Bundesliga

Bundesligafinale Wiesbaden: Die acht Finalteams im Kurz-Portrait

19.02.2026 09:47

Nord-Teams gegen Süd-Teams! Nationalkader gegen Nationalkader! Weltmeister gegen Weltmeister! Das Bundesligafinale Bogen am 28. Februar in Wiesbaden hat viele Facetten, die teilnehmenden acht Teams versprechen jedoch allesamt Top-Sport. Welche Mannschaften am Start sind und wie ihre Erfolgsaussichten stehen, verraten die Kurz-Portraits.

Zu gerne wären Regina Kellerer (PSV München) und Phil Lüttmerding (SV Böddiger) mit ihren Teams beim Bundesligafinale in Wiesbaden dabei gewesen, doch für die Aufsteiger reichte es nicht. Aus diesem Grund sind die beiden Junioren-Nationalkader prädestiniert dafür, die teilnehmenden vier Süd-Teams (Kellerer) und Nord-Teams (Lüttmerding) zu charakterisieren.

Gruppe A: Sherwood BSC Herne (Nord-1.), SGi Welzheim (Süd-2.), SV GutsMuths Jena (Nord-3.), BC Villingen-Schwenningen (Süd-4.)
Gruppe B: FSG Tacherting (Süd-1.), BSC BB Berlin (Nord-2.), TS 1861 Bayreuth (Süd-3.), SV Dauelsen (Nord-4.)

FSG Tacherting: Der amtierende Deutsche Meister FSG Tacherting kommt selbstbewusst nach Wiesbaden und hat in dieser Saison eindrucksvoll gezeigt, warum er zu den Topfavoriten zählt. Nur zwei von 28 Matches gingen verloren, und mit einer beeindruckenden Zahl an 60er- (30!) und 59er- (35!) Passen demonstrieren die Schützen regelmäßig ihre Klasse. Das Team wird angeführt von Katharina Bauer, Weltmeisterin im Team (2023) und Europameisterin im Einzel und Mixed (2024), die mit ihrer Erfahrung und Ruhe seit Jahren eine verlässliche Stütze ist. Moritz Wieser, bester Schütze der Südliga mit einem Schnitt von 9,84 Ringen/Pfeil, hat zahlreiche Weltcup- und EM-Medaillen im Team gewonnen und unzählige Deutsche Meistertitel auf seinem Konto. Felix Wieser bringt seine Vielseitigkeit aus WA, Halle und Feld ein und bleibt selbst unter Druck eiskalt. Michael Reiter rundet das Quartett ab und ist ebenfalls ein erfahrener Bundesliga-Routinier. Mit drei Schützen unter den vier besten der gesamten Liga und fünf Bundesligatiteln seit 1997 ist Tacherting ein Team, das im Kampf um den Titel unbedingt auf dem Radar stehen muss.

SGi Welzheim: Die SGi Welzheim tritt in dieser Saison ein mehr als ernstzunehmender Konkurrent und hat bereits in der Vorrunde bewiesen, dass sie Tacherting Paroli bieten kann. Welzheim war das einzige Team, das dem Titelverteidiger Punkte abnahm. Jonathan Vetter, auf Platz 15 der Weltrangliste, erfahrener Weltcup-Medaillengewinner und seit Jahren fester Bestandteil der Bundesliga, führt die Mannschaft souverän an. Internationale Verstärkung erhält das Team durch die spanische Mixed-Weltmeisterin Elia Canales Martin, die in ihrer ersten Bundesliga-Saison mit einem Schnitt von 9,83 Ringen/Pfeil direkt zur besten Schützin der Südliga avancierte. Christian Weiss, ehemaliger Nationalkaderschütze und 2006 Nachwuchs-Weltmeister im Team, bringt zusätzliche Erfahrung ein, während Armin Hense die Mannschaft komplettiert. Mit fünf Bundesliga-Titeln, der letzte Sieg 2010 liegt allerdings lange zurück, und der aktuellen Form ist Welzheim bestens gerüstet, um ganz oben anzugreifen.

TS 1861 Bayreuth: TS 1861 Bayreuth ist ein Team, das für Überraschungen bekannt ist und durch beständige Leistungen überzeugt. Jakob Hetz, stärkster Schütze mit einem Schnitt von 9,60, beweist sowohl in der Liga als auch international bei Feldbogenturnieren Welt- und Europameisterschaftsformaten seine Treffsicherheit. Neil Bennemann und Mario Schirrmeister haben gemeinsam mit Hetz bei den Finals 2025 in Dresden Teambronze gewonnen, wodurch das Team bestens eingespielt ins Finale geht. Florian Babl und Christina Hetz komplettieren die Mannschaft, die - auch wenn die Bilanz gegen die Topfavoriten aus Tacherting und Welzheim bislang gegen sie spricht - genau im Finale die Chance hat, zu überraschen und für Spannung zu sorgen.

BC Villingen-Schwenningen: Die BC Villingen-Schwenningen hat sich erst am letzten Wettkampftag für das Finale in Wiesbaden qualifiziert, als sie in einem packenden direkten Vergleich den Favoriten BSG Ebersberg knapp besiegten. Florian Faber führt das Team an, er war stärkster Mannschaftsschütze mit einem Schnitt von 9,55 und ist international für die Schweiz aktiv. Sein größter internationaler Erfolg war der Gewinn der Team-Bronzemedaille bei der EM 2022 in München. Mit 17 Jahren ist Fiona Marquardt eine der jüngsten Teilnehmerinnen beim Finale, Mitglied im Juniorennationalkader und bereits international erfolgreich, unter anderem war sie bei Junioren-WM 2025 in Kanada. Sarah Reinecke bringt trotz ihrer 23 Jahre schon viel Erfahrung mit, war ebenfalls im Juniorennationalkader und gewann Gold und Silber beim European Youth Cup 2019. Dominik Doser und Dominik Gölz ergänzen das Team, das mit frischem Elan, talentiertem Nachwuchs und unberechenbarem Potenzial für das eine oder andere Highlight sorgen kann.

Sherwood BSC Herne: Erneut als Nordmeister kommen die Sherwood-Schützen aus Herne zum Bundesligafinale nach Wiesbaden. Im Team stehen mit Lukas Winkelmeyer, Tim Großmann, Carlo Schmitz, Jan Christopher Ginzel und Rabea Moschner ganz erfahrene Bundesligaschützen, die vom jüngsten Teammitglied angeführt werden: Mathias Kramer, 22-jähriger DSB-Kaderschütze, avancierte mit 9,84 Ringen/Pfeil zum besten Schützen der Nord-Liga (und weist den exakt gleichen Wert auf wie Moritz Wieser im Süden) und soll das Team auch im Finale anführen. Und wenn es nach Trainer Reinhard Kisselbach geht, soll nach zwei Vizemeisterschaften 2024 und 2025 beim zehnjährigen Wiesbaden-Jubiläum die Vorherrschaft des Südens gebrochen werden. Es wäre der dritte Meisterspiegel für Herne (nach 2011 und 2014).

BSC BB Berlin: Auch wenn die Berliner das jüngste Team am Final-Samstag stellen, der Altersschnitt beträgt 20,2 Jahre, kommen wahrhaftig keine „Newcomer“ nach Wiesbaden: Alle fünf Schützen des Teams sind bzw. waren Kaderschützen des DSB. In der Vorrunde konnte keiner aus dem Quintett mit überragenden Ergebnissen herausragen, die Stärke des Teams ist eindeutig die Ausgeglichenheit auf hohem Niveau. So reichen die Pfeildurchschnitte von 9,42 bis 9,56. Zwei Akteure ragen dennoch aus dem Team von Trainerin Irene Abel heraus: Elina Idensen, die im vergangenen Jahr an der WM in Gwangju/KOR teilnahm und bereits Silber bei einem Weltcup (Antalya/TUR 2023) gewinnen konnte, und Lilian Forkert. Der ist „Hahn im Korb“ des Teams und der einzige „Wiesbadener“ Schütze beim Bundesligafinale, denn Forkert trainiert am Bundesstützpunkt in Wiesbaden unter der Ägide von Nachwuchs-Bundestrainer Freddy Siebert.

SV GutsMuths Jena: Ein Aufsteiger beim Finale! Das hat es in der Bundesliga-Historie noch nicht so oft gegeben, aber das Team aus Jena war von Beginn an auf Finalkurs und hatte dies seinen drei Stammschützen zu verdanken: Charline Schwarz (9,65), Team-Weltmeisterin 2023 und olympische Team-Bronzemedaillengewinnerin 2021, Bastian Gropp (9,68) und Adrian Scheiding (9,45) - beide ehemalige Junioren-Nationalkader - zeigten starke Leistungen. Es ist für das Team aus Thüringen nach 2019 erst die zweite Teilnahme am Bundesligafinale und vielleicht gelingt ja der erste Medaillengewinn. Oder vielleicht die Wiederholung einer Sensation, denn 2015 gelang Aufsteiger SV Dauelsen der große Coup mit dem Gewinn des Meisterspiegels.

SV Dauelsen: Zweimal (2015 & 2017) konnten die Niedersachsen bereits den Meisterspiegel gewinnen, dazu noch einmal Silber und zweimal Bronze. Dabei kann Trainer Andreas Hehenberger auf eine ganz routinierte Truppe setzen, denn mit Florian Unruh, dem besten deutschen Bogenschützen der vergangenen Jahre mit dem Höhepunkt der olympischen Mixed-Silbermedaille in Paris an der Seite von Michelle Kroppen, Sebastian Rohrberg und Holger Rohrbeck steht ein Stamm-Trio im Team, das bereits für die Titelgewinne verantwortlich zeichnete. Mit Rohrbeck, mit 54 Jahren ältester Teilnehmer beim Bundesligafinale, gibt es einen Athleten, der bereits zum Auftakt des Ligasystems 1997/98 dabei war (damals in der Regionalliga Nord) und seit der Saison 2004/05 für Dauelsen an der Schießlinie steht.

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