Deutsche Meisterschaften

DM Schießsport München: Ulbrich & Straub dominieren

23.08.2026 18:23

Der eine feierte einen lupenreinen Hattrick, die andere bestätigte ihren Überraschungserfolg aus dem Vorjahr: Maximilian Ulbrich gewann bei der Deutschen Meisterschaft Sportschießen in Garching-Hochbrück zum dritten Mal in Serie den Luftgewehr-Wettbewerb, „Schießsport-Rentnerin“ Isabella Straub triumphierte erneut im Kleinkaliber-Dreistellungskampf.

Foto: DSB / Ungläubiger Jubel bei der "Schießsport-Rentnerin" Isabella Straub nach ihrem souveränen Sieg im KK-Dreistellungskampf, u.a. vor Weltrekordlerin Nele Stark (links).
Foto: DSB / Ungläubiger Jubel bei der "Schießsport-Rentnerin" Isabella Straub nach ihrem souveränen Sieg im KK-Dreistellungskampf, u.a. vor Weltrekordlerin Nele Stark (links).

Luftgewehr Männer: Maximilian Ulbrich mit Hattrick
Eine pickepackevolle Finalhalle bildete einen würdigen Rahmen für das Luftgewehr-Finale der Männer. Und die acht Athleten enttäuschten die zahlreichen Zuschauer nicht, vor allem die zwei Dauer-Rivalen, Maximilian Ulbrich und Maximilian Dallinger, boten Schießsport auf höchstem Niveau. Dabei lag Ulbrich von Beginn an in Führung und hatte nach zehn Schuss (105,2) bereits 1,1 Ringe Vorsprung herausgeschossen. Doch Weltmeister Dallinger verkürzte nach den zwei ersten Einzelschüssen (10,9 & 10,7) auf 0,2 Ringe Rückstand und sorgte für Spannung. Doch näher ließ Ulbrich seinen Kumpel nicht ran, Schuss für Schuss baute er den Vorsprung wieder aus und feierte am Ende mit 252,9 Ringen und 1,7 Ringen Vorsprung den Hattrick, den dritten DM-Titel mit dem Luftgewehr in Serie: „Es ist schon etwas dran an dem Spruch, den Titel zu verteidigen, ist schwieriger als erstmals zu gewinnen. Das letzte Jahr war es schon nicht so leicht, dieses Jahr ist es mir nochmals schwieriger gefallen, weil ich vorher in einer ziemlichen Formkrise war. Von daher bin ich froh, dass es jetzt so funktioniert hat - den Hattrick zu schaffen, war schon in meinem Kopf.“ Durch den Sieg sollte das zuletzt fehlende Selbstvertrauen wieder zurückkommen, denn der Titel bei der DM ist wichtig, aber eine sehr gute WM in Doha/QAT (1.-14. November) noch bedeutsamer. Bronze ging an David Koenders, damit war das Treppchen mit drei Sportlern von der Kgl. priv. FSG Der Bund Allach besetzt.

KK-Gewehr 3x20 Frauen: „Schießsport-Rentnerin“ dominiert die Elite
Bereits in der Qualifikation hatte die sich selbst als „ambitionierte rentnerische Leistungssportlerin“ bezeichnende Isabella Straub (Kgl. Priv. FSG Der Bund Allach) die Konkurrenz geschockt: 595 Ringe brachte sie in den drei Stellungen auf die Scheibe, stellte damit einen neuen deutschen Rekord auf und lag nur einen Ring unter dem Weltrekord: „Wenn es läuft, soll man es nicht aufhalten“, so der Kommentar der ehemaligen Kaderschützin, die 2018 Vize-Weltmeisterin im Dreistellungskampf wurde. Und auch im Finale verfolgte sie dieses Motto und bestimmte vom ersten Schuss an das Teilnehmerfeld, das mit Europameisterin und Weltrekordlerin Nele Stark (SSV Güglingen) sowie der diesjährigen Granada-Weltcupsiegerin Anna Janßen (SSG Kevelaer) hochkarätig besetzt war. Nach kniend (105,1) führte sie bereits mit 2,1 Ringen, nach den zehn Liegendschüssen (105,0) hatte sie den Vorsprung auf satte 3,5 Ringe auf Stark ausgebaut. Und da sie auch stehend äußerst stabil agierte und die Gegnerschaft kaum Boden gutmachen konnte, schaffte sie mit bärenstarken 360,2 Ringen die Titelverteidigung vor Stark und Kerstin Obermaier (Kgl. Priv. FSG Der Bund Allach): „Gerade die internationalen Wettkämpfe fehlen mir, aber mit meiner beruflichen Situation ist es nicht mehr machbar, und deshalb genieße ich hier wirklich jede Sekunde und kann entspannt schießen.“ Und das tat sie und verriet auch ihre Vorbereitung auf die DM: „Ich habe fleißig sieben Mal die Woche mental trainiert!“

Skeet Mixed: Internationale Leistung vom Meister-Duo
Die eine nahm erstmals an einer Deutschen Meisterschaft teil, ihr Partner ist ein DM-Routinier mit zahlreichen Medaillen, aber bis dato nur einem Titel. Deshalb freuten sich Isis Niels & Felix Haase (WTC Bad Salzuflen) so sehr über den Titel: „Das ist unglaublich und habe ich nicht erwartet, auch die Leistung. Es ist meine allererste Deutsche Meisterschaft“, meinte Niels, die bereits am gestrigen Samstag den Titel mit deutschem Rekord in der Juniorinnen-Klasse gewann. Und Haase ergänzte: „Es ist erst mein zweiter DM-Titel, von daher ist es umso schöner.“ Zumal die Leistung außerordentlich gelungen war: Das Duo holte Scheibe um Scheibe vom Himmel und bog nach 29 von 30 möglichen Treffern früh auf die Siegerstraße ein: „Die ersten Scheiben sind wichtig, das ist mental wichtig und geht auch in die Köpfe der anderen rein“, so Haase zum nicht zu unterschätzenden psychologischen Faktor. Zwar schossen Christine Wenzel & Maximilian Seibel und Emilie Bundan & Sven Korte (beide SSC Schale) wahrlich nicht schlecht, „aber heute waren wir nicht zu schlagen“, so Haase zu dem hervorragenden Endergebnis von 56 Treffern bei 60 Scheiben.

Foto: DSB / Applaus für Felix Haase und Isis Niels nach ihrem beeindruckenden Sieg im Skeet Mixed.
Foto: DSB / Applaus für Felix Haase und Isis Niels nach ihrem beeindruckenden Sieg im Skeet Mixed.

KK-Gewehr 3x20 Juniorinnen: Xenia Mund macht das Double perfekt
Es ist das Traumziel jedes Gewehrschützen: Das Double aus Luftgewehr und KK-Dreistellungskampf. Xenia Mund (Rot-Weiß Schützen Franken) erfüllte sich diesen Traum, weil sie sich in einem packenden Zweikampf mit dem letzten Schuss gegen Finnja Rentmeister (SSG Kevelaer) durchsetzte. Rentmeister lag vor dem letzten und 35. Finalschuss mit 0,4 Ringen vorne und hatte die große Chance auf den Titel, als Mund „nur“ eine 9,7 vorlegte, doch die Rheinländerin brachte nur eine 9,0 auf die Scheibe: „Ich glaube immer bis zum Schluss dran, weil ich weiß, dass auch der Gegner einen schwächeren Schuss machen kann. Ich habe gestern auch mit einer Neun ausgeschossen, und es hat gereicht. Manchmal ist entscheidend, wie gut die Neun ist“, so Mund danach. Nachdem sie tags zuvor relativ souverän erstmals den Luftgewehr-Titel gewonnen hatte, verteidigte sie nun ihr Gold mit dem Kleinkaliber-Gewehr: „Das Double bedeutet mir sehr viel: Es ist nach einer sehr harten Saison ein gelungener Abschluss“, sagte sie und freute sich schon auf die Zeit nach der DM: „Jetzt geht es in den Urlaub nach Italien.“ Bronze sicherte sich die zweite Rot-Weiß-Schützin Theresa Schnell.

Luftgewehr Junioren: Noah Ruhland jubelt über ersten Titel
Relativ früh entwickelte sich im Luftgewehr-Finale der Junioren ein Zweikampf: Noah Ruhland (SSG Stiftland Waldsassen) und Joseph Rusch (SSG Mittelbayern), zwei der fünf bayerischen Starter im Achterfeld, enteilten der Konkurrenz bereits nach den ersten zehn Schuss: 104,0 Ringe für Ruhland und 103,4 Ringe für Rusch wurden notiert, und vier Schuss später hatte sich das Ganze gedreht, weil Rusch mit einer 10,9 und einer 10,6 zwei absolute „Sahneschüsse“ verzeichnen konnte. Da war die Konkurrenz bereits drei Ringe hintendran, und man sollte meinen, dass es nur zwischen dem Führungs-Duo um den Titel geht. Doch Rusch ging am Ende die Luft ein wenig aus, fünf Neunerwertungen in Folge ließen ihn auf den Bronzerang zurückfallen, weil im Gegenzug Luis Eichenseer (Rot-Weiß Schützen Franken) plötzlich aufdrehte und zwei Schuss vor Ende des Finals bis auf 1,4 Ringe an den führenden Ruhland herankam. Doch die Aufholjagd endete mit Silber, weil Ruhland, der sich als Achter für das Finale qualifiziert hatte, stabil blieb und sich als konstantester Schütze seinen ersten DM-Titel mit 1,2 Ringen Vorsprung sicherte: „Es ist von Anfang an gut gelaufen, obwohl das Gewehr manchmal gewackelt hat. Ich habe den richtigen Moment gefunden, um abzudrücken. So hatte ich am Ende halbwegs vernünftige 10,2er und 10,3er, und das hat gereicht.“

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