Europameisterschaften
Bogen-EM Antalya: Wird die deutsche Erfolgsserie fortgesetzt?
Nach der Kleinkaliber-Europameisterschaft in Osijek/CRO (7. bis 17. Mai) folgen mit der Bogensport-EM in Antalya/TUR (19. bis 24. Mai) die nächsten kontinentalen Titelkämpfe. Das deutsche Team würde nur zu gerne an die vorangegangenen Europameisterschaften in München 2022 und Essen 2024 anknüpfen.

Bei den Heim-Titelkämpfen verwöhnten die Recurver die deutschen Bogensport-Fans: Vier Medaillen in München (1x Gold, 2x Silber, 1x Bronze), drei Medaillen in Essen (2x Gold, 1x Bronze) – Recurve-Bundestrainer Oliver Haidn erinnert sich gerne und blickt voraus: „Wir hatten mit der EM in München und in Essen natürlich zwei sehr erfolgreiche Europameisterschaften. Wenn wir es in Antalya schaffen, die beiden Mannschaften in den Top 5 zu platzieren und vielleicht auch zwei, drei Athleten im Einzel-Viertelfinale und Mixed zu haben, dann würde ich schon eine positive Bilanz ziehen!“ Zumal vor dem Hintergrund, dass die Teams auf den ersten fünf Rängen sich einen Quotenplatz für die European Games 2027 in Istanbul/TUR qualifizieren.
Um die EM erfolgreich zu gestalten, wird diese akribisch vorbereitet: Bereits am heutigen Dienstag bzw. tags darauf fliegen die Recurver in die Türkei, um vor Ort zu trainieren: „Wir werden nochmals alle Wettkampfformate durchspielen und die Abläufe, das ist wichtig für die Teilmannschaften der Frauen und Männer“, so Haidn. Im Vorfeld des letzten Lehrgangs wurde mit unterschiedlichen Schwerpunkten individuell trainiert: Kramer war zum Techniktraining bei Haidn, Vetter und Wieser besserten ihr Material nach, bei Schwarz und Tartler ging es mehr um taktische und mentale Komponenten. Dabei habe das erfolgreiche Auftreten beim Grand Prix am EM-Ort vor wenigen Wochen einen positiven Schub gebracht, wie Haidn sagt: „Natürlich ist es schon sehr wichtig, dass wir nochmals mit einem positiven Ergebnis in Richtung EM gegangen sind, damit man mit entsprechendem Selbstbewusstsein in die EM startet.“
Gleiches gilt für die deutschen Compounder. Die haben in diesem Jahr bereits beachtliche Ergebnisse erzielt, vor allem „Front-Frau“ Katharina Raab, die sich mit Platz fünf beim Weltcup in Puebla/MEX in die absolute Weltklasse schoss. Und auch das junge deutsche Männer-Team Paolo Kunsch, Simon Moritz und Noah Nuber deutete an, dass die deutschen Compounder mächtig aufholen. Die IOC-Entscheidung, dass der Compound Mixed-Wettbewerb in Los Angeles 2028 erstmals olympisch wird, hat für Aufbruchstimmung gesorgt. Simon Moritz, der im vergangenen Jahr sensationell U18-Weltmeister wurde und sich nun auch bei den Männern in der Qualifikation behauptete, sagt stellvertretend für alle: „Ich trainiere sehr viel und habe auch eine sehr große Unterstützung durch meine Familie und durch meinen Trainer. In der Zukunft erhoffe ich mir, dass ich international erfolgreich bin. Und wenn alles gut läuft, ich in der Zukunft an Olympischen Spielen teilnehme.“ Und vielleicht ist die EM in Antalya ein weiterer Baustein auf dem Weg dorthin. Ein Platz unter den besten Acht im Einzel sichert auch einen Quotenplatz für die European Games in Istanbul, bei dem der Sieger des Mixed-Wettbewerbs einen Quotenplatz für LA erhält.

Das deutsche EM-Team in Antalya
Compound: Marie Marquardt (Potsdam), Katharina Raab (Wertach), Julia Böhnke (Sigmaringen), Paolo Kunsch (Schwaikheim), Simon Moritz (Oberschneiding), Noah Nuber (Bad Schönborn)
Recurve: Katharina Bauer (Raubling), Elisa Tartler (beide Berlin), Charline Schwarz (Feucht), Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen), Moritz Wieser (Trostberg)
Betreuer: Oliver Haidn, Holger Hertkorn, Antje Hoffmann, Grit Reimann, Reinhard Kisselbach, Dirk Marz, Harald Kruse, Harry Vohs, Thomas Abel, Danja Schmidt
