Europameisterschaften
Flinten-EM Malakasa: Sensations-Gold für Emilie Bundan
Perfekter Auftakt für die deutschen Flintenschützen bei der Europameisterschaft in Malakasa/GRE (29. September bis 10. Oktober): Emilie Bundan sicherte sich im strömenden Regen sensationell den EM-Titel bei den Skeet-Juniorinnen: „Ich habe endlich das erreicht, was ich schon lange erreichen wollte.“ Skeet-Junior Maximilian Seibel erreichte ebenfalls das Finale und wurde dort Fünfter.

Nach einer sehr stabilen Qualifikation mit Serien von 21 bis 24 Treffern und insgesamt 113 Scheiben (Bundestrainerin Katharina Bechtel: „Das war bereits im Vorkampf eine starke Leistung und hintenraus mit 24 Treffern gut gekämpft!“) hatte Bundan als Achte das Finale der besten acht Schützinnen erreicht. Dort begann alles bei null, und Bundan schoss von Beginn an hochkonzentriert und treffsicher: Nach den ersten sechs Doubletten war sie die einzig fehlerfreie Schützin und blieb auch in der Folge hochkonzentriert: Maximal einen Fehler pro Viererserie erlaubte sich die 20-Jährige, sodass sie stets in Führung blieb. Nachdem sie 24 von 28 Scheiben vom Himmel geholt hatte, war die Bronzemedaille sicher, nach vier weiteren Treffern Silber. Nur noch Bundan und die Ukrainerin Ielyzaveta Pyvovarova blieben übrig, Bundan ging mit einem Treffer Vorsprung in die letzten vier Scheiben. Doch die topqualifizierte Ukrainerin erzwang das Stechen, weil sie vier und Bundan nur drei Treffer setzen konnte. Im Shootoff wurden jeweils Doubletten geschossen: Bundan legte vor, Pyvovarova zog nach. Zwei Treffer Bundan, zwei für die Ukrainerin, die nach nur einem Treffer der DSB-Athletin die Chance auf Gold hatte, aber auch eine Scheibe verfehlte. Als Bundan erneut zwei Treffer vorlegte, konnte die Ukrainerin nicht mehr kontern – die WM-Vierte von 2024 und EM-Dritte von 2022 war Europameisterin. Klitschnass vom Regen bedeckten nun auch Tränen Bundans Gesicht: „Ich habe endlich das erreicht, was ich schon lange erreichen wollte. Endlich einmal einen Titel zu holen. Ich kann es nicht in Worte fassen, wie ich mich fühle. Ich bin unfassbar glücklich und bedanke mich bei allen, die mich auf dem Weg begleitet haben“, sagte sie im Anschluss. Bechtel fügte an: „Im Finale hat sie gezeigt, was in ihr steckt, Hut ab. Ein sehr versöhnlicher Abschluss nach einem Jahr, in dem die Ergebnisse nicht so waren, wie sie es sich vorgestellt hatte.“
Auch Maximilian Seibel gelang der Sprung ins Finale: Starke 120 Treffer landete der 20-Jährige und qualifizierte sich - obwohl nicht ganz auf der Höhe („Die Woche fing ziemlich schlecht an, weil ich krank war und die Vorbereitung nicht so durchziehen konnte, wie ich wollte!“) - als Dritter für das Finale: „Der Wettkampf verlief ziemlich gut, die dritte Runde war ein kleiner „Genickbruch“ (22 Treffer, Anm. d. Red.), in den Runden drei und vier war ich sehr selbstbewusst und konnte mich sehr gut steuern“, so Seibel zu seiner Qualifikation. Im Finale kam der Frerener nur ganz schwer in die Gänge: „Im Finale hat sich die Sicht geändert, es wurde dunkel – darauf war ich nicht so vorbereitet.“ Von den ersten acht Scheiben ließ er drei fliegen. Zwar steigerte er sich in der Folge mächtig, doch mehr als Platz fünf ließ der Start nicht zu: „Der erste Durchlauf bei Max hat ihm ein wenig das Genick gebrochen“, urteilte Bechtel. Der frisch gebackene EM-Fünfte, der bei der Heim-WM in Suhl an der Seite von Valentin Woestmeyer und Raphael Hapke Teambronze gewonnen hatte, war dennoch zufrieden: „Insgesamt bin ich zufrieden mit meinem Ergebnis und dafür, dass ich noch nicht ganz fit bin. Ich freue mich sehr für meine Cousine Emilie, dass sie unsere Familienehre gerettet hat.“
Die anderen Juniorinnen und Junioren taten sich bei den schwierigen Bedingungen (Bechtel: „Es ist kalt, Regen und Wind wechseln sich ab.“) nicht so leicht. Carlotta Wahl wurde 14. (109), Maxima Sagel 20. (96), Vladislav Poddubskiy 22. (115), Raphael Hapkte 27. (114), Goran Jasikovic 35. (113), Magnus Erdmann 56. (108) und Tobias Wenzel 57. (107): „Mit der gesamten Teamleistung bin ich nicht so ganz zufrieden, viele kleine individuelle Fehler haben dazu beigetragen, dass es nicht optimal lief“, meinte Bechtel. Die Juniorinnen wurden Vierte, die Junioren mit Poddubskiy, Erdmann und Wenzel Zwölfte im Team. Insgesamt war der Auftakt aus deutscher Sicht natürlich sehr erfreulich, und Bechtel meinte abschließend: „Ich bedanke mich bei allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Und ich wünsche uns allen, dass es etwas wärmer wird und weniger Wind und keinen Regen gibt.“
Am morgigen 1. Oktober werden bei Frauen und Männer die Einzel-Europameister ermittelt. Mit Sven Korte (3. Platz, 74 Treffer) und Valentina Umhöfer (12. Platz, 70 Treffer) liegen zwei DSB-Schützen in aussichtsreicher Position.
Das deutsche Team bei der EM in Malakasa
Skeet: Sven Korte (Ibbenbüren), Tilo Schreier (Eppelheim), Christopher Honkomp (Emstek), Felix Haase (Oerlinghausen), Nadine Messerschmidt (Schmalkalden), Valentina Umhöfer (Saal an der Saale), Christine Wenzel (Ibbenbüren), Maximilian Seibel (Freren), Goran Jasikovic (Falkenhagen), Vladislav Poddubskiy (Sprendlingen), Raphael Hapke (Wedemark), Magnus Erdmann (Suhl-Schmiedefeld), Tobias Wenzel (Ibbenbüren), Emilie Bundan (Freren), Maxima Sagel (Paderborn), Carlotta Wahl (Suhl)
Trap: Marius John (Friemar), Andreas Löw (Weihenzell), Leonard Wolf (Cottbus), Nadine Goldbrunner (Benediktbeuren), Kathrin Murche (Elsnig), Sofia Weber (Titisee-Neustadt), Pius Rosenecker (Dürrwangen), Paul Judek (Guhrow), Henry John (Friemar), Till Reichardt (Schenklengsfeld), Karla Riehmann (Gotha)
Betreuer: Katharina Bechtel, Frank Dittmer, Cynthia Veres, Nikolai Poddubskiy, Uwe Möller, Mike Stöcker, Karsten Bindrich, Burak Yilmaz, Christian Stauske, Hanne Aslanidis
