Deutsche Meisterschaften
Die Finals Hannover: Marie Marquardt & Moritz Wieser sind die Bogen-Champions
Compoundschützin Marie Marquardt und Recurveschütze Moritz Wieser sind die Königin bzw. der König bei Die Finals in Hannover: Beide Sportler sicherten sich am letzten Tag des Multi-Sportevents in der niedersächsischen Landeshauptstadt den zweiten DM-Titel. Nach Team-Gold am Vortag standen sie mit ihren Partnern Tim Krippendorf (Blankenfelder BS 1) bzw. Katharina Bauer (BSG Raubling 3) erneut ganz oben auf dem Treppchen.

Mixed Compound Ü18: Marquardt & Krippendorf lesen die Böen besser
Pünktlich zum Goldfinale zwischen Marie Marquardt & Tim Krippendorf (Blankenfelder BS 1) und Katharina Kutscher & Christian Rohe (BC Initiative Hergolding 1) setzte leichter Regen ein. Das war weniger das Problem, aber damit einher gingen Windböen, die den Sportlern das Leben schwermachten, das Zentrum der Scheibe zu treffen. Nach zwei Passen hatten Kutscher & Rohe noch keine Zehn auf dem Konto, das Blankenfelder Duo dagegen drei, das somit konsequenterweise deutlich führte (69:65). Mit dem elften Schuss fiel endlich die Zehn für Kutscher, doch der Vorsprung von Marquardt & Krippendorf war nochmals um einen Ring angewachsen (105:100). Das ließ sich das routinierte und international erprobte Duo nicht mehr nehmen: Zwar fielen auch auf Seite von Kutscher & Rohe nun die Zehner, aber standesgemäß schlossen die neuen Deutschen Meister den Wettkampf mit jeweils einer Zehn zum 144:138 ab: „Der Wind war ähnlich wie gestern, aber wir haben gut kommuniziert und haben rausgefunden, wo wir hinzielen müssen“, erläuterte Krippendorf, der als erster Schütze seine Erfahrung stets an Marquardt weitergab: „Seine Ansagen haben gut gepasst“, meinte die „Königin von Hannover“, die sowohl im Team als auch im Mixed Gold holte: „Die Krone hat noch keiner gebracht“ ,sagte sie lachend, „es ist ein toller Erfolg, ich freue mich sehr, dass ich mich zweimal so gut zeigen konnte.“ Bronze ging an die Titelverteidiger, Katharina Raab & Matthias Raab (Oberallgäuer Gauschützen). Vater und Tochter gewannen souverän gegen Cicek Akcakaya & Alexander Böing (Hamburger Bogenschützengilde) mit 153:145.
Mixed Recurve Ü18: Bauer & Wieser gewinnen hochklassiges Finale
Es war das Highlight des finalen Tags der Bogensport-Wettkämpfe bei Die Finals: Katharina Bauer & Moritz Wieser (BSG Raubling 3) trafen auf Charline Schwarz & Florian Unruh (SSC Fockbek 1). Und damit waren Welt- und Europameister sowie olympische Medaillengewinner unter sich, hochklassiger Sport somit vorprogrammiert, die Zuschauer empfingen die Athleten rhythmisch klatschend. Und das Quartett sollte die zahlreichen Zuschauer nicht enttäuschen, jeder Schütze setzte seinen ersten Pfeil in die Zehn. Da Schwarz noch eine Zehn draufpackte, ging der erste Satz an die Fockbeker (39-38). „Ich habe mich darauf eingestellt, es hat mich nicht überrascht, dass wir mit 38 in Rückstand waren. Wir haben gegen zwei Olympia-Medaillengewinner geschossen, von daher war das erwartbar“, sagte Wieser nach dem Match. Das Niveau blieb hoch, in Passe zwei trennten sich beide Teams 37-37. Doch die Raublinger ließen sich von dem 1:3-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und glichen mit einem 37-35 aus. Damit musste die vierte Passe die Entscheidung bringen, es herrschte Hochspannung in der vollgepackten Finalarena. Bauer und Wieser legten 19 Ringe vor, Schwarz & Unruh kamen mit ihren ersten Pfeilen nur auf 17. Doch die Raublinger machten mit 17 Ringen wieder die Tür auf, weil „die Zeit ablief. Moritz stand länger im Anker, und ich habe ihm gesagt, dass er Gas geben muss. Und für meinen Pfeil ist mir ein bisschen die Zeit ausgegangen“, erklärte Bauer. Doch es reichte: Mit 36-33 und insgesamt 5:3 ging der Titel an Bauer & Wieser: „Es ist ein kleiner Traum, weil Moritz und ich noch nicht Deutscher Meister im Mixed waren, deswegen ist es etwas ganz Besonderes. Es ist schön, den Bogensport mit so hochkarätigen Matches den Leuten zu präsentieren, die nicht so im Bogensport firm sind. Das ist es, was ich erreichen will mit Bogenschießen: Leute zu begeistern“, so Bauer, die mit Wieser die Zuschauer zur LaOla animierte und noch eine ganz besondere Aufgabe für ihren Partner, den „König von Hannover“ vor sich hat: „Wir fahren jetzt sieben Stunden gemeinsam heim, da werde ich ihm auf der nächsten Raststätte einen ausgeben.“ Über den dritten Platz freuten sich Bastian Gropp & Elina Idensen (SV Geratal Elxleben 1957), die sich gegen Frida Janke & Jakob Weske (SV Erfurt West 90) mit 5:1 (37-32, 37-35, 35-35) durchsetzen konnten.
Die Livestreams von den Medaillenentscheidungen Compound und Recurve können im ZDF-Stream auch im Nachgang noch angesehen werden.

Mixed Recurve Jugend: In letzter Sekunde zum Titel
Das letzte Match von Die Finals 2026 war der Jugend vorbehalten: Lola Ankenbrand & Philipp Loibl (FSG Tacherting 9) und Jasmin Lange & Til Lucas Schröder (SV Blau-Weiß 1921 Weißensee) standen sich im Goldfinale gegenüber, mittlerweile war es wieder trocken, und die Bedingungen gut. Den deutlich besseren Start erwischten die Weißenseer, die ihre Nervosität besser im Griff hatten und die erste Passe mit 34-27 gewannen. Zwar steigerten sich die jungen Tachertinger, aber besser waren weiterhin Lange & Schröder, die sich mit 36-34 auch die zweite Passe sicherten. Doch das Match ging in die Verlängerung, weil sich Ankenbrand & Loibl an die ungewohnten Umstände angepasst hatten und mit 31-35 zum 2:4 verkürzten. Zum Stechen kam es jedoch nicht, weil Schröder eine Sekunde vor Ablauf der Zeit seinen letzten Pfeil löste und diesen in die Zehn setzte. Das bedeutete das 33-30 und 6:2 in Summe: „Das üben wir und war deswegen nicht ungewohnt für mich“, sagte er nach dem Match ganz routiniert. Die Abgebrühtheit kommt nicht von ungefähr, bereits 2023 siegte er bei Die Finals in Düsseldorf. Für Partnerin Lange war es dagegen der erste Titelgewinn: „Mega, ein tolles Gefühl vor so einer Kulisse in so einer Finalarena zu schießen und zu gewinnen.“ Im Bronzematch standen sich Magdalena Milnerowicz & Ole Decher (SPS Niederwetz 1) und Miriam Wiebel & Oskar Mühl (ASG Göttingen) gegenüber. Den Sieg sicherten sich die Hessen mit 6:0 (30-27, 32-30, 37-27).
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