Europameisterschaften
Flinten-EM Malakasa: Zwei Quotenplätze für die European Games
Keine Medaille, aber zwei Quotenplätze für die European Games 2027 in Istanbul/TUR: Das ist das Fazit der Skeet-Einzelwettbewerbe der Frauen und Männer bei der Europameisterschaft in Malakasa/GRE (29. September bis 10. Oktober), bei der Nadine Messerschmidt (Schmalkalden) den achten und Sven Korte (Ibbenbüren) den neunten Platz belegten.

Die ersten Zehn der jeweiligen Einzelwettbewerbe erhalten einen Quotenplatz für die European Games, bei denen wiederum jeweils ein Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 ausgeschossen werden.
Dabei war sowohl für Messerschmidt als auch Korte noch mehr drin: Messerschmidt hatte sich nach einem starken Endspurt („Ich habe mich in der Qualifikation gut zurückgekämpft.“) mit 117 Treffern als einzige DSB-Schützin als Siebte für das Finale der besten Acht qualifiziert und erwischte dort einen perfekten Start: Acht Scheiben flogen und waren kurze Zeit später kaputt, weil Messerschmidt wie zwei andere Finalistinnen makellos traf. Doch bei der dritten Zweifach-Doublette passte es überhaupt nicht bei der zweifachen deutschen Olympia-Teilnehmerin: Sie musste mehrfach absetzen und verfehlte drei der vier Scheiben. Somit fiel sie noch vom geteilten ersten auf den achten Platz zurück und schied aus: „Ich hatte auf Stand fünf die ganze Zeit Probleme, das hat mir heute das Genick gebrochen. Aber generell: Das Finale zu schießen, war schön – ich bin zurück.“ Bundestrainerin Katharina Bechtel meinte: „Da war mehr drin nach dem super Start. Die ersten zwei Doubletten waren sehr gut, dann ist sie durch den Jubel auf dem Nachbarstand gestört worden und aus dem Rhythmus gekommen.“ Die anderen zwei DSB-Starterinnen, Valentina Umhöfer (26. Platz, 112) und Christine Wenzel (27. Platz, 111) schossen bei schwierigen und weiterhin sehr nassen Bedingungen zu viele Fahrkarten, um sich weiter vorne zu platzieren. Als Team schrammte das DSB-Trio als Vierte knapp an einer Medaille vorbei.
Sven Korte schoss eine sehr hochwertige Qualifikation und kam – wie fünf weitere Schützen – auf 122 Treffer. Dieses Sextett trat zum Shootoff an, um fünf Plätze im Finale zu ermitteln. Und es kam, wie es nicht kommen sollte: Korte war derjenige, der als erstes eine Scheibe verfehlte und somit das Finale als Neunter verpasste: „Ich bin schon enttäuscht, wenn man so weit kommt und dann im Stechen direkt rausfliegt, ist das nicht schön. Mit 122 brauche ich mich nicht zu verstecken. Bei den Bedingungen mit Regen, Nebel und Sturm war das Ergebnis super. Jetzt geht es weiter mit der WM und den Quotenplätzen für Olympia, da versuche ich, es noch ein bisschen besser zu machen.“ Die anderen DSB-Männer kamen dagegen nicht an ihre Leistungsgrenze heran: Felix Haase kämpfte sich krankheitsbedingt durch den Wettkampf und wurde 44. (118), Tilo Schreier (59. Platz, 115) und Christopher Honkomp (77. Platz, 108) blieben deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Das Team landete demnach lediglich auf dem 15. Platz.
Bechtel zog folgendes Fazit: „Wir haben zwei Quotenplätze für die European Games gewonnen, dennoch ist die Enttäuschung schon groß, weil sie sich nicht belohnen konnten und mehr drin gewesen wäre.
Während die Frauen und Männer morgen zurückfliegen, um sich nach kurzer Erholung auf die WM in Doha vorzubereiten, geht es für die Juniorinnen und Junioren mit den Duo- und Trio-Wettbewerben in Malakasa weiter. Alle haben viele kleine individuelle Fehler gemacht, das ist aber auch zum Teil den Bedingungen geschuldet. Letztlich muss die Nervositätssteuerung noch besser werden.“
Das deutsche Team bei der EM in Malakasa
Skeet: Sven Korte (Ibbenbüren), Tilo Schreier (Eppelheim), Christopher Honkomp (Emstek), Felix Haase (Oerlinghausen), Nadine Messerschmidt (Schmalkalden), Valentina Umhöfer (Saal an der Saale), Christine Wenzel (Ibbenbüren), Maximilian Seibel (Freren), Goran Jasikovic (Falkenhagen), Vladislav Poddubskiy (Sprendlingen), Raphael Hapke (Wedemark), Magnus Erdmann (Suhl-Schmiedefeld), Tobias Wenzel (Ibbenbüren), Emilie Bundan (Wiesbaden), Maxima Sagel (Paderborn), Carlotta Wahl (Suhl)
Trap: Marius John (Friemar), Andreas Löw (Weihenzell), Leonard Wolf (Cottbus), Nadine Goldbrunner (Benediktbeuren), Kathrin Murche (Elsnig), Sofia Weber (Titisee-Neustadt), Pius Rosenecker (Dürrwangen), Paul Judek (Guhrow), Henry John (Friemar), Till Reichardt (Schenklengsfeld), Karla Riehmann (Gotha)
Betreuer: Katharina Bechtel, Frank Dittmer, Cynthia Veres, Nikolai Poddubskiy, Uwe Möller, Mike Stöcker, Karsten Bindrich, Burak Yilmaz, Christian Stauske, Hanne Aslanidis
