Deutsche Meisterschaften

DM Sportschießen München: Die Vielfalt macht´s

27.08.2026 08:35

Die Deutsche Meisterschaft Sportschießen auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück (21. bis 30. August) steht vor allem für seine Vielfalt: Zig verschiedene Disziplinen für Jung und Alt, für „Profis“ und Breitensportler. Nachdem das erste Wochenende stets voll im Zeichen der olympischen Disziplinen steht, kommen in der zweiten Woche die nicht-olympischen Disziplinen zum Zug. Diese sind jedoch mitnichten weniger interessant, liefern ebenfalls tollen Sport und interessante Geschichten.

Foto: BSSB / Josef Kohlpaintner, hier mit der 25m Pistole .45 ACP, verteidigte mit dem Revolver .357 Magnum erfolgreich seinen DM-Titel.
Foto: BSSB / Josef Kohlpaintner, hier mit der 25m Pistole .45 ACP, verteidigte mit dem Revolver .357 Magnum erfolgreich seinen DM-Titel.

So wie beispielsweise bei den Großkaliberwaffen. Wenn es laut wird auf dem Gelände, dann kann es sein, dass gerade mit dem Revolver .357 Magnum geschossen wird. Und seit 2025 machte das keiner besser als Josef Kohlpaintner (Bergschützen Pillham), der im vergangenen Jahr erstmals triumphierte und dieses Kunststück nun wiederholte: „Ich schieße seit nicht ganz zehn Jahren und das erste Mal war ich 2018 mit dem Revolver .44 Magnum auf der Deutschen Meisterschaft. Ich versuche bei jeder Meisterschaft, für die ich mich qualifiziere, anzutreten und ein Ergebnis zu schießen. Es ist tatsächlich mein zweiter Deutscher Meistertitel: Ich war Titelverteidiger mit dem .357er bei den Herren 1, also habe ich den Titel wieder nach Bayern geholt.“ Aber das nicht irgendwie, sondern in souveräner und beeindruckender Manier. Die Qualifikation schloss er mit 390 Ringen ab und lag damit satte fünf Ringe vor der Konkurrenz, im Finale schoss er phantastische 99 Ringe und kam somit auf ein Gesamtergebnis von 489. Damit distanzierte er Michael Schneider (Kgl. Priv. FSG Landsberg) und Aron Fläschendräger (1. BSGi zu Oelsnitz/V.) um acht Ringe: „Letztes Jahr hatte ich 388 Ringe im regulären Durchgang und 94 im Finale und heuer waren es 390 und 99. Das ist natürlich ein Traumergebnis. Besser geht es kaum noch. Ich frage mich selbst, was man da noch verbessern könnte, aber eigentlich kann man das nur versuchen zu halten, weil da ist die Luft schon ganz dünn da oben. Es hat einfach in jedem Bereich alles gepasst.“

Das galt auch für Christina Schwenk (Kgl. Priv. FSG Der Bund München), die sich diebisch über ihre Premiere mit der 10m-Armbrust bei den Damen I freute: Denn Schwenk gewann erstmals den Einzel-Titel und sagte: „Ich bin jetzt schon seit etwa zehn Jahren bei der Armbrust dabei und finde die Gemeinschaft schön. Man kennt sich, und es sind freundschaftliche Gegner. Ich war eigentlich oft bei den Treppchenplätzen dabei, das ist jetzt aber mein allererstes Mal, dass ich alleine oben Gold bekomme.“ Dabei lieferte sie sich einen harten Kampf mit Favoritin Jolanda Prinz (Erlbachtaler-Schützen Niedererlbach), die vor dem vierten und finalen Durchgang mit zwei Ringen führte. Doch Schwenk schlug zurück, schoss bärenstarke 99 Ringe und gewann mit 388:387 vor Prinz den Titel: „Ich habe Gold schon zweimal mit der Mannschaft gehabt, aber noch nie im Einzel – da hat es immer nur bis zur Silbermedaille gereicht, deswegen freue ich mich diesmal ganz besonders.“ Rang drei ging an Melanie Nietschke (KK-Schützenverein Hüffenhardt).

Ein zweiter Premierensieger, ebenfalls im Armbrustbereich, heißt Michael Sinning (Kgl. priv. FSG Der Bund München). Der war bei den Herren II nahezu eine Kopie von Christina Schwenk, denn auch er gewann nach mehreren Anläufen zuvor erstmals den Einzeltitel: „Es ist einfach gut gelaufen. Ich hatte heute weniger Rückenprobleme als sonst, und demnach konnte ich es gut halten. Das ist mein erster Einzeltitel bei der Deutschen Meisterschaft, nur mit der Mannschaft habe ich bereits Medaillen gewonnen.“ Sinning, der seit 2008 Armbrust schießt, hatte von Beginn an die Führung inne, da er mit 99 und 100 Ringen nahezu perfekt anschoss. Somit konnte er es sich leisten, in den Durchgängen drei und vier minimal weniger Ringe zu schießen (97, 98): „Mein Ergebnis ist definitiv mein persönlicher Rekord auf der Deutschen“, resümierte er stolz. Silber ging an Steffen Hillenbrand (KK-Schützenverein Hüffenhardt), Bronze an Thomas Aumann (Erlbachtaler-Schützen Niedererlbach).

Foto: BSSB / Endlich ganz oben! Christina Schwenk gewann erstmals den Titel mit der 10m-Armbrust vor Jolanda Prinz und Melanie Nietschke.
Foto: BSSB / Endlich ganz oben! Christina Schwenk gewann erstmals den Titel mit der 10m-Armbrust vor Jolanda Prinz und Melanie Nietschke.

So ganz ohne olympische Disziplin kommt die zweite Woche jedoch auch nicht aus: Die Trapschützen ermitteln ihre Meister und sind – in diesem Jahr besonders – gefordert, da die Qualifikation in den Einzeln der letzte Teil der EM-&WM-Qualifikation ist. Die Finals der Einzel werden am Freitag, 28. August (16.30 Uhr Frauen, 17.30 Uhr Männer), live bei Sporteurope.TV gestreamt. Doch zunächst wurde im Mixed der Titel verteilt, und diesen sicherte sich Kathrin Murche, Deutschlands beste Trapschützin, mit ihrem Partner Tim-Luka Schmidt (SGi Frankfurt/Oder). Im Finale waren sie mit 45 Treffern nicht zu schlagen, auch nicht von Ehepaar Nadine & Michael Goldbrunner (41, WTC Mainburg) und den Qualifikations-Ersten Lara Bennemann & Jonathan Simon (SSC Schale).

(BSSB/EB)

 

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