Weltcup

Weltcup München: Florian Peter gewinnt dritte DSB-Medaille

29.05.2026 18:50

Auf die deutschen Schnellfeuerpistolen-Schützen ist Verlass: Florian Peter (Obertshausen) gewann am vorletzten Tag des Weltcups in München (26.-30. Mai) nach Silber im Vorjahr die Bronzemedaille. Es war seine insgesamt achte Medaille im Weltcup. Europameister Oliver Geis stand ebenfalls im Finale und wurde Achter, die Gewehrschützen im Dreistellungskampf der Männer gaben dagegen die Final-Chance aus der Hand. Die kommenden Finals werden live bei Sporteurope.TV gestreamt.

Foto: DSB / Medaille für Florian Peter, Siegerfaust von Bundestrainer Detlef Glenz und das Herz für?
Foto: DSB / Medaille für Florian Peter, Siegerfaust von Bundestrainer Detlef Glenz und das Herz für?

Schnellfeuerpistole: Zwei im Finale, einer auf dem Treppchen
Es ist eigentlich der Standardspruch von Schnellfeuerpistolen-Bundestrainer Detlef Glenz: „Wir wollen mit zwei Schützen ins Finale und einen dann auf dem Treppchen haben.“ Und seine Athleten sind gute Zuhörer, denn mit Oliver Geis und Florian Peter standen zwei DSB-Schützen im Finale. Dazu kamen ein Chinese, ein Koreaner, ein Italiener und gleich drei Franzosen. Europameister Geis hatte jedoch einen kapitalen Fehlstart: In der ersten Serie gelangen ihm lediglich zwei Treffer, zudem gab er den fünften Schuss zu spät ab, sodass ihm noch ein Treffer abgezogen wurde. „Ich bin schwer reingekommen, dann lief es eigentlich wieder ganz gut. In der dritten Serie habe ich irgendwie wieder die Kontrolle verloren“, so Geis zu seinem Kurzauftritt im Finale, denn er schied als Achter aus. Sein Fazit: „Fehler werden in dem neuen Format noch härter bestraft, die ersten Serien müssen passen. Das heißt: Beim nächsten Mal besser machen.“ Mit Peter gab es ein zweites deutsches Eisen, und der Olympia-Vierte von Paris war von Beginn an vorne dabei. Als er nach drei Treffern in der sechsten Serie gleichauf mit dem Koreaner Gunhyeok Lee lag (23 Treffer) ging es ins Stechen um die Bronzemedaille. Lee legte drei Treffer vor, Peter konterte mit vier und hatte Bronze sicher. Zwar schoss er in der nächsten Serie perfekte fünf Hits, da aber auch Clement Bessaguet/FRA und der Chinese Lianbofan Su das gleiche Resultat erzielten, blieb es dabei: „Ich bin sehr zufrieden. Klar macht man immer seine Fehler, und stellenweise habe ich unorthodox geschossen, aber es hat ja trotzdem funktioniert. Ich bin froh, dass es beim Heim-Weltcup richtig gut gelaufen ist, nachdem es zuletzt nicht so geklappt hat.“ Der Sieg ging an Su mit neuem Weltrekord (35), Silber an Bessaguet (34), der ebenfalls über der Marke von Geis lag, die er bei seinem EM-Titel geschossen hatte (32).
In der Qualifikation zeigte das Duo den Fans einen wahren Krimi. Zunächst schoss Peter drei Serien mit 97 Treffern und kam damit auf 583 Ringe in Gänze. Geis wiederum lieferte eine Punktlandung: Nachdem sein vorletzter Schuss in der Acht landete, schloss er die Serie nach 4,3 Sekunden mit einer Zehn ab. Eine Hundertsel mehr und es wäre „overtime“, also ein Zeitfehler, gewesen. „Das war eine knappe Nummer, da habe ich ein bisschen gezockt bei der Serie“, gab er zu. Dementsprechend atmete Bundestrainer Detlef Glenz auf, denn Geis qualifizierte sich mit 584 Ringen als Siebter für das Finale, Peter wurde Neunter. Da aber ein Athlet vor ihm mit RPO-Status schoss, rutschte er als Achter gerade so noch in das Finale: „Ich hatte nicht gerechnet, dass ich mit 583 Ringen in das Finale komme, da haben die anderen mir gut zugespielt. Totgeglaubte leben am längsten.“
Emanuel Müller kam wie bereits im ersten Halbprogramm auf 289 Ringe und somit in Summe auf 578 (23. Platz) – ein Ergebnis, was ihn nicht zufriedenstellte, aber er sah es differenziert: „Alles in allem, war es eigentlich ein guter Wettkampf mit kleineren Problemchen, die leider größere Auswirkungen hatten. Und dann waren auch noch viele knappe dabei. Aber die Zahl als Endergebnis sieht natürlich böse aus, und das ist natürlich schon ein bisschen schade.“ Und auch Fabian Otto kam unzufrieden vom Stand zurück, er hatte sich mit als die 565 Ringe (56. Platz) vorgestellt.

KK-Dreistellungskampf Männer: Es war alles vorbereitet
„Normalerweise ist das ,a gmahde Wiesn‘“, sagte Maximilian Ulbrich nach dem Wettkampf. Und meinte damit: Alles ist vorbereitet, das Ziel - in diesem Fall das Finale im Kleinkaliber-Dreistellungskampf - zu erreichen. Um dann direkt nachzuschieben: „In diesem Fall leider nicht!“ Was war passiert: Ulbrich hatte sich mit sehr guten 397 Ringen aus dem Kniend- und Liegendanschlag eine hervorragende Ausgangsposition verschafft („Ich habe sehr, sehr gute Riemendisziplinen geschossen, so hohe Ergebnisse habe ich noch nie gehabt bei so einem Wettkampf.“), konnte diese jedoch nicht erfolgreich ummünzen: Denn stehend („Stehend meine sicherste Disziplin ist, worauf ich mich verlassen kann.“) patze Ulbrich und brachte „nur“ 192 Ringe auf die Scheibe. Und deshalb fiel sein Fazit zwiegespalten aus: „Ich bin erst einmal enttäuscht. Es wäre schön gewesen, in München im Finale zu stehen, zumal ich noch nie in einem KK-Finale beim Weltcup war. Dennoch war es ein guter Schritt nach vorne, dass die Riemendisziplinen super funktionieren können. Vielleicht habe ich mir stehend selbst zu viel Druck gemacht, vielleicht, weil ich es auch nicht so gewohnt bin. Insgesamt ist Platz 16 aller Ehren wert.“ Ganz ähnlich verlief der Wettkampf für David Koenders. Mit 295 Ringen kam er aus den ersten beiden Lagen, wollte angreifen und hatte stehend dann einen totalen Fehlstart: „Irgendwie war das eine geistige Umnachtung“, kommentierte er die acht und neun, um dann die Kunst der Verdrängung perfekt umzusetzen: „Es hilft nur: abhaken und weitermachen, und ich habe dann auch mit acht Innenzehnern ausgeschossen.“ Ihm fehlten am Ende exakt diese drei Ringe zum Finaleingang von 591 Ringen, und so blieb sein Fazit: „Es war ein ordentlicher Wettkampf, es war viel Schönes dabei. Am Ende tun die Schüsse weh, du verlierst drei Ringe auf zwei Schuss von zwölf Ringen insgesamt.“

Auch Max Ohlenburger (587, 39. Platz) und Maximilian Dallinger (586, 43. Platz) schossen gute Ergebnisse. Daniel Bühlmeyer, der wie Dallinger als RPO-Athlet an den Start ging, ließ einige Ringe in der ersten Stehend-Serie und belegte somit Platz 62 (581).
Im Finale stand Jon-Hermann Hegg/NOR ganz oben und siegte vor den beiden Franzosen Lucas Kryzs und Dimitri Dutendas.

Foto: DSB / Maximilian Ulbrich war mit seinem Kniend- und Liegenschießen sehr zufrieden, gab das mögliche Finale aber im Stehend-Anschlag aus der Hand.
Foto: DSB / Maximilian Ulbrich war mit seinem Kniend- und Liegenschießen sehr zufrieden, gab das mögliche Finale aber im Stehend-Anschlag aus der Hand.

Luftpistole Frauen: Wer suchet, der findet
Seit einiger Zeit ist die Disziplin Luftpistole Frauen ein Sorgenkind im DSB. Selten gelingt es den deutschen Schützinnen, international konkurrenzfähig aufzutreten. Dass das Finale beim Heim-Weltcup in München ohne deutsche Beteiligung über die Bühne lief, war insofern keine Überraschung. Und dennoch sagte Josefin Eder, die als RPO startete, nach ihrem Wettkampf: „Ich bin sehr zufrieden. Ich habe das umgesetzt, was ich nach der Sportpistole gesagt hatte: Ich will mich mehr auf die Handlung und die Technik konzentrieren.“ Und das klappte gut. Eder schoss stabile Serien und landete am Ende bei 573 Ringen (25. Platz). „Das Ergebnis ist stabil, aber immer noch ausbaufähig“, so Eder, die selbst auf der Suche ist, warum es bei den deutschen Luftpistolen-Frauen nicht so gut läuft wie beispielsweise mit der Sportpistole: „Ich glaube, es ist viel die Konzentrationsausdauer und das stetige Abarbeiten, sich nicht ablenken zu lassen. Bei der Sportpistole haben wir ja nach jeweils fünf Schuss eine Pause. Man muss sich selbst die richtige Taktik suchen und das richtige für sich finden.“ Das gilt auch für Michelle Skeries (568, 59. Platz), Susanne Neisinger (566, 69. Platz), Sarah Tauermann (566, 70. Platz RPO) und Svenja Berge (560, 90. Platz).
Die Inder feierten einen Doppelsieg durch Inder Suruchi (Erste) und Esha Sing, die bereits mit der Sportpistole als Siegerin ihre Weltklasse demonstriert hatte. Bronze sicherte sich Gaeun Choo/KOR.

Das deutsche Team in München
Gewehr: David Koenders (Neubiberg), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen), Maximilian Dallinger (Freising), Daniel Bühlmeyer, Hanna Bühlmeyer (beide Weiltingen), Lisa Grub (Weingarten), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Hannah Steffen-Dix (Ohlweiler), Larissa Wegner (Mannheim), Lea Ruppel (Herbstein)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Michelle Skeries (Potsdam), Svenja Berge (Bad Camberg), Susanne Neisinger (Wien), Sarah Tauermann (Grasleben), Andreas Köppl (Lampenricht), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen), Fabian Otto (Heringen), Christian Reitz (Regensburg), Robin Walter (Reichenbach), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Michael Schwald (Lörrach)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Marco Hilger, Sven Martini, Sandro Schrüfer, Steffen Jabin, Thomas Zerbach, Sandra Reitz, Marco Spangenberg, Hans-Jörg Meyer, Victoria Nolte, Benedikt Schuster, Marco Kleer

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