ott und David Koenders in der Qualifikation an. Während Beer und Ott noch zu den jüngeren Athleten im Teilnehmerfeld zählen und ihre ersten Erfahrungen auf der Weltcupbühne sammeln, brachte Koenders bereits internationale Wettkampferfahrung mit in den Wettbewerb.
Bester Deutscher war Florian Beer, der mit 585 Ringen den 23. Platz belegte. Dem DSB-Nachwuchsathleten fehlten lediglich vier Ringe zum Einzug in das Finale der besten Acht. Nur einen Ring dahinter reihte sich David Koenders mit 584 Ringen auf Rang 26 ein. Ebenfalls 584 Ringe erzielte Justus Ott, der aufgrund der Anzahl der Innenzehner Platz 28 belegte. Damit verpasste das deutsche Trio zwar den Finaleinzug, hinterließ mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung jedoch einen positiven Eindruck.

Trap Frauen:
Auch die deutschen Trap-Schützinnen verpassten beim Weltcup im chinesischen Hangzhou den Einzug in das Finale der besten Acht. Beste Deutsche war Kathrin Murche, die mit 112 Treffern den 30. Platz belegte. Ebenfalls 112 Treffer erzielte Karla Riehmann, die aufgrund der geringeren Trefferzahl in der fünften und letzten Runde auf Rang 33 geführt wurde. Nadine Goldbrunner kam mit 107 Treffern auf Platz 40.
In einem international stark besetzten Teilnehmerfeld mit 53 Starterinnen war bereits in der Qualifikation ein sehr hohes Leistungsniveau erforderlich. Für den Einzug in das Finale mussten mindestens 118 Treffer erzielt werden, wobei die letzten drei Finalplätze erst im Shoot-off vergeben wurden. An der Spitze überzeugten Carole Cormenier (Frankreich) mit 121 Treffern sowie mehrere Schützinnen aus den USA, Australien, Italien und den Athleten unter neutraler Flagge, die das Finale unter sich ausmachten.
Kathrin Murche zeigte über die fünf Qualifikationsrunden eine insgesamt solide Leistung und erzielte Serien von 22, 24, 22, 20 und 24 Treffern. Vor allem die beiden 24er-Runden unterstrichen ihr Potenzial, allerdings verhinderten zwei 20er-Serien ein besseres Gesamtergebnis. Auf Social Media lässt Murche durchblicken, dass sie nach einer starken Leistung beim letzten Weltcup in Lonato nun enttäuscht über ihre Leistung ist: "Natürlich bin ich enttäuscht. Ich weiß, dass ich mehr kann. Aber genau das gehört zum Leistungssport dazu. Es läuft nicht immer alles nach Plan und genau an solchen Tagen darf man nicht aufhören, an sich zu arbeiten."
Uwe Möller ergänzte zur Leistung von Murche, dass sie sich am Abend vor dem Wettkampf eine kleinere Verletzung am Finger zugezogen hatte und betonte, dass es wichtig war, hier einen Arzt mit dabei gehabt zu haben.
"Es gab aber nicht nur Schatten, sondern auch Licht." Damit spielte Möller auf die junge Karla Riehmann an. Riehmann begann mit konstanten Leistungen und lag nach vier Runden mit 93 Treffern aussichtsreich im Rennen. Eine Schlussrunde mit 19 Treffern ließ sie jedoch auf insgesamt 112 Treffer zurückfallen. "Sie hat super performt, am Ende war dann leider etwas der Strom leer."
Nadine Goldbrunner erreichte nach Serien von 21, 20, 23, 20 und 23 Treffern insgesamt 107 Treffer und sammelte weitere wichtige internationale Wettkampferfahrung.
Während für den Finaleinzug nahezu fehlerfreie Serien erforderlich waren, konnten sich insbesondere die Schützinnen aus Frankreich, den USA, Australien und Italien im Spitzenfeld behaupten. Bereits kleinste Schwankungen entschieden über die Teilnahme am Shoot-off beziehungsweise den Einzug in das Finale.
Trap Männer:
Für die deutschen Trap-Herren war beim ISSF-Weltcup in Hangzhou bereits nach der Qualifikation Endstation. Paul Pigorsch erzielte mit 118 Treffern das beste deutsche Resultat und belegte Rang 31. Andreas Loew kam mit 114 Treffern auf Platz 52, Tim-Luka Schmidt folgte mit 113 Treffern auf Rang 56.
Die Konkurrenz präsentierte sich auf außergewöhnlich hohem Niveau. 122 Treffer waren erforderlich, um sich über ein Shoot-off einen Platz im Finale der besten Acht zu sichern. An der Spitze lieferten sich Angelo Scalzone (Katar) und Massimo Fabbrizi (Italien) mit jeweils 124 Treffern einen packenden Kampf um den Qualifikationssieg, während zahlreiche weitere Athleten die 122-Treffer-Marke erreichten und die Finalisten erst im Stechen ermittelt wurden.
Paul Pigorsch zeigte über weite Strecken einen stabilen Wettkampf und eröffnete mit Serien von 24 und 22 Treffern. Nach einer starken dritten Runde mit der Optimalzahl von 25 Treffern hielt sich der DSB-Schütze im erweiterten Vorderfeld, ehe eine 23er- und abschließende 24er-Runde ihn bei 118 Treffern ins Ziel brachten. Angesichts der enormen Leistungsdichte bedeutete dies dennoch einen Rückstand von vier Scheiben auf die Finalentscheidung.
Andreas Loew beendete den Wettkampf mit 114 Treffern. Nach einem verhaltenen Auftakt steigerte er sich im weiteren Verlauf und zeigte insbesondere in den letzten drei Runden eine konstante Leistung. Tim-Luka Schmidt erzielte 113 Treffer und präsentierte sich über alle fünf Durchgänge hinweg ausgeglichen, konnte jedoch keine fehlerfreie Serie setzen, die für den Anschluss an das Spitzenfeld notwendig gewesen wäre.
Das Teilnehmerfeld verdeutlichte eindrucksvoll die internationale Leistungsdichte im Trap der Männer. Schützen aus Katar, Italien, den USA, China, Indien und Taiwan bestimmten das Geschehen an der Spitze. Bereits wenige Fehlscheiben entschieden über den Sprung in das Shoot-off und damit über die Chance auf eine Finalteilnahme.
Aus deutscher Sicht spiegeln die Ergebnisse den derzeitigen Abstand zur Weltspitze wider. Zwar gelangen den DSB-Athleten immer wieder starke Serien, insgesamt fehlte jedoch die Konstanz auf höchstem Niveau, um sich im Rennen um die Finalplätze behaupten zu können. Die Leistungen liefern dennoch wichtige Erkenntnisse für die weitere internationale Saison und zeigen zugleich, an welchen Stellschrauben bis zu den kommenden Weltcup-Stationen gearbeitet werden muss. Möller hob hervor, dass sie die Bedingungen vor Ort nun sehr gut einschätzen können und für den Quotenplatz-Weltcup nächstes Jahr gut vorbereitet sind.
Trap Mixed-Team:
Die deutschen Trap-Mixed-Teams haben beim ISSF-Weltcup in Hangzhou den Einzug in die Medaillenmatches verpasst. Das Duo Kathrin Murche und Tim-Luka Schmidt erreichte mit 142 Treffern den neunten Platz und verfehlte die Qualifikation für die Finalrunde um drei Scheiben. Karla Riehmann und Andreas Loew belegten mit 136 Treffern Rang 19.
Im Wettbewerb der 29 Teams entwickelte sich ein hochklassiger Dreirunden-Wettkampf. Australien setzte sich mit 149 Treffern an die Spitze und stellte damit den bestehenden Qualifikationsweltrekord ein. Dahinter qualifizierten sich China (147), Italien (146) und Taiwan (145) für die Medaillenentscheidungen.
Das deutsche Spitzenteam fand zunächst nur schwer in den Wettkampf. Nach 44 Treffern in der Auftaktrunde steigerten sich Kathrin Murche und Tim-Luka Schmidt jedoch eindrucksvoll und lieferten mit einer makellosen zweiten Runde das Maximum von 50 Treffern ab. Auch im abschließenden Durchgang mit 48 Treffern bestätigte das Duo seine Leistungsfähigkeit. Trotz dieser deutlichen Leistungssteigerung reichten die insgesamt 142 Treffer nicht aus, um den Anschluss an die Spitzengruppe herzustellen. Tim-Luka Schmidt steuerte starke 72 Treffer zum Mannschaftsergebnis bei, während Kathrin Murche 70 Scheiben traf.
Auch das zweite deutsche Team zeigte phasenweise ansprechende Leistungen. Karla Riehmann und Andreas Loew erzielten 136 Treffer und beendeten den Wettbewerb auf Platz 19. Nach einem ordentlichen Start mit 45 Treffern steigerte sich das Duo in der zweiten Runde auf 48 Treffer, ehe 43 Treffer im Schlussdurchgang ein besseres Gesamtergebnis verhinderten. Andreas Loew war mit 69 Treffern bester Schütze des Teams, Karla Riehmann kam auf 67 Treffer.
Aus deutscher Sicht bleibt vor allem die starke Reaktion des ersten Teams nach der Auftaktrunde positiv hervorzuheben. Die perfekte zweite Runde zeigte das vorhandene Potenzial des Duos. Gleichzeitig machte der Wettkampf deutlich, dass im Mixed-Team-Wettbewerb vom ersten Schuss an höchste Konstanz gefragt ist, um gegen die internationale Spitze bestehen und um die Medaillenplätze kämpfen zu können.
Das deutsche Team in Hangzhou
Flinte: Felix Haase (Oerlinghausen), Christopher Honkomp (Emstek), Sven Korte (Ibbenbüren), Tim Krause (Eppelheim), Valentina Umhöfer (Saal an der Saale), Christine Wenzel, Nele Wißmer (Ibbenbüren, alle Skeet), Andreas Löw (Weihenzell), Paul Pigorsch (Süptitz), Tim-Luka Schmidt (Subzow), Karla Riehmann (Gotha), Nadine Goldbrunner (Benediktbeuern), Kathrin Murche (Elsnig, alle Trap)
Gewehr: Florian Beer (Mähring), David Koenders (Neubiberg), Justus Ott (Erlangen), Katrin Grabowski (Niedernhausen), Katharina Mentzel (Wiesbaden), Lea Ruppel (Herbstein), Melissa Ruschel (Wietze), Hannah Wehren (Freising)
Pistole: Christian Reitz (Regensburg), Michael Schwald (Lörrach), Andreas Köppl (Lampenricht), Eduard Baumeister (Plankstadt), Svenja Berge (Bad Camberg), Michelle Skeries (Potsdam), Sarah Tauermann (Grasleben), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Fabian Otto (Heringen), Florian Peter (Obertshausen)
Betreuer: Detlef Glenz, Thomas Zerbach, Sandra Reitz, Benedikt Schuter, Wolfram Waibel, Uwe Möller, Frank Günther, Katharina Bechtel, Mike Stöcker, Ralf Lewandowski, Victoria Nolte, Martin Bronnec, Hans-Jörg Meyer, Marco Kleer
