Weltmeisterschaften
WM Doha: Der Höhepunkt des Schießsport-Jahres
Es ist DER Höhepunkt im Schießsport-Jahr 2026: Die Weltmeisterschaft in Doha/Katar (1. bis 14. November), bei der es neben Medaillen auch die ersten Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 zu gewinnen gibt. 31 DSB-Schützinnen und Schützen wollen vorne mitmischen.

Als Vorbereitung auf die WM nutzten die meisten der deutschen WM-Teilnehmer mit Gewehr und Pistole den Weltcup in Kairo/EGY als unmittelbaren Härtetest. Und das mit Erfolg: Im Gewehrbereich gab es Bronze für das Luftgewehr Mixed-Duo Anna Janßen & Maximilian Ulbrich, jeweils Einzel-Finalteilnahme für Ulbrich mit dem Luftgewehr (6. Platz) bzw. Janßen im Dreistellungskampf (6. Platz), Silber für Christian Reitz mit der Luftpistole sowie den Sensations-Coup durch das Schnellfeuer-Trio Oliver Geis, Florian Peter und Emanuel Müller, die das komplette Siegerpodest einnahmen: „Detlef Glenz hat es uns mit seinem Team vorgemacht: Die anderen träumen davon, er macht es mit seinem Team“, zollte Bundestrainer-Kollege Wolfram Waibel seinen höchsten Respekt. Doch auch Waibel ist zufrieden mit dem Zustand seiner Athleten: „Wir sind sehr positiv, die Vorbereitung lief gut. Wir sind derzeit auch alle gesund, und es sollte alles klappen.“ Dabei räumt der Gewehr-Bundestrainer ein, dass die Quotenplatz-Thematik, in Doha werden in jeder der olympischen Einzeldisziplinen die ersten drei Quotenplätze für Los Angeles vergeben, durchaus eine Rolle spielen kann: „Das ist sehr typabhängig, aber ich glaube schon, dass dies den Druck auf die Athleten erhöht. Wobei bei der ersten WM der Druck vielleicht noch ein bisschen weniger vorhanden ist, aber am Ende zunimmt. Wenn alle auf die Olympischen Spiele wollen, und es gibt nur noch einen Platz, dann sind inklusive der Trainer alle in Alarmstimmung. Aber genau das lieben wir. Deshalb machen wir das Ganze.“
Glenz sieht das ganz nüchtern und locker, seine Athleten verwöhnen den DSB, die Fans und die Öffentlichkeit seit Jahren mit Top-Leistungen und -Platzierungen: „Wir fahren nicht dahin, um dem Quotenplatz hinterherzulaufen, wir wollen eine gute Leistung bringen. Es gibt so viele Möglichkeiten, Quotenplätze zu gewinnen, die kommen sowieso. Wir haben bis zu den Olympischen Spielen noch zwei Welt- und Europameisterschaften, die European Games und Weltcups“, zählt er die Events auf, bei denen es weitere Quotenplätze zu gewinnen gibt. Und deswegen gilt das Augenmerk des erfahrenen Bundestrainers der eigenen Leistung, der selbstbewusst sagt: „Einen Sportler möchte ich sicher im Finale haben, ich hoffe auf zwei. Und der Mannschaftstitel geht nur über uns. Wir stehen in der Weltrangliste schließlich auf den Plätzen zwei, drei und vier.“
Dazu gibt es den letzten Feinschliff in Wiesbaden. Dort sind sowohl die Schnellfeuerpistolen-, als auch die Luftpistolen-Schützen von Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause: „Zunächst haben wir unsere Waffen und Ersatzteile kontrolliert, jetzt werden wir jeden Tag eine Leistungskontrolle und ein Finale schießen. Unsere Finalschwäche, die ich vor einiger Zeit einmal festgestellt hatte, sehe ich nicht mehr“, so Glenz.

Während die Gewehr-, Pistolen- und Skeet-Schützen in heimischen Gefilden die letzten Vorbereitungen absolvieren, ist der Trap-Tross am gestrigen 26. November für einen Kurz-Lehrgang in das etwas sonnigere Nikosia/Zypern aufgebrochen.
Das deutsche Team in Doha
Flinte: Felix Haase (Oerlinghausen), Christopher Honkomp (Emstek), Sven Korte, Christine Wenzel (beide Ibbenbüren), Nadine Messerschmidt (Schmalkalden), Valentina Umhöfer (Saal a.d. Saale), Marius John (Friemar), Andreas Löw (Weihenzell), Pius Rosenecker (Dürrwangen), Nadine Goldbrunner (München), Kathrin Murche (Elsnig), Karla Riehmann (Gotha)
Gewehr: Hanna Bühlmeyer, Daniel Bühlmeyer (beide Weiltingen), Maximilian Dallinger (Freising), Maximilian Ulbrich (Wielenbach), Max Ohlenburger (Idstein), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Larissa Weindorf (Mannheim), Lisa Grub (Weingarten)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Christian Reitz (Regensburg), Robin Walter (Reichenbach), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Katharina Bechtel, Uwe Möller, Steffen Jabin, Carsten Hees, Sandra Reitz, Thomas Zerbach, Frank Dittmer, Frank Günther, Mike Stöcker, Stefan Nolte, Christian Stauske, Victoria Nolte, Michel Gomez-Krämer, Michaela Huck, Annika Giese, Alexander Bund
