Europameisterschaften

KK-EM Osijek: EM-Titel für Geis und Vennekamp

09.05.2026 17:32

Das deutsche Team bleibt bei der Kleinkaliber-Europameisterschaft in Osijek/CRO (7. bis 17. Mai) in der Goldspur: Doreen Vennekamp (Ronneburg) gewann mit der olympischen Sportpistole nach einer Achterbahnfahrt im Finale den EM-Titel, anschließend setzte sich auch Oliver Geis (Bad Camberg) mit der Schnellfeuerpistole auf den Thron, gefolgt von Emanuel Müller (Pfullingen). Zudem gab es in den Teamwertungen Gold für die Schnellfeuer-Männer und Bronze für die Sportpistolen-Frauen.

Foto: DSB / Gold im Einzel und Bronze im Team: Doreen Vennekamp strahlt über ihre tolle EM-Ausbeute in Osijek.
Foto: DSB / Gold im Einzel und Bronze im Team: Doreen Vennekamp strahlt über ihre tolle EM-Ausbeute in Osijek.

Sportpistole: Vennekamp nach Achterbahnfahrt zum EM-Titel
Der Start in das Finale gelang Vennekamp nur mäßig: In den ersten zwei Fünferserien blinkten nur jeweils zweimal das grüne Lämpchen für einen Treffer auf. Doch sie wusste sich in guter Gesellschaft, denn bis auf die Ungarin Fabian (7 Treffer) hatten alle Finalistinnen Probleme, in das Finale zu kommen – nur zwei bis fünf Treffer wiesen die sieben anderen Schützinnen auf. In der dritten Serie passte es dann perfekt, fünf Treffer ließen Vennekamp auf Position zwei klettern. Nach einer dritten Zweierserie hielt sie die Position, musste diese sich aber mit drei weiteren Schützinnen teilen mit nur einem Ring Rückstand auf die führende Ungarin. Nach der nächsten Serie hatte die deutsche Weltmeisterin von 2023 die Führung übernommen, vier Treffer brachten sie nach vorne, aber das Feld war dicht gedrängt. Und die Achterbahnfahrt ging weiter: Zwar hielt Vennekamp auch nach der nächsten Serie die Führung, diese musste sie sich nach lediglich zwei Treffern aber mit der Lettin Rasmane teilen. Zudem waren die Verfolgerinnen lediglich einen bzw. zwei Treffer zurück. Nach der siebten Serie und drei Treffern fiel Vennekamp auf Rang drei mit einem Ring Rückstand auf das Duo Lamolle/FRA und Rasmane/LAT zurück, hatte aber zwei Treffer Vorsprung auf die Viertplatzierte. Nach der nächsten Serie hatte Vennekamp erneut die Führung inne und – was noch wichtiger war – die Medaille sicher. Denn sie wies exakt einen Ring mehr auf als ihre drei noch verbliebenen Konkurrentinnen, die in ein Dreierstechen mussten. Schließlich hieß es Vennekamp gegen die Französinnen Lamolle und Fourre, und die drei Schützinnen trieben es auf die Spitze. Denn nach der nächsten Serie hatten alle 25 Treffer, sodass ein Stechen über Bronze entscheiden musste. Vennekamp und Lamolle mussten nach Treffergleichheit in diesem in ein zweites Stechen. In diesem zeigte die DSB-Schützin ihre ganze Klasse und zog mit 5:3 in die finale Serie beim Gleichstand von 26:26 gegen Fourre. Und in dieser sorgte Vennekamp früh für klare Verhältnisse und schoss sich mit 4:2-Treffern und letztlich 29:27 zum EM-Titel. Für die Ronneburgerin war es nach 2022 der zweite EM-Einzeltitel und nach einer schwächeren Saison 2025 ein deutliches Zeichen, dass es wieder aufwärts geht: „Ich bin total happy mit dem Titel. Für mich ist das ein großer Stressabfall und eine riesige Belohnung, nachdem ich es nach den Olympischen Spielen nicht mehr geschafft habe, in Finals zu kommen oder dort gut abzuschneiden. Mit dem Vorkampfergebnis war ich sehr froh. Für das Finale wussten wir, dass die Lichtbedingungen sehr schwierig sind und man bei sich bleiben muss, wenn es nicht viele Hits werden. Ich bin überglücklich und mir sind direkt danach auch die Tränen gekommen.“
In der Qualifikation hatte das deutsche Trio nach dem Präzisions-Teil auf den Positionen acht, 31 und 33 gelegen. Die Ergebnisse in Summe bedeuteten Platz sechs in der Teamwertung. Allen war bewusst: Im Duell-Teil, der Spezialität der DSB-Frauen, mussten viele Ringe her. Und das gelang: Vennekamp (295), Eder (294) und Karsch (291) schossen stark und verbesserten sich im Einzel auf die Plätze drei (Vennekamp, 586), 25 (Eder, 575) und 29 (Karsch, 573). Quasi mit dem letzten Schuss zogen die DSB-Frauen um einen Ring an der Ukraine vorbei und gewannen die Bronzemedaille.

Schnellfeuerpistole: Doppelsieg für Geis und Müller
Das DSB-Trio startete ganz unterschiedlich in das Finale der besten acht Schützen: Emanuel Müller schoss als einziger Athlet eine perfekte Fünferserie, Oliver Geis setzte drei Treffer, Florian Peter nur zwei. Titelverteidiger Peter hatte auch in der Folge Probleme und rutschte mit nur vier Treffern ans Tabellenende, Müller (neun) und Geis (sieben) waren vorne mit dabei. Nach der dritten Serie sah aus deutscher Sicht hervorragend aus: Spitzenreiter war Müller (13), Geis punktgleicher Dritter (11), und Peter war auf Rang sechs geklettert (8), schied aber dann als Sechster aus. Müller blieb enorm stabil und baute die Führung mit erneut perfekten fünf Treffern (18) auf zwei Treffer Vorsprung vor dem überraschend starken Österreicher Zechmeister aus, Geis blieb mit abermals vier Treffern auf dem Bronzerang (15). Nach der nächsten Serie stand fest: Das deutsche Team hat die nächste Medaille sicher. Denn Müller und Geis führten das Feld mit 20 Treffer an, und es waren nur noch zwei weitere Schützen neben dem DSB-Duo im Feld – der französische Weltmeister Bessaguet (17) und Zechmeister (19). Und es sah nach einem deutschen Doppelsieg aus, denn Müller setzte vier Treffer, Geis sogar deren fünf. Damit lag das Duo drei bzw. vier Treffer vor Zechmeister und hielt diesen Vorsprung. Vor der letzten Serie hieß es 29:27 für Geis, Müller ging zuerst an die Schießlinie, konnte aber nur zwei Treffer setzen. Und somit war es nur noch Formsache für Geis, der drei Treffer setzte, anschließend die Fäuste ballte und Müller umarmte. Elf Jahre nach seinem ersten EM-Titel sicherte sich der 34-Jährige erneut die EM-Krone. Für Müller war es der bisher größte Erfolg.
In der Qualifikation hatte das DSB-Trio die starke Ausgangsposition des Vortages mit den Plätzen drei, vier und neun am zweiten Tag bestätigt: Peter legte 293 Ringe nach und kam insgesamt auf 589 Ringe (2. Platz), Müller und Geis erreichten jeweils 291 Ringe und steuerten mit 586 (4. Platz) und 581 Ringen (7. Platz) ebenfalls gute Ergebnisse bei. Und das führte nicht nur zum Einzug des Trios in das Finale, sondern auch zu Team-Gold, da sie den einen Ring Rückstand auf die Franzosen vom Vortag in einen Sieben-Ringe-Vorsprung umwandelten.

KK-Dreistellungskampf Duo: DSB-Duos ohne Chance
Einen Tag nach Doppel-Gold durch Nele Stark im Dreistellungskampf-Einzel und das Trio Stark, Lisa Grub und Anna Janßen im Team mussten die DSB-Schützen im nicht-olympischen Duo-Wettbewerb den anderen Nationen den Vortritt lassen: Anna Janßen & Maximilian Ulbrich belegten Platz 18, Nele Stark & Max Ohlenburger Rang 21.

Foto: DSB / Europameister! Oliver Geis jubelt über seinen zweiten EM-Einzeltitel nach der Premiere 2015.
Foto: DSB / Europameister! Oliver Geis jubelt über seinen zweiten EM-Einzeltitel nach der Premiere 2015.

Das deutsche Team in Osijek
Gewehr: David Koenders (Neubiberg), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen), Lisa Grub (Weingarten), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Benedikt Ascher (Waldkirchen), Florian Beer (Mähring), Moritz Faltinat (Wunstorf), Alexander Karl (Eschede), Anabell Dörsam (Heppenheim), Katrin Grabowski (Niedernhausen-Engenhahn), Xenia Mund (München), Finnja Rentmeister (Voerde)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen), Fiete Kühn (Stralsund), Phillip Liebrecht (Isernhagen), Arne Schallus (Suhl), Lydia Böhmer (Mönchengladbach), Aileen Pitschke (Erfurt), Franziska Thürmer (Witzenhausen), Lucy Wernecke (Dresden)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Marco Hilger, Karsten Hees, Thomas Zerbach, Lars Walker, Helmut Hoffmann, Katja Kutzeck, Lucas Jourdan, Thomas Abel, Marco Kleer, Hanne Aslanidis, Philipp Hasse, Burak Yilmaz

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