Deutsche Meisterschaften

DM Sportschießen München: Die "Spiele" sind eröffnet

21.08.2026 19:09

An Tag eins der Deutschen Meisterschaften Sportschießen auf der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück erlebten die zahlreichen Zuschauer stürmisch-regnerisches Wetter und packende Wettkämpfe in der Finalhalle. Dabei konnten sich die frisch zur WM-Nominierung vorgeschlagenen Josefin Eder (Luftpistole), Max Ohlenburger (KK-Gewehr 3x20) und Hanna Bühlmeyer (Luftgewehr) die Titel sichern.

Foto: DSB / Und hoch das Sportgerät! Josefin Eder siegte souverän mit der Luftpistole.
Foto: DSB / Und hoch das Sportgerät! Josefin Eder siegte souverän mit der Luftpistole.

Luftpistole Frauen: Trotz zittriger Hand zum Titel
Das erste Finale bei der DM 2026 lieferten sich die Luftpistolen-Frauen: Mit Josefin Eder (SGi Frankfurt/Oder) und Monika Karsch (SG Hubertus Rott) waren zwei Nationalkaderathletinnen dabei, die sich das Wochenende zuvor in der WM-Qualifikation behauptet hatten. Den besten Start erwischten jedoch Celina Becker (51,7 – KKS Hambrücken ) und Nina Adels (51,3 – Kgl. Priv. HSG München), die herausragend aus den Startlöchern kamen. Eder war mit 51,2 Ringen die dritte Athletin jenseits der 51 Ringe. Danach leistete sich aber jede Athletin ihre Aussetzer, sodass es ständige Führungswechsel gab: Mal führte Becker, dann Adels, dann Karsch und schließlich Eder, die den gesamten Wettkampf über zu kämpfen hatte: „Es war sehr zittrig, ich war irre aufgeregt. Seit der Probe hatte ich so viel Bewegung in der Waffe, dass ich lange stehen musste, das Korn unscharf wurde – es war insgesamt sehr unruhig. Ich habe versucht, mit Gelassenheit zu nehmen und musste selbst so ein bisschen über mich lachen.“ Am Ende wurde es ein Lachen über den DM-Titel, denn gerade bei den Einzelschüssen war Eder die stabilste Schützin und sicherte sich letztlich souverän mit einem Vorsprung von 1,2 Ringen auf Celina Becker den Titel, Rang drei ging an Karsch: „Jeder von uns aus der Nationalmannschaft hat den Wunsch, Deutsche Meisterin zu werden. Bei mir ist die letzte DM drei, vier Jahre her, weil ich krank war, es direkt nach Olympia war, ich dann schwanger war. Deswegen ist es besonders schön, jetzt oben zu stehen, und für das Selbstbewusstsein ist das nach der erfolgreichen WM-Qualifikation sehr gut.“

KK-Gewehr 3x20 Männer: Start-Ziel-Sieg für Max Ohlenburger
Dass ein Max den Titel im Kleinkaliber-Dreistellungskampf der Männer gewinnt, galt als ziemlich wahrscheinlich. Denn mit Max Ohlenburger, Maximilian Dallinger, Maximilian Ulbrich und Maximilian Wolf trug die Hälfte der Finalteilnehmer diesen Vornamen. Und so kam es auch, weil einer vom ersten bis zum letzten Schuss eine formidable Leistung zeigte: Max Ohlenburger (Ohligser SGem 1875/1903) lag nach zehn Schuss kniend (102,2) vorne und lieferte auch in der Liegend-Einlage (104,0) die beste Performance. Zwar büßte er in den ersten zwei Fünferserien stehend etwas an Vorsprung ein, doch spätestens mit dem vorletzten Finalschuss, einer 10,8, war die Messe gelesen und der Titel eingefahren. Sein Erfolgsrezept? „Ich habe versucht, nicht ganz so viel zu denken und habe gehofft, dass es immer so weitergeht.“ Dabei profitierte Ohlenburger von der jüngst positiv bewältigten WM-Qualifikation, „der mein Hauptaugenmerk galt. Der Titel jetzt ist eine Bestätigung für die WM-Qualifikation.“ Wie in der WM-Qualifikation konnte sich der 25-Jährige vor allem auf zwei Stellungen verlassen: „Kniend und liegend lief wie in der Qualifikation sehr gut, stehend ist noch ein bisschen ausbaufähig, aber auch da bin ich nicht weit weg von dem, was ich haben möchte.“ Somit feierte er seinen ersten Männer-Titel im Dreistellungskampf, nachdem er 2023 bereits mit dem Luftgewehr gewonnen hatte. Leon Thieser (SGes Heepen) gewann Silber, Dallinger (Kgl. Priv. FSG Der Bund Allach) holte Bronze. Hervorzuheben war noch der Qualifikationswettkampf, denn mit 587 Ringen war der Finaleingang sehr hoch.

Luftgewehr Frauen: Hanna Bühlmeyer lässt es laufen
Hanna Bühlmeyer (SB Bodenheim) heißt die neue Deutsche Meisterin mit dem Luftgewehr. Die 29-jährige Kaderschützin hatte an diesem Freitag einen „Sahnetag“ erwischt, obwohl sie damit nicht gerechnet hatte: „Das war ein Wettkampf, wie ich ihn mir vorgestellt habe – zumindest im Nachhinein. Denn nach der WM-Qualifikation war ein wenig die Luft raus, weil die Deutsche nicht der Saisonhöhepunkt war. Deswegen dachte ich, das wird entspannt. Aber nach den ersten 30 Schuss in der Qualifikation ist der Puls ganz schön steil nach oben, weil ich wusste, heute läuft´s. Und dann habe ich es laufen lassen.“ Letztlich schloss sie die Qualifikation mit bärenstarken 635,1 Ringen auf Rang eins ab („Ich hatte den Weltrekord (637,9, Anm. d. Red.) kurzzeitig im Kopf, aber es ist ja noch nicht mein Karriereende!“) und setzte diese Vorherrschaft auch im Finale fort: Von der ersten Serie an lag sie in Führung und gab diese nicht mehr ab, weil sie konstant und qualitativ hochwertig die Schüsse in die Zehn setzte. Und so konnte sie es sich erlauben, den Wettkampf mit ihrem schwächsten Schuss, einem „Sicherheitsschuss“ in die 9,9, zu beenden: „Ich wusste, dass ich 1,6 Ringe Vorsprung hatte.“ Auf Rang zwei folgte Hannah Steffen-Dix (SV Soonwald-Mengerschied), Bronze gewann Larissa Wegner (SV Altheim/Weihung).

Luftpistole Juniorinnen: Jede darf mal am Sieg schnuppern
Das Finale der Juniorinnen lief nach dem Motto: Jede darf mal nach ganz oben. Denn quasi nach jedem Schuss gab es einen Führungswechsel. Das lag daran, dass die Konstanz der jungen Schützinnen noch nicht ausgebaut ist, und natürlich die Nervosität in einem Finale der DM groß ist. Das galt auch für Jennifer Wingert: „Ich war gut nervös, die Hand hat angefangen zu zittern, aber ich habe mich immer wieder gefangen. Ich habe es mit den Nerven gerade noch so hinbekommen.“ Das gelang so gut, dass sie bei ihrer ersten Finalteilnahme überhaupt gleich den Titel einsackte. Dabei halfen ihr auch zwei wesentliche Faktoren: „Ich habe den besten Trainer aller Zeiten (Bernd Cordes, Anm. d. Red.), und Unterstützung kam auch von Horst, dem Haendorfer Maskottchen“, strahlte die Luftpistolenschützen des SV Haendorf (2. Bundesliga) mit dem Teddy in der Hand. Rang zwei in diesem abwechslungsreichen Finale ging an Camille Pottien (SV Schönholzer Heide), Rang drei an Paula Riehmann (Hzgl. Priv. ASG zu Gotha).

Foto: DSB / Schoss wie ein Uhrwerk und sicherte sich somit seinen ersten DM-Titel im Kleinkaliber-Dreistellungskampf: Max Ohlenburger.
Foto: DSB / Schoss wie ein Uhrwerk und sicherte sich somit seinen ersten DM-Titel im Kleinkaliber-Dreistellungskampf: Max Ohlenburger.

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