Weltcup

Weltcup Granada: Janßen mit Weltrekord, Stark holt Silber

10.04.2026 15:15

Was für ein Triumph für die deutschen Gewehrschützinnen! Im Finale des Kleinkaliber-Dreistellungskampfes beim Weltcup in Granada haben Anna Janssen und Nele Stark die gesamte Weltelite hinter sich gelassen. In einem Herzschlagfinale krönte sich Anna Janssen nicht nur mit der Goldmedaille, sondern setzte mit einem neuen Weltrekord einen Meilenstein in der Geschichte des Schießsports.

Foto: ISSF / Neuer Weltrekord 3x20 Frauen: Anna Janssen mit 362,9 Ringen
Foto: ISSF / Neuer Weltrekord 3x20 Frauen: Anna Janssen mit 362,9 Ringen

Anna Janßen lieferte im Finale der Frauen im Dreistellungskampf eine Machtdemonstration absoluter Weltklasse ab. Von Beginn an kontrollierte sie im neuen Wettkampfformat das Feld und steigerte sich in einen regelrechten Rausch:

  • Kniend: Mit 102,5 Ringen startete sie gewohnt stabil und setzte sich sofort in der Spitzengruppe fest.

  • Liegend: In ihrer Paradedisziplin baute sie die Führung weiter aus. Mit einer herausragenden Serie von 105,0 Ringen (Subtotal 207,5) ließ sie der Konkurrenz kaum Raum zum Atmen.

    Foto: ISSF / Deutschland holt mit Nele Stark (links) und Anna Janssen (Mitte) Silber und Gold beim Weltcup in Granada.
    Foto: ISSF / Deutschland holt mit Nele Stark (links) und Anna Janssen (Mitte) Silber und Gold beim Weltcup in Granada.
  • Stehend (Elimination): Hier wurde es historisch. Janssen bewies eine unglaubliche Nervenstärke. Nach den ersten Serien im Stehen (103,4) behielt sie in der alles entscheidenden Eliminationsphase die volle Kontrolle. Mit einer finalen 10,8 im letzten Schuss schraubte sie das Gesamtergebnis auf 362,9 Ringe – NEUER WELTREKORD!


  • Nele Stark: Silber nach packendem Duell (361,5 Ringe)

    Das deutsche Märchen perfekt machte Nele Stark, die Janßen bis zum letzten Schuss alles abverlangte und sich die Silbermedaille sicherte. "Ich hatte das ganze Finale hinweg einen extremem Puls. Im kniend und liegend war es etwss leichter das zu kontrollieren. In der stehend Probe hatte ich sehr zu kämpfen und konnte aber dann bei Wettkampfstart mehr Stabilität aufbringen."
    Angesprochen auf das neue Format meint Stark: "Es war natürlich mit den Änderungen neu und noch aufregender. Ich bin eigentlich eine Schützin die sich gerne länger Zeit für den Wettkampf nimmt." Besonders auf den gemeinsamen Erfolg mit ihrer Teampartnerin Janßen ist Stark stolz: "Ich bin sehr stolz gemeinsam mit Anna eine Medaille geholt zu haben und das Finale gemeinsam mit ihr hat auch viel Spaß gemacht. Es gibt einem mehr Sicherheit und Kraft wenn man weiß das man gemeinsam dort vorne steht."

    • Kniend & Liegend: Mit 101,6 und 104,4 Ringen blieb sie Janssen dicht auf den Fersen und hielt den Druck auf die nachfolgende Konkurrenz hoch.

    • Stehend-Stärke: In der Stehend-Phase glänzte Stark zwischenzeitlich sogar mit einer 10,9 und einer 10,7, womit sie den deutschen Doppelsieg frühzeitig absicherte und die Schweizerin Emely Jaeggi (Bronze, 350,1) deutlich distanzierte.


    Qualifikation: Lisa Grub mit Weltklasse-Ergebnis auf Rang 3
    Herausragende Schützin des Tages war Lisa Grub, die den Wettkampf mit einem Gesamtergebnis von 592 Ringen (29 Innenzehner) auf einem exzellenten dritten Platz abschloss. Da sie als RPO-Schützin (Ranking Points Only) startete, blieb ihr das Finale verwehrt, doch ihre sportliche Leistung war ein deutliches Ausrufezeichen:

    • Kniend: Mit 197 Ringen legte sie ein stabiles Fundament.

    • Liegend: Ebenfalls 197 Ringe hielten sie in der Spitzengruppe.

    • Stehend: In der schwierigsten Position bewies sie Nervenstärke und erzielte mit 198 Ringen das beste Stehend-Ergebnis des gesamten Feldes.

    Zwei Finaltickets für Janssen und Stark
    Mit Anna Janssen und Nele Stark ziehen gleich zwei deutsche Athletinnen in das prestigeträchtige Finale der besten Acht ein.
    Anna Janssen (Platz 7, 590 Ringe, 29x): Janssen zeigte eine Demonstration technischer Perfektion in der Liegend-Position, in der sie die maximale Ausbeute von 200 Ringen (zweimal die volle 100) erzielte. Nach einem soliden Kniend-Auftakt (196) rettete sie trotz eines etwas schwierigeren Stehend-Anschlags (194) den Finalplatz souverän ins Ziel.

    Nele Stark (Platz 8, 589 Ringe, 33x): Stark sicherte sich den letzten Finalplatz punktgleich mit der Konkurrenz, wobei sie besonders durch ihre hohe Anzahl an Innenzehnern (33) bestach. Auch sie glänzte mit einer perfekten 200er-Serie im Liegend-Anschlag. Zuvor hatte sie bereits im Kniend-Anschlag (198) eine Weltklasse-Leistung abgeliefert, was die kleineren Punktverluste im Stehend-Bereich (191) kompensierte.

    Weitere Ergebnisse des deutschen Teams

    Die mannschaftliche Geschlossenheit wurde durch die Platzierungen von Larissa Wegner und Hannah Steffen-Dix abgerundet:

    • Larissa Wegner (Platz 20, 587 Ringe): Wegner zeigte einen sehr ausgeglichenen Wettkampf. Besonders hervorzuheben ist ihre Konstanz über alle drei Positionen hinweg (Kniend 195, Liegend 197, Stehend 195).

    • Hannah Steffen-Dix (Platz 24, 586 Ringe, RPO): Auch die zweite RPO-Starterin überzeugte, insbesondere im Liegend-Anschlag mit einer starken 100er-Serie im ersten Durchgang (insgesamt 198). Im Stehend-Anschlag brachte sie solide 194 Ringe auf die Scheibe.

    Schnellfeuerpistole:
    Die deutschen Schnellfeuerpistolenschützen haben am ersten Tag des Weltcups in Granada ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Nach dem ersten von zwei Halbprogrammen (Stage 1) führt ein DSB-Athlet das hochkarätige Feld an. Besonders in den extrem schnellen 4-Sekunden-Serien bewiesen die deutschen Schützen absolute Weltklasse-Form.

    Emanuel Müller mit Traumstart an die Spitze
    Emanuel Müller (Platz 1) lieferte eine fast makellose Vorstellung ab und führt das Klassement mit 296 Ringen (13 Innenzehner) an. In dem dreistufigen Zeitmodus bewies er Nervenstärke:

    • 8-Sekunden-Serie: Souveräner Auftakt mit 99 Ringen.

    • 6-Sekunden-Serie: Hochkonzentrierte 98 Ringe.

    • 4-Sekunden-Serie: Mit beeindruckenden 99 Ringen in der schnellsten Serie distanzierte er die Konkurrenz und sicherte sich die Halbzeitführung.

    Starke Leistungen im Verfolgerfeld
    Auch die weiteren deutschen Starter zeigten, dass mit ihnen im Kampf um die Finalplätze zu rechnen ist:
    Fabian Otto (Platz 8, 291 Ringe, RPO): Als RPO-Schütze (Ranking Points Only) startend, zeigte Otto eine sehr stabile Leistung. Nach zwei starken 98er-Serien in 8 und 6 Sekunden, schloss er das Programm mit soliden 95 Ringen in der 4-Sekunden-Entscheidung ab. Florian Peter (Platz 11, 290 Ringe): Peter liegt mit 290 Ringen auf Kurs Finale (Top 8). Seine Stärke spielte er heute besonders in der 6-Sekunden-Serie aus, in der er mit 99 Ringen das zweitbeste Einzelergebnis des gesamten Feldes in dieser Zeitstufe erzielte.

    Ausblick: Showdown in Stage 2

    Der Wettkampf in der Schnellfeuerpistole ist ein Geduldsspiel über zwei Tage. Das heute abgeschlossene erste Halbprogramm bildet lediglich das Fundament.

    Morgen folgt Stage 2, in der das identische Programm (8, 6 und 4 Sekunden) erneut absolviert wird. Erst die Addition beider Halbprogramme (insgesamt 60 Schuss) entscheidet über den Einzug in das Finale der besten sechs Schützen. 
    Oliver Geis (Platz 21, 287 Ringe): Geis startete gut (98 Ringe in 8 Sek.), verlor jedoch in der 6-Sekunden-Serie etwas an Boden (94). Mit einer Steigerung in den schnellen 4 Sekunden (95) hielt er den Anschluss und hat für den morgigen Tag noch alle Möglichkeiten, sich im Tableau nach oben zu arbeiten.

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